Dave Esser – Menetekel

“Mal eine ganz persönliche Empfehlung“

Artist: Dave Esser

Herkunft: Wülfrath, Deutschland

Album: Menetekel

Spiellänge: 51:11 Minuten

Genre: Dark Metal, Singer/Songwriter, Country

Release: 16.01.2015

Label: Borilla Rekords

Link: https://www.facebook.com/DaveEsser und http://www.dave-esser.com/

Produktion: Bazement Studio von Markus Teske (Mix)

Bandmitglieder:

Gesang – Dave Esser
Gitarre – Chris Surowy
Bassgitarre – Stefan Okon
Schlagzeug – Daniel Behle

Tracklist:

  1. Fireborn
  2. Wake Up
  3. Ich bin Legende
  4. Eis
  5. Country Princess
  6. Dark Symphonie
  7. Unter der Maske
  8. Perfekte Welt
  9. Risen
  10. Rette mich
  11. Du nicht (Bonustrack)
  12. Ich bereue nichts (Bonustrack)

Dave Esser - Menetekel

 

Bereits seit 1993 ist Dave Esser auf den verschiedensten Bühnen unterwegs. Dabei steht er nicht nur am Mikrophon, sondern schreibt und produziert auch für andere Bands, wie z. B. J.R. Blackmore, ELA oder Schattenspieler. Mit seiner eigenen Band, die zunächst als Opus Davi gegründet wurde, hat er insgesamt vier Jahre lang an seinem Debütalbum gearbeitet. Da ich seine diesbezügliche Ansprache sehr genial finde, möchte ich auszugsweise von der Homepage von Dave Esser zitieren: Willkommen, schön, dass Du da bist. Dein Interesse erfüllt uns mit Stolz und Zuversicht. Vier lange Jahre haben wir gearbeitet, geschrieben, verworfen, neu geschrieben, Nächte im Studio verbracht, geprobt und neu eingespielt, um Dir unser Debutalbum zu präsentieren. Wir haben viel geschwitzt, viel geflucht, aber auch viel gelacht und nie gezweifelt. Wir haben es in gleichem Maße für uns wie für Dich geschrieben. Wir sind enorm stolz darauf, aber natürlich auch sehr auf Deine Reaktion gespannt…“. Meine Reaktion hat er schon in einem sehr angenehmen persönlichen Gespräch erhalten, und ich hoffe, dass die Reaktion der Leser von Time For Metal ähnlich ausfallen wird.

Mit symphonischen Klängen geht es bei Fireborn los, aber keine Bange, der Song ist ein richtig gut gemachtes Stück Dark Metal, zu der die sehr schöne Stimme von Dave Esser passt wie A… auf Eimer. Vom Stil her erinnert mich das gute Stück ein wenig an Schwarzer Engel. Mit diesem Uptempo-Stück hätte jedenfalls kein besserer Opener gewählt werden können.

Fast schon als Power-Ballade kann Wake Up durchgehen, aber so hat man Gelegenheit, sich mal näher mit dem Text zu beschäftigen. Ist ja bei mir mit Balladen nicht einfach, aber das Teil packt mich und geht richtig unter die Haut. Sehr genial der Background-Chor im Refrain!

Mit der Ballade Ich bin Legende gibt mir Dave Esser dann die erste Nuss zu knacken, denn hier beweist er sein Talent, mit Metaphern und vertrackten Sätzen zu spielen. Mich erinnert das an die Sprache von großen Dichtern und Denkern, die ich auch so gut wie nie verstehe. Das mindert das Hörvergnügen aber nicht im Mindesten. Auch das folgende Eis wird mir wohl auf ewig unergründlich bleiben. Nur der traurigen Stimmung, die der Song vermittelt, kann sich wohl niemand verschließen.

Einen sehr abrupten Wechsel zum Country gibt es dann mit Country Princess. Mit leichten Blues Rock-Einschlägen sorgt der Song dafür, dass bei mir das Kopfkino eröffnet wird und ich einen Abend auf der Terrasse eines Hauses in den Südstaaten der USA vor mir sehe. Durch die nach wie vor schwüle Luft wabert von irgendeinem Nachbarhaus das Gitarrenspiel zu mir herüber, und ich fange automatisch an, mit dem Fuß zu wippen 😀

Mit dem Uptempo-Song Dark Symphonie geht es dann wieder zurück zum Dark Metal, hier ist zum ersten Mal auch Frauengesang zu hören. Ich nehme mal an, wie bei Rette mich handelt es sich hier um Ela.

Sehr klare und deutliche Worte zur aktuellen „Geiz-ist-geil-Mentalität“ findet Dave Esser bei Unter der Maske, und ich muss gestehen, an einigen Stellen fühle ich mich ertappt. Sehr gelungen auch die leicht naiv klingenden Strophen im Kontrast zum kraftvollen Refrain. Auch Perfekte Welt lebt von seinen sehr einprägsamen Sätzen. Es ist ein Aufbegehren gegen die immer seelenlosere Welt der Unterhaltung, in der sich immer weniger Zeit für gute Literatur genommen wird und nur noch beliebig austauschbare Künstler gepusht werden.

Nachdem mit Risen ein erneuter Ausflug in den Dark Metal unternommen wird, kommt mit Rette mich der Song, mit dem ich mich zunächst sehr schwer getan habe. Das liegt definitiv nicht an dem dialogartigen Gesang zwischen Ela und Dave Esser, sondern eher an der nicht so leicht zugänglichen Sprache. Sehr genial allerdings, wie der Song sich zum Ende hin abrupt aufbäumt.

Zwei Bonustracks sind auf diesem Album zu hören. Der erste, Du nicht, ist die deutsche Version von Wake Up, und ich weiß immer noch nicht, ob das nun ein trauriger Song ist oder einer, der Hoffnung macht. Mit dem zweiten Bonustrack Ich bereue nichts erklingt dann auch schon der letzte Song. Hierbei handelt es sich um die deutsche Version von Fireborn. So wie das Album mit Dark Metal angefangen hat, hört es also auch auf.

Fazit: Ich habe ja auch schon Künstler dafür kritisiert, dass sie auf ihren Alben zu viele unterschiedliche Stile abbilden wollten, was meistens einfach nicht funktioniert, da es sogar mich als relativ aufgeschlossenen Hörer oft überfordert. Was Dave Esser hier anders bzw. richtig macht, weiß ich nicht. Ich nehme ihm aber jedes einzelne Lied ab, und im Grunde sind es ja auch "nur" drei unterschiedliche Wege, die er hier beschreitet. Bei mir läuft die Scheibe jedenfalls auch nach knapp einem Monat immer noch auf Dauerrotation.

Anspieltipps: alles
Heike L.
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