Disastroid – Mortal Fools

Wütender Noise/Sludge Bastard

Artist: Disastroid

Herkunft: San Francisco, USA

Album: Mortal Fools

Spiellänge: 43:43 Minuten

Genre: Noise Rock, Sludge, Grunge

Release: 14.02.2020

Label: Heavy Psych Sounds Records

Link: https://www.facebook.com/pg/disastroid/about/?ref=page_internal

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Enver Koneya
Bass – Travis Williams
Schlagzeug – Braden McGaw

Tracklist:

  1. 8hr Parking
  2.  Hopeless
  3.  Mortal Fools
  4. The Crewser
  5. Reset
  6. Bilge
  7. Insect Mind
  8. Deep Well
  9. Space Rodent

Disastroid kommen von der Bay Area, USA. Disastroid haben so gar nichts mit der bekannten (Thrash) Bay Area Mucke zu tun. Disastroid sind ein räudiger Noise Rock/Sludge/Grunge Bastard. So kracht es beim neuen Werk Mortal Fools gewaltig aus den Boxen.
Bereits seit einem Jahrzehnt serviert die Band aus der Bay Area ihren Fans fetten fuzzigen mit Grunge und Sludge angereicherten Rock. Schwere Riffs treffen auf seltsame Taktarten und werden mit verschwommenen Fuzz-Wänden verwebt.

Bereits mit ihren vorhergehenden Alben Life Or Death (2009), Money And Guilt (2012), vor allem aber mit Missiles (2014) und Screen (2017) mischten sie die Szene der Bay Area auf. Nun also mit Mortal Fools ihr erstes Album beim italienischen Stoner/Doom/Sludge Label Heavy Psych Sounds Records, welches am 14.02.2020 erschienen ist. Bei Heavy Psych Sounds Records sind die Amerikaner sehr gut aufgehoben, denn das Label spendet ihnen (wie ihren anderen vorzüglichen Bands auch) das Album nicht nur auf CD, sondern auch auf Vinyl.
Die Fans können sich neben einer schwarzen Vinylausgabe auf folgende limitierte Ausgaben freuen: Testpress (20 Stück), ultra LTD half-half yellow / orange Vinyl (250 Stück) und LTD cherry Vinyl (350 Stück).

Mortol Fools ist voller Wut der Grunge Generation, verrückt, abgehoben und einfach nur noisig kirre.

Wie man acht Stunden Parken kann und dabei mit Gewalt alles kaputt dreschen kann, offenbart der Opener 8hr Parking. Hier zeigt die Band bereits das volle Package.
Dabei wirkt der Song schwer und drückend durch die Rhythmusfraktion, während Sänger Enver Koneya mit seiner Stimme dem Ding eine gewisse Aggressivität gibt.

Mit Hopeless kommt eine doomige Struktur in das Album. Der Name des Songs ist selbst bezeichnend. Alleine die Gitarre darf für einen kurzen Moment in der Mitte des Songs einmal ausbrechen. In Mortal Fools will das Trio uns mit schrillen noisigen Gitarren zum Einstieg verprellen, bevor es mit voller Wucht wütend in die nächste Runde geht. Die sonst helle Stimme von Enver Koneya zeigt, dass sie auch mal tiefer kann. Ein noisiger Soundwall richtet sich auf, macht den Song aggressiv, hält ihn trotzdem irgendwie eingängig, so wie wir das noch aus Grungezeiten kennen. Am Ende des Songs erfolgt sogar ein plötzlicher und auch unverhoffter Rhythmuswechsel.

Sehr heavy und schwer wälzt sich The Crewser dahin. Der Bass klatscht dir unaufhörlich auf die Wangen, während die Gitarre ihre eigenen Spielchen vollzieht. In dem Song liegt eine ungeheure Wucht, wie in einem Punchball. Auch hier natürlich der wieder erwartete Bruch im Rhythmus, bevor es dann mit noch mehr Wucht in die Endrunde geht.

Boah puscht das Ding einen einmal auf. Da muss man doch den Resetknopf ziehen. Jawoll, aber ganz anders als gedacht. Reset ist dann auch anders als gedacht, schleudert jedoch wieder mit aller Macht die Akkorde dem Hörer an die Birne.

Ehrlicherweise kann ich mich vor Begeisterung vor diesen (Dis) Astroid, der gerade auf die Erde einschlägt, überhaupt nicht mehr einkriegen. Das Ding hat dir einfach nur die Rübe weg. Dreckig, räudig und unberechenbar. Massiv, druckvoll und überhaupt nicht mehr aufzuhalten. Überhaupt nicht kalkulierbar, manchmal unsinnig, wie Bilge es im Titel schon verrät.

Ganz irre noisig wird es bei Insect Mind. Die Birne steht einfach kurz vor dem Zerbersten. Kafkaesk wird es jetzt. Bin ich der Käfer, der zu mir spricht? Oder sind es Primus? Deep Well hat für mich dann auch einen Hauch Primus. Auf jeden Fall eine irre verrückte Nummer. Hier passt einfach alles, was auseinandergeht. Bassläufe, die schräge Gitarre und der außergewöhnliche Gesang, der sich um einiges zu dem unterscheidet, was ich bisher hier vernommen habe.

Als Rausschmeißer wird dem Disastroid sogar noch ein Weltraumnagetier mit Space Rodent aufgesetzt, was die Platte zu guter Letzt dann Sludge/Noisemäßig on top herauskatapultiert!

Disastroid – Mortal Fools
Fazit
Disastroid bringen mit Mortal Fools ein außergewöhnliches Werk auf den Markt, nicht nur für die sterblichen Dummköpfe unter euch. Mortal Fools ist dermaßen abgefahren und verbindet Heavy Rock, Sludge, Doom, Post Metal und Noise auf eine außergewöhnliche und verrückte Weise, sodass das Ding einem nur die Rübe abreißt. Das Album ist jedoch absolut nicht zum nebenbeihören. Da muss man schon intensiv hinhören, wobei dann natürlich die Gefahr besteht, dass man komplett kirre wird. Auf jeden Fall ist es eine Explosion für die Sinne! Der (Dis)Astroid hat eingeschlagen.

Anspieltipps: Hopeless, Thre Crewser, Insect Mine und Deep Well
Juergen S.
9.7
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