Drawn And Quartered – Congregation Pestilence

Willkommen im Zeitalter der Ungewissheit

Artist: Drawn And Quartered

Herkunft: USA

Album: Congregation Pestilence

Spiellänge: 38:16 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 02.07.2021

Label: Krucyator Productions

Link: https://krucyator.bandcamp.com/album/congregation-pestilence

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre – Herb Burke
Gitarre – Kelly Kuciemba
Schlagzeug – Simon Dorfman

Tracklist:

  1. Death’s Disciple
  2. Age Of Ignorance
  3. Oblivion Pilgrimage
  4. Proliferation Of Disease
  5. Dispensation (Rise Of The Antichrist)
  6. Six Devils (Trepanation)
  7. Carnage Atrocity
  8. Rotting Abomination (The Cleansing)
  9. Congregation Pestilence

Drawn And Quartered aus Seattle wühlen jetzt auch schon seit Jahrzehnten im Underground herum, ohne wirklich irgendwie großartig Erfolg zu haben. 1992 startete man als Plague Bearer und nannte sich 1994 dann um. Zwei Demos schmiss man unter das Volk und brachte dann im Jahre 1999 das Debüt namens To Kill Is Human raus. Von 2003 bis 2007 war man recht fleißig und es folgten die Alben zwei bis fünf. Dann wurde es ein wenig ruhiger und es dauerte bis zum Kalenderjahr 2012, bis Feeding Hell’s Furnace erschien. Weitere sechs Jahre musst der geneigte Zuhörer warten, um in den Genuss der Klänge von The One Who Lurks zu kommen und nun machte man sich auf den Weg, um das achte Album einzuhämmern.

Tja, und was will man erwarten und hoffen, wenn eine Band bereits in den Neunzigern aktiv war, Death Metal zockt und aus den Staaten stammt? Death’s Disciple, der Opener, bietet eben genau das. Feinstes Old School Geballer, irgendwo zwischen Cannibal Corpse und Immolation und wenn es richtig düster wird  – und das wird es – erinnern sie an Incantation. Die ersten Töne machen schon Bock, Bock auf eine ordentliche Portion Death Metal der alten Schule. Für so etwas bin ich immer zu haben. Kurze, aber intensive Vorspieler, düsteres Growling, düsteres Gesamtkonzept. Dann ab ins Uptempo mit altlastigem und hängenbleibendem Riffing. Diese Kombination aus dem Riffing, der dunklen Grundstimmung und der Gesangsleistung erinnert mich schon stark an Incantation, und dies ist eine positive Aussage. Die Burschen zocken nicht nach, sondern haben ihre eigene Vorstellung von der alten Schule. Schnell und düster, auf den Punkt kommend, mit einer herrlichen, düsteren Melodie, wenn man so will. Nach einem Break gibt es zwei verschiedene und recht lange Vorspieler und man geht schon beinahe in doomige Gefilde. Kommt sehr geil, zumal diese nervenzerstörende Melodie wieder zum Einsatz kommt und die Doublebass dazu agiert. Klingt sehr heftig. Das Tempo wird dann wieder ganz herausgenommen und danach der Part wieder mit der Doubelbass verhauen und so trudelt man so langsam aus.

Dass sie auch schnell am Griffbrett sind, merkt man schon nach einigen Sekunden von Age Of Ignorance. Voll auf die zwölf. Auch hier überzeugen sie mit dem Riffing. Hier und da ein paar Obertöne. Druckvoll im Midtempo, so wie Immolation es gerne mögen. Ja, kommt auch fett. Ein hypnotisches Riff wird immer mit eingebaut und der Part in verschiedenen Tempi vorgetragen.

Teilweise klingt das zwar nach Chaos, aber das ist gewollt und so endet man mit dem hypnotischen Riff.

Solch einen ähnlichen Part, aber wesentlich breiter gefächert, gibt es auch zu Beginn von Oblivion Pilgrimage zu hören. Dieses zieht sich durch den ganzen Song, der recht kurz gehalten ist und wiederum ein wenig nach Immolation klingt.

Die totale Zerstörungswut hört man dann bei Proliferation Of Disease. Von der ersten Sekunde an geht es im Uptempo ohne Motorrad auf die Route 66 und an einen Zwischenstopp ist erst gar nicht zu denken. Lediglich dieses eingefügte Solo finde ich sehr merkwürdig. Ansonsten überzeugt mich der Song mit der totalen Brutalität, dem Riffing und dem abwechslungsreichen Drumming. Am Ende nimmt man das Tempo wieder raus und groovt sehr druckvoll. Dazu verwendet man ein sehr verspieltes Riffing, kommt aber jederzeit zum Punkt. Dieses kann man so nicht stehenlassen, also gibt man noch einmal so richtig Gummi und zockte den groovigen Midtempopart am Ende noch einmal. Funktioniert. Am Ende noch einmal die volle Attacke. Nach fünf Minuten muss dann aber auch mal gut gewesen sein.

Wer sich mal wieder auf amerikanische Art und Weise so richtig vermöbeln lassen will, der ist bei der neuen Drawn And Quartered genau richtig. Es sind richtig fette Parts, wie z.B. der Doublebasspart am Anfang von Dispensation.

Ich habe nie verstanden, ähnlich wie bei Requiem, warum die Burschen nicht mehr Aufmerksamkeit erhalten haben. Das Material ist echt stark. Anchecken!

Drawn And Quartered – Congregation Pestilence
Fazit
Die Recken von Drawn And Quartered holen zum nächsten Schlag aus und bieten wieder richtig geilen Death Metal der alten Schule. Brutal, brachial und kompromisslos. Wer die Neunziger im Blut hat, sollte dieses spucken dürfen. Natürlich musikalisch umgesetzt.

Anspieltipps: Oblivion Pilgrimage und Proliferation Of Disease
Michael E.
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