Dust Bolt – Violent Demolition

“Thrash Metal wie er thrashiger nicht sein könnte“

Artist: Dust Bolt

Album: Violent Demolition

Spiellänge: 41:52 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 27.07.2012

Label: Napalm Records

Link: https://www.facebook.com/dustbolt

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Lenny B.
Schlagzeug – Nico R.
Bass, Hintergrundgesang – Bene M.
Gitarre – Flo D.

Tracklist:

  1. Opulence Contaminated
  2. Violent Abolition
  3. March Thru Pain
  4. Shattered By Reality
  5. Toxic Attack
  6. Into Madness
  7. When Thy Shall Come – Oblivion
  8. Pleasure On Illusion
  9. Deviance
Dust_Bolt_Violent_Demolition_Cover

Dust Bolt wurden im Jahre 2006 gegründet und haben vier Jahre später eine EP veröffentlicht, auf die in diesem Jahr ihr Debütalbum folgt: Violent Demolition. Die Gruppe gehört, wie viele Bands zur Zeit, vermutlich zu der „neuen“ Welle an Thrash Metal Bands, da, zumindest gefühlt, in letzter Zeit so viele Thrash Metal-Scheiben wie lange nicht mehr erscheinen, die zu allem Überfluss auch noch sehr oft sehr gut sind. Können Dust Bolt, die bei Napalm Records unter Vertrag stehen, einen guten Platz auf der Welle ergattern?

Wenn man diesem Bild folgt, haben sie auf jeden Fall gute Voraussetzungen: Dust Bolt spielen Bay Area Thrash Metal, also genau den Stil, der etwa Exodus oder natürlich auch Metallica eine Menge bzw. extrem viel Aufmerksamkeit brachte, bzw. bringt, wobei vor allem Letztere gerade das Experiment, wie man möglichst schnell möglichst viel Ansehen abbauen kann, erfolgreich durchführen. Aber solange Ulrichs goldenes Haifischbecken nicht in Gefahr ist…
Ich schweife ab, was diesen Stil ausmacht, sind oft ausufernd lange Lieder, Dust Bolt bewegen sich wohl fast immer im 5-Minuten-Bereich. Der Sänger, der übrigens nicht klar singt, erinnert an heXen oder teilweise auch an Asphyx und verpasst der Musik einen kreatorischen Anstrich (schon der Albumname erinnert an eine sehr bekannte CD). Dust Bolt gehören zu den leider sehr wenigen Bands, die es schaffen, ein Album zu entwerfen, das wie aus einem Guss klingt: Man könnte die Lieder auch zu einem 41:52 Minuten langen Lied zusammenschneiden. Natürlich kann man die Lieder voneinander unterscheiden, aber es gibt weder Ausbrecher nach oben noch nach unten.

Das Problem, das ich mit der CD habe, sind die leider zu seltenen, wirklich interessanten Passagen. Es ist natürlich meckern auf hohem Niveau, da sowohl spielerisch als auch produktionstechnisch alles im grünen Bereich ist, aber für mich fehlt die eigene Handschrift, mit der ich die Lieder direkt Dust Bolt zuordnen kann. Natürlich weiß ich, dass das Hauptziel der Band ist, Thrash Metal zu spielen und so begrüßenswert ich den Ansatz auch finden mag, mir ist ein gewisser individueller Gestaltungsansatz sehr wichtig und der ist leider nicht gegeben.

Fazit: Dust Bolt gehören für mich zu den schwieriger zu bewertenden Bands. Auf der einen Seite haben wir mehr als nur soliden Thrash Metal, der super in jedes Thrash Metal-Billing reinpasst, auf der anderen Seite kennt man diesmal wirklich schon alles irgendwoher. Die CD ist sowohl für Personen, die mit Thrash Metal bisher noch gar nichts zu tun hatten als auch für Hardcore Thrash Metal-Fans, die immer auf der Suche nach neuem Stoff sind, sehr gut geeignet. Wenn die Nachfolger-CD eigenständiger wird, kann ich mir gut vorstellen, dass die Jungens bei Konzerten weit nach oben rücken werden! Anspieltipp: March Thru Pain
Gordon E.
7
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