Artist: Necrotic Woods

Herkunft: Lemgo, Germany

Genre: Black Metal

Links: https://de-de.facebook.com/necroticwoods/

Label: Bret Hard Records

Bandmitglieder:

Gesang – Thorn
Gitarre – Nachzehrer
Gitarre – Brew
Bassgitarre – Spitt
Schlagzeug – VLeech

Time For Metal / Manuel B.:
Danke, dass ihr euch bereit erklärt habt, mir ein paar Fragen zu beantworten. Zum Reinkommen vermutlich die Standardfrage schlechthin, allerdings interessiert es mich bei euch wirklich. Necrotic Woods, das ist ja ein klangvoller Name. Wie seid ihr auf diesen gekommen? Steckt dahinter eine Geschichte?

Necrotic Woods / Thorn:
Hey Manuel, sehr gerne! Der Bandname entstand an einem feucht-fröhlichen Abend im Höxteraner Felsenkeller. Bevor der abgebrannt ist, war das die Adresse in unserer Gegend, was Metal- und Rockpartys anging. Nachzehrer und ich hatten schon einiges intus und wir grübelten ein paar Stunden, weiter trinkend, vor uns hin. Irgendwann war der Bandname dann plötzlich da. Ich glaube ich meinte, dass irgendwas mit Woods gut wäre und Nachzehrer meinte dann: „Ja! Necrotic Woods!“ Etwas schemenhaft sind die Erinnerungen an die Nacht aber schon…

Time For Metal / Manuel B.:
Mir persönlich fällt es schwer euren Stil zu beschreiben, ich höre neben dem Black Metal auch Death und Thrash Elemente heraus. Wie definiert ihr eure Musik?

Necrotic Woods / Spitt:
Man kommt schnell zu solchen Genrebeschreibungen, weil es natürlich einfacher ist, in Schubladen zu denken. Für mich schreiben wir eigentlich genau die Musik, die ich selbst gern hören würde. Black Metal ist da wohl der passendste Begriff, aber die Einflüsse sind vielfältig und reichen von Obengenannten in meinen Augen (oder eher Ohren) bis hin zu Rock ’n‘ Roll oder Punk. Eine eindeutige Definition halte ich aber für schwierig. Ich finde es in Ordnung, dabei nicht nur ein Genre zu bedienen. Abwechslung muss sein.

Time For Metal / Manuel B.:
Habt ihr musikalische Vorbilder? Wenn ja, inwiefern haben sie die Musik von Necrotic Woods geprägt?

Necrotic Woods / Spitt:
Alle von uns haben verschiedene musikalische Vorgeschichten und Vorlieben. Das reicht von Metal über Klassik bis Popmusik. Gerade das finde ich spannend – diese ganzen Einflüsse jedes Einzelnen zu nehmen und sie zu etwas Neuem, Räudigen, Dreckigen und Dunklen zu verarbeiten.

Necrotic Woods / Thorn:
So sehe ich das auch! Mein Musikgeschmack ist auch sehr umfangreich. Von frühem Rock der Sechziger über Achtziger-Metal (Priest, Helloween, Elder Steel und, und, und…), poppigen und punkigen Sachen bis hin zu Black Metal ist da so einiges vertreten. Die Lyrics zu einem neuen Song z.B. schrieb ich, während ich etwas von Lana Del Rey auf Endlosschleife hörte. Inspiration ist alles! (Der Text, der dabei rauskam, ist echt schön, aber auch pervers und eklig…)

Time For Metal / Manuel B.:
Wahrscheinlich habt ihr auch etwas von der Debatte um die Streamingdienste wie z.B. Spotify oder iTunes mitbekommen. Manche sehen diese als Gefahr für kleinere Bands, da deren Musik weniger gekauft wird, andere wiederum meinen, dass es eine gute Möglichkeit ist, in diverse Musikgruppen reinzuhören und letztendlich nur die durch den Kauf einer CD zu unterstützen, die dem Hörer wirklich gefällt. Wie steht ihr dazu? Habt ihr innerhalb der Band unterschiedliche Ansichten zu diesem Thema?

Necrotic Woods / Spitt:
Ich bin da selbst geteilter Meinung. Natürlich machen die neuen Vertriebswege es einfacher, seine Musik an den Mann zu bringen und möglicherweise für mehr Absatz zu sorgen. Reichweite ist ja heute fast alles. Für Bands, die tatsächlich auf Plattenverkäufe angewiesen sind, ist die Lage allerdings auch schwieriger geworden. Das kann man den Bands nicht vorwerfen, sondern in meinen Augen eher der Musikindustrie, die den Strukturwandel seit Jahren oder fast schon Jahrzehnten verpennt hat. In unserer Lage als Nicht-Superstars kann man mit der Situation aber noch ganz gut umgehen.

Time For Metal / Manuel B.:
Eure Band existiert bereits seit 2004, ihr habt bisher allerdings bisher erst zwei Alben herausgebracht – woran liegt das?

Necrotic Woods / Spitt:
Ich bin zu spät in die Band eingestiegen, um das beurteilen zu können.

Necrotic Woods / Thorn:
Ca. eineinhalb Jahre nach Erscheinen unseres Debüts Exaltation Of Death verließ unser damaliger Drummer Trist die Band. Da wir auch bei ihm unseren Proberaum hatten, standen wir also ohne Drummer und Proberaum da, und die Band lag ca. ein Jahr auf Eis. Anfang 2010 kam Leech als neuer Drummer dazu, ein Proberaum war aber immer noch nicht gefunden. Anfang 2011 kamen wir dann als Untermieter im Proberaum einer befreundeten Band unter, fingen langsam wieder an alte Songs zu proben. Im selben Jahr stieß Spitt als neuer (sogar als erster fester) Bassist dazu und es folgte der erste Gig in neuer Besetzung auf dem Paderborner Metal Inferno Festival. Kurz darauf begannen wir mit den Arbeiten an The Nameless Dark, welche ein paar Jahre in Anspruch nahmen. Fertig aufgenommen war das zweite Album dann bereits 2014 und wurde ein Jahr später über Bret Hard Records veröffentlicht. Somit waren also sieben Jahre ins Land gezogen, aber ich denke, das hat uns und unserer Musik nicht geschadet, ganz im Gegenteil, ich denke, wir sind daran gewachsen. The Nameless Dark ist das brachiale, dystopische Ergebnis dieser Durststrecke und konnte bei euch sogar sehr erfreuliche 9/10 Punkten in der Bewertung einheimsen. Im Juli beginnen wir übrigens mit den Aufnahmen für unser nächstes Album. Es wird pervers und blutig, aber wir wollen noch nicht zu viel verraten…

Time For Metal / Manuel B.:
Bei wem von euch trefft ihr euch, um neue Lieder zu kreieren? Habt ihr so etwas wie einen Proberaum?

Necrotic Woods / Spitt:
Wir haben einen Proberaum, ja. Das Songwriting fängt im Prinzip bei jedem Zuhause, privat an. Wir fangen an, Riffs zu komponieren oder ganze Parts zu kreieren. Normalerweise bringen wir das Material dann mit in den Proberaum und setzen die Arbeit daran gemeinsam fort; wir setzen zusammen und entwickeln Ideen weiter. Es kommt vor, dass gewisse Songs einen stärkeren Einfluss von einzelnen von uns haben. Da sind aber alle mit einverstanden, solange jeder seinen Segen gibt. Die Zusammenarbeit ist wirklich angenehm – gleichberechtigt und kreativ.

Necrotic Woods / Thorn:
Oft läuft es so, dass ich schon einige Texte in der Hinterhand habe, wenn wir beginnen neue Songs zu schreiben. Wenn die Jungs dann mit neuen Riffs um die Ecke kommen, kehre ich in mich und überlege, was wohl, textlich, am ehesten in die Atmosphäre der Riffs passt.

Der fertige Text wird dann oft noch etwas angepasst, oder eben die Riffs und Abfolgen.

Time For Metal / Manuel B.:
Bitte vervollständigt folgenden Satz: Unsere Musik ist für uns…

Necrotic Woods / Spitt:
…ein blutverschmierter Schlag in das eklige Gesicht der verkommenen Menschheit auf diesem gottlosen Planeten.

Necrotic Woods / Thorn:
Ich denke, das sehen wir wohl alle so!

Time For Metal / Manuel B.:
Als Letztes : An welchem Ort würdet ihr gerne einmal eine Show spielen?

Necrotic Woods / Spitt:
Eine große Open-Air-Bühne wäre schon der Hammer. Ich persönlich fände das Party.San Open Air perfekt – wir sind alle große Fans! Ich hoffe, die rufen mal an! Hehehe.

Necrotic Woods / Thorn:
Da kann ich Spitt nur zustimmen. Ist auch mein absolutes Lieblingsfestival. Ich persönlich fände auch das Graspop Metal Meeting in Belgien sehr geil. Davon ab gibt es aber auch sehr viele kleinere Festivals und Open Airs, auf denen wir gerne mal dabei wären. Eins, bei dem wir bald dabei sind, ist am 30. Juni das Hole In The Sun in Kassel, bei dem wir den Abend für Blaze Of Perdition, LVTHN und Thyrgrim eröffnen werden. Starkes Underground-Festival! Pflichtprogramm!

Hier geht es zu dem neuesten Musikvideo der Black Metaller:

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