FarCry – Balance

Retro-Feeling im 80er US-Style

Artist: FarCry

Herkunft: USA

Album: Balance

Spiellänge: 44:47 Minuten

Genre: AOR, Hard Rock, Melodic Rock, Glam Rock

Release: 30.04.2021

Label: AOR Heaven

Link: https://www.facebook.com/FarCryBand

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Bob Malone
Gitarre – Pete Fry
Gitarre – Jon Giesler
Bass – Leo Sabatino
Schlagzeug – Rich Yaniro

Tracklist:

1. Balance
2. Stay Away
3. Ill Find The Way
4. I Am Your Man
5. Reaper
6. Broken Dreams
7. Long Distance Love Affair
8. Mr. Destiny
9. Chasing Rainbow
10. Redemption

Die amerikanische Formation FarCry aus dem Nord-Osten der USA ist in unseren Breiten bisher noch nicht in größerem Maße mit ihren Veröffentlichungen aufgefallen. So ist es uns natürlich ein Bedürfnis, dies hier und heute zu ändern und die Arbeit der fünf Herren aus den USA einmal genauer zu beleuchten.

Mit Balance warten die Musiker nach den Scheiben High Gear und Optimism bereits mit ihrem dritten Album auf, welches am 30.04.2021 unter der Fahne von AOR Heaven das klangliche Licht der Welt erblicken soll. Natürlich wollen wir wissen, wer die fünf Mannen rund um Frontmann Bob Malone eigentlich sind? Eines wird definitiv bereits bei den ersten Tönen des Titelsongs Balance sehr deutlich! FarCry finden ihre Wurzeln im klassischen AOR, bzw. Hard Rock der 80er-Jahre und suhlen sich in diesem musikalischen Umfeld wie ein glücklicher Elefant in seiner Matschpfütze. Genau diese Linie setzt sich über alle Songs der gesamten Produktion fort und das konsequent, so viel sei bereits im Vorfeld verraten!

Die Band hatte seit ihrer Gründung und den ersten Veröffentlichungen bereits zahlreiche Opener-Auftritte für Größen wie Vince Neil (Mötley Crue), Dokken, Bret Michaels (Poison), Lita Ford, Danger Danger und Skid Row sowie für viele andere Akteure, was von Haus aus, alleine schon durch die Anzahl dieser Namen, eine mächtig große Visitenkarte darstellt! Werden sie dieser gerecht? Mal sehen, schauen wir genauer hin! Warum sind uns also die Gesellen des „fernen Rufes“ bisher dann noch nicht in diesem Maße bei uns in Germany ins Gehör gekrochen? Die Frage beantwortet sich für mich verhältnismäßig einfach! Die sehr gut produzierten, glatten Nummern, welche allesamt auch in den einschlägigen Westcoast Radiostationen und natürlich in unseren Breiten auf den bekannten Rocksendern gespielt werden könnten, sind zwar sehr gefällig, lassen aber den letzten zündenden Ohrwurm-Funken leider vermissen. Vergleiche mit Bands wie AOR, Newman, FM, Warrant, Danger Danger, Honeymoon Suite und anderen früheren und aktuellen Bands dieser Ära fallen mir sofort ein, jedoch fehlt mir hier der letzte Kick, der FarCry zu einer Größe aufsteigen lassen würde, die international mehr Erfolg erzielen könnte.

Songs, wie zum Beispiel das einfühlsame Ill Find The Way, oder auch das melancholische Broken Dreams sind gut gelungen und fänden in einem Soundtrack oder während der Fahrt zur Arbeit im Autoradio sicherlich das richtige Zielpublikum, doch so ganz kann mich die Qualität der Stücke dann doch nicht überzeugen.

Rob Malones Stimme kommt zielgerichtet und zugeschnitten auf das Songmaterial daher, ist aber gesanglicher, sehr guter Durchschnitt, der in diesem Metier an vielen Stellen gefunden werden kann. Es sei deutlich gesagt, dass der Genuss von Balance Spaß macht und Kurzweil bereitet, aber mehr auch nicht. Wenn man von klassischer AOR-Mucke spricht, so können FarCry ihren schulmeisterlichen Anteil in einer imaginären Lehrstunde dazu beitragen, jedoch werden sie voraussichtlich nicht zu den großen Namen dieses Genres zählen. Ich persönlich bin neugierig, von der Band in den nächsten Jahren noch mehr zu hören und mich vielleicht auch von deren Live-Qualitäten auf einem Festival oder als Opener für den einen oder anderen namhaften Act überzeugen zu lassen. Alles in allem sind FarCry mit Balance ein weiterer Baustein im komplexen Gebilde unserer Rockmusik und halten deren Fahne hoch. Auf jeden Fall danke dafür!

FarCry – Balance
Fazit
FarCry sind eine reinrassige AOR und Melodic Rock Band aus dem Herzen des Mutterlandes dieser Musikrichtung, den USA. Mit gefälligen und hörenswerten Songs sowie sehr fähigen Musikern, verstehen es FarCry eine Dreiviertelstunde lang die Gefühle einer Cabrio-Fahrt, oder eines Bummels durch eine amerikanische Metropole zu vermitteln, aber eben als Begleitmusik und musikalischen Zeitvertreib, ohne allzuhohen Aufmerksamkeitsfaktor.

Anspieltipps: Balance und Broken Dreams
Stefan L.
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