Gaahls Wyrd und Tribulation + Support auf der Northern Ghost Tour 2019 am 07.03.2019 in Berlin

„Die Geister aus dem Norden, die wir riefen!“

Eventname:  Gaahls Wyrd und Tribulation – Northern Ghost Tour 2019

Headliner: Gaahls Wyrd und Tribulation

Vorband: Idle Hands, UADA

Ort: Berlin

Datum: 07.03.2019

Kosten: 25,00 € (VVK)

Genre: Black Metal

Veranstalter: Landstreicher Konzerte

Link:  https://www.facebook.com/?locale=de_DE

Liebhaber des dunkeldüsteren Black Metal Genres kommen dieses Jahr auf einen besonderen Konzertgenuss. Die dunkel-Metaler aus dem hohen Norden Gaahls Wird und Tribulation gehen zusammen auf Tour. Das Headliner-Duett macht Halt in dreizehn Städten, und weil dieses Line-Up noch nicht genug ist, haben sie noch die Jungs von Uada und Idle Hands in den Tourbus gepackt. Am 07.03. steht nun Berlin auf dem Plan und so öffnen sich die Türen des Bi Nuu am Schlesischen Tor für die schwärzesten aller Metal-Seelen.

Der Zeitplan ist straff und beginnt auch auf den Punkt mit Idle Hands. Die Band aus der Musikhochburg Portland stimmt die noch überschaubare Zuschauermenge ein. Es tönen, im Vergleich zu den anderen Interpreten des Abends, leichte metallische Töne, die doch in der Tiefe verschiedene Einflüsse herausklingen lassen. Ein bisschen Gothic, ein bisschen Post Punk mischt sich gekonnt unter. Eine Combo, die man im Auge behalten sollte.

Der Plan lässt die US-Amerikaner leider nach nur 30 Minuten die Bühne verlassen und alles wird für Uada vorbereitet. Uada – das sind vier Musiker, ebenfalls aus Portland stammend, die ihrer Namensbedeutung mehr als gerecht werden und somit hervorragend in die Nordern Ghost Tour passen. Uada, was soviel wie Spuken bedeutet, lassen selbst den Skeptischsten an eine Art Übernatürlichkeit glauben. In Kapuzen gehüllt und mit nur einigen hellen Strahlern im Hintergrund, bietet sich dem Zuschauer ein geisterhaft mysteriöses Schattenspiel, aus dem auch noch melodischstes Black Metal tönt. Das ist spannend anzuschauen, noch besser aber anzuhören. Ein wenig beklemmend, aber doch großartig mit Gänsehauteffekt. Nur fotografieren fällt hier definitiv schwer – außer, man mag Scherenschnitte.

Die Geisterstunde hält auch hier exakt 30 Minuten an und die mittlerweile stark angewachsene Menge vor der Bühne freut sich auf den ersten Headliner des Abends.

Viel muss man zu Gaahls Wyrd eigentlich nicht mehr sagen. Gegründet vom ehemaligen Gorgoroth und God Seed Frontmann Gaahl steht hier ein Vollblutmusiker auf der Bühne und das merkt man auch an der Show. Die Nordmänner haben Spaß an dem, was sie da tun, auch wenn die Black-Metal Mimiken vielleicht nicht vermuten lassen. Auffällig ist die Nähe zum Publikum. So wird während der Performance nicht nur Händchen gehalten, sondern auch das eine oder andere „Fangeschenk“ ausgetauscht. Die Menge tobt. Gaahl hat sie alle im Griff. Entspannt ruhig und erhaben bewegt er sich über die Bühne und bildet dadurch einen angenehmen Kontrast zu seinen heabangenden Bandkollegen. Nachdem die Setlist runter gespielt ist, verabschiedet er sich noch mit persönlichem Händedruck bei der ersten Reihe.

Es wird groß umgebaut und bald heißt es „Bühne frei“ für den letzten Punkt auf der Geistertour – Tribuation. Atmosphäre schaffen, das können die Schweden. Neben allerhand Nebelgedöns finden sich sogar Halterungen für Räucherstäbchen auf der Bühne wieder und verteilen einen Geruch, den man sonst nur aus dem spirituellen Gurushop um die Ecke kennt. Nun ja, darauf kann ich zwar verzichten, aber letztlich passt es doch zum Gesamtbild des Auftritts. Der ist nämlich, abgesehen vom gut gespielten Death Metal, vorwiegend theatralisch und geheimnisvoll. Das liegt überwiegend am androgynen Gitarristen, der in mehreren Lagen dunkelster Spitzenstoffe gehüllt über die Bühne „tanzt“ oder besser „schwebt“. Nett anzusehen, doch für mich ein wenig zu viel des „geisterhaft Guten“. Dem Publikum gefällt es aber und den roten Faden nimmt es allemal auf und so endet die Northern Ghost Tour nach 4,5 Stunden, hinterlässt einen wunderbar unheimlichen Grusel-Nachklang und lässt alle in die finstere Berliner Nacht zurück. Es lohnt sich, die nordischen Geister bald erneut zu rufen.

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