Gandharva Record Releaseshow am 19.05.2020 im Livestream aus dem Taubental bei Vollton und Licht

Eine Stunde mit saugeiler Musik


Eventname: Gandharva Record Releaseshow

Band: Gandharva

Ort: Livestream aus dem Taubental bei der Firma Vollton & Licht

Datum: 19.05.2020

Kosten: gratis

Genre: Progressive Rock, Stoner Rock

Veranstalter: Gandharva (https://www.facebook.com/gandharva.neuss/), Neuss Now (https://www.facebook.com/Neuss-Now-161759040509336/), Haus der Jugend Neuss (https://www.facebook.com/dashausneuss/) und Vollton & Licht GmbH (https://www.vollton.de)

Link: https://www.facebook.com/events/1320791018111038/

Setliste:

  1. Illusion
  2. Refuse
  3. Soul With Stitched Up Eyes
  4. From Man To Madness
  5. Heresy
  6. Arise
  7. Dark Matter

Man könnte wohl aktuell jeden Bericht zu einem Livestream mit dem Wort „eigentlich“ beginnen. Das trifft in diesem Fall für mich gleich doppelt zu. Eigentlich hatten Gandharva die Releaseshow für ihr Album Illusion bereits für den 02.05. geplant, und eigentlich hätte ich dort fotografiert. Hätte, hätte, Fahrradkette… Nun findet also die Releaseshow am 19.05. statt und wird live aus dem Taubental bei der Firma Vollton & Licht gestreamt. Der Stream startet pünktlich, und die vier haben sich so auf der Bühne platziert, dass die Abstandsregeln definitiv eingehalten werden. Sänger Falk mit der wohl obligatorischen Basecap und Sonnenbrille, und auch Drummer Adrian hat dieses Mal eine Sonnenbrille auf der Nase. Im Laufe des Streams stellt sich raus, dass das bei beiden durchaus Sinn macht, denn der Lichttechniker entlockt der sehr geilen Lichtanlage doch wirklich einige „special effects“, und ohne Sonnenbrille wären wahrscheinlich Falk und Adrian kurz vor blind. Die Saitenfraktion mit Max an der Gitarre und Sid am Bass steht weiter vorn, und so werden beide  überwiegend von den Scheinwerferstrahlen nur gestreift. An dieser Stelle schon mal meinerseits ein dickes Kompliment auch für die Kameraführung, die wirklich sehr abwechslungsreich – inklusive Zooms auf die einzelnen Bandmitglieder und auf Gitarre oder Bass – agiert. Auch der Ton präsentiert sich vom ersten bis zum letzten Augenblick glasklar.

Viele Worte hat Falk schon nicht gemacht, als ich Gandharva im November letzten Jahres in Moers live erleben durfte, und auch heute geht es direkt los mit dem ersten Song, es ist der Titeltrack des Albums Illusion.  Der ist zwar einer der „kürzeren“, kommt aber immer noch mit 7 Minuten Spielzeit um die Ecke. Ich kriege direkt schon wieder Wohlfühlgänsepelle, das ist ein Rundum-Wellnesspaket für jeden Progressive Rock-Fan, der auch einem mehr oder weniger ausgeprägten Stoner Rock-Einschlag nicht abgeneigt ist. Weiter geht’s mit Refuse, man nähert sich langsam der 8-Minuten-Marke, und nicht zum letzten Mal denke ich, dass Gandharva ein wenig so klingen, als wenn Tool ihre Songs mit ordentlich Stoner Rock gepimpt hätten. Dass Gandharva die Amerikaner mögen, kann man ja auch auf der Facebook-Seite unter „Künstler, die wir gut finden“ nachlesen. Danach ergreift Falk aber erst einmal das Wort und stellt fest, dass es natürlich ungewohnt ist „ohne Leute vor der Bühne“. Das Album Illusion gibt es in digitaler Form auf der Bandcamp-Seite von Gandharva, man kann aber auch ganz klassisch eine CD direkt bei der Band bestellen, dann würde sich, so Falk, die Brieftaube Sid auf den Weg machen. Auch Shirts sind noch vorhanden.

Weiter geht’s, Soul With Stitched Up Eyes kratzt dann wirklich ganz knapp an der 8-Minuten-Marke. From Man To Madness ist der längste Song auf Illusion, mit seinem fast schon doomigen Intro schlängelt er sich knapp 9 Minuten lang durch die Gehörgänge, und auch der Lichttechniker setzt wieder mal sein ganzes Können in die Tat um. Hier erinnern mich die Riffs von Max dann tatsächlich auch ein wenig an The Doors. Er präsentiert sich an seinem Instrument – auch in den stellenweise sehr langen Soli – aber dermaßen versiert und vielseitig, dass man im Grunde gar nicht dazu kommt, länger an irgendwelche anderen Bands zu denken. Das ist wahrhaft großartig, und ich möchte nichts verpassen.  Mit dem kürzesten Song von Illusion, Heresy, ist das Album dann komplett durchgespielt. Aber Gandharva haben ja nicht nur diese fünf Songs, weiter geht’s mit Arise. Der ist dann so lang – und wartet neben einem grandiosen, sehr psychedelischen Gitarrensolo auch mit so einer Art Break auf – dass ich tatsächlich denke, es sind zwei Songs. Nach einer knappen Stunde sagt Falk dann aber den letzten Song für heute an, Dark Matter nimmt uns zum letzten Mal mit auf eine Reise durch die ganz eigenen aber sich doch so wunderbar ergänzenden Welten von Progressive-, Alternative- und Stoner Rock.

Dann ist es schon Zeit sich zu verabschieden. Ich muss zum Ende noch einmal lachen, als nach den Danksagungen an alle Beteiligten noch einmal Falks Stimme aus dem Off ertönt. Er freut sich, dass nun endlich Wochenende ist und man das eine oder andere hopfenhaltige Kaltgetränk zu sich nehmen könne. Aber nein, es ist ja erst Dienstag! 😀

Das ist nun tatsächlich ein Vorteil der Livestreams: An- und Abreise, inklusive teilweise nerviger Parkplatzsuche, entfallen, und der Abend hat im Grunde gerade begonnen, wenn der Stream zu Ende ist. Das war auf jeden Fall eine richtig, richtig geile Show, die Gandharva mit Hilfe eines bestens aufgestellten Teams gespielt haben. Ich werde mir jetzt direkt noch das Bundle aus CD und Shirt bestellen. Die Jungs haben jeden Support verdient! Wer noch unschlüssig ist, sollte der Bandcamp-Seite von Gandharva (https://gandharvaneuss.bandcamp.com/album/illusion) mal einen Besuch abstatten und sich Illusion anhören. Auch mit dem Kauf der digitalen Version kann man ja die Band unterstützen.

 

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