Garden Of Sinners – The Promethean Act

Eher für Death Metal- als für Black Metal-Fans

Artist: Garden Of Sinners

Herkunft: Bielefeld, Deutschland

Album: The Promethean Act

Spiellänge: 38:16 Minuten

Genre: Blackened Death Metal, Death Metal, Black Metal

Release: 07.09.2019

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/GardenOfSinnersBand/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – J.R.
Gitarre – F.B. (Live-Musiker)
Bassgitarre und Backgroundgesang – A.S.
Schlagzeug – M.F.

Tracklist:

  1. Intro
  2. Invocation
  3. Obsidian Mountains
  4. March Through Ashes
  5. House Of God
  6. Sulphur
  7. The Promethean Act
  8. Mantra

 

Am 15.06. war ich für Time For Metal auf Einladung der Band Necrotic Woods im ROTTSTR5-THEATER in Bochum. Eigentlich hätte dort auch die Band Pestlegion spielen sollen, aber die mussten kurzfristig absagen, und so waren neben Necrotic Woods nur noch Garden Of Sinners am Start. Die Band gibt es erst seit dem Jahr 2017, ich habe sie in Bochum zum ersten Mal erleben dürfen und schon dort den Jungs das Versprechen abgenommen, dass sie mir den damals noch in der Mache befindlichen Silberling sofort zuschicken, wenn er fertig ist. Die Jungs haben Wort gehalten, danke dafür!

Während andere Bands ihren Intros auch Namen geben, belassen es Garden Of Sinners schlicht und ergreifend bei Intro. Wir werden mit einem Naturereignis in das Album geführt, das mich immer wieder fasziniert, nämlich einem Gewitter. Wem die Anrufung in Invocation dann gilt, bleibt mir verschlossen. Das bleibt mir auch der Song an sich zunächst einmal, sehr viele Tempowechsel bremsen den Fluss doch mächtig aus. Sehr cool allerdings der Effekt, auch mal die Kanäle für die beiden Gitarren zu trennen. Zum ersten und nicht zum letzten Mal schießt mir hier schon der Name Rotting Christ durchs Hirn…

Auch Obsidian Mountains wartet mit vielen Tempowechseln auf, wobei die zunächst einmal nur in eine Richtung gehen, nämlich in Richtung langsamer. In diese langsameren Parts haben Garden Of Sinners aber wunderbar eins der kleinen aber feinen Gitarrensoli eingebaut, die immer mal wieder über das Album verteilt in den Songs aufblitzen. In der letzten halben Minute greifen sie dann auch doch noch mal das Tempo vom Anfang des Songs auf.

Bei manchen Titeln könnte man fast sagen „Nomen Est Omen“, denn beim Tempo von March Through The Ashes braucht man nicht viel Fantasie, um sich eine große Truppe vorzustellen, die sich auf einem langen Marsch durch unwegsames Gelände befindet. Der endet dann im House Of God, das genauso sperrig daherkommt, wie Invocation. Vollkommen verwirrt bin ich dann, als ich nach etwas mehr als drei Minuten denke, der Song wäre schon zu Ende, obwohl ja im Player 4:43 Minuten stehen. Aber dann hört man Wind, der ein Windspiel in Bewegung setzt, ein Gong wird geschlagen, die Töne des Saiteninstruments klingen asiatisch. Vielleicht sollte ich mir mal die Texte besorgen, dann würde das vielleicht einen Sinn ergeben. Sulphur wabert anschließend in seinen doomigen Strophen tatsächlich wie Schwefeldampf aus den Boxen, der nur vom Black Metal-artigen Chorus vertrieben werden kann.

Hatte ich ja weiter oben schon mal den Namen Rotting Christ erwähnt, poppt der spätestens jetzt beim Titeltrack The Promethean Act wieder hoch. Die Griechen sind ja im Black Metal unterwegs, und jetzt wird es auch bei Garden Of Sinners eher schwarzmetallisch, gesprochene Beschwörungsformeln bei der Schwarzen Messe inklusive. Mein Highlight ist allerdings der letzte und längste Song des Albums, nämlich der Downtempo-Track Mantra. Bei diesen mantra-artig wiederholten Riffs und den immer wieder gesungenen Worten „I won’t forsake myself“ könnte man tatsächlich in Trance geraten. Das Gitarrensolo ist eins der krasseren, wildeste Verzerrungen setzen einen Kontrapunkt zur allgemein hypnotisierenden Wirkung.

Wer sich das alles gern auch mal live geben will, dem sei die Releaseshow am 07.09. im JZ Stricker in Bielefeld ans Herz gelegt.

Zu meinen Anspieltipps gibt’s leider keine Hörproben, also hier Sulphur:

Fazit
Ich bin ein wenig hin und her gerissen bei diesem wilden Genremix und vor allem auch bei den vielen Tempowechseln, die Garden Of Sinners dem Hörer hier kredenzen. Im Progressive Metal sind diese Wechsel ja Standard, und anders wäre schlecht. Während der etwas über 38 Minuten Spielzeit dieses Albums verliere ich allerdings tatsächlich des Öfteren mal den Faden, weil ich nicht verstehe, wo Garden Of Sinners hinwollen. Während der Show vor etwas über zwei Monaten in Bochum wurde das natürlich noch wunderbar in Szene gesetzt, und manches funktioniert tatsächlich live besser. Ich würde dieses Album aber eher Death- als Black Metal-Fans, oder halt wirklich allen, die diesen speziellen Crossover mit höherem Death Metal-Anteil mögen, empfehlen.

Anspieltipps: The Promethean Act und Mantra
Heike L.8
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8
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