Sonata Arctica – Talviyö

Es gab schon stärkere Momente

Artist: Sonata Arctica

Herkunft: Kemi, Finnland

Album: Talviyö

Spiellänge: 54:27 Minuten

Genre: Melodic Hard Rock

Release: 06.09.2019

Label: Nuclear Blast Records

Link: www.sonataarctica.info, www.facebook.de/sonataarctica, https://www.instagram.com/sonataarcticaofficial/

Produktion: Mikko Tegelman und Sonata Arctica im ‚Studio57‘, in Alaveteli, Finnland. Mix von Mikko Tegelman und Pasi Kauppinen. Mastering von Svante Forsbäck für Chartmakers.

Bandmitglieder:

Gesang, Keyboards – Tony Kakko
Gitarre – Elias Viljanen
Schlagzeug – Tommy Portimo
Keyboards – Henrik Klingenberg
Bassgitarre – Pasi Kauppinen

Tracklist:

  1. Message From The Sun
  2. Whirlwind
  3. Cold
  4. Storm The Armada
  5. The Last Of The Lambs
  6. Who Failed The Most
  7. Ismo’s Got Good Reactors (Instrumental)
  8. Demon’s Cage
  9. A Little Less Understanding
  10. The Raven Still Flies
  11. The Garden

Vor mir liegt das zwischenzeitlich zehnte Studioalbum der Finnen Sonata Arctica und trägt den Namen Talviyö. Winternacht, so die Übersetzung des Albumtitels, was meiner Meinung nach auch sehr schön im Coverartwork illustriert ist.

Eines vielleicht vorab, Sonata Arctica werden allgemeinhin gerne mit dem Begriff Power Metal in Verbindung gebracht, was meiner Meinung nach mit Talviyö nicht zutrifft. Neuestes und auch vorhergehende Werke der Finnen sind eher im melodischen Hard Rock anzusiedeln. Diese Feststellung ist zwar nicht wirklich wertvoll, vereinfacht allerdings die Orientierung.

Musikalisch erwartet uns deshalb nichts anderes, als schlichter und ehrlicher Hard Rock, der auf einem gewohnt hohen Niveau durchdachte Arrangements mit viel Fokus auf Melodie und harmonischen Songstrukturen bietet.

Sonata Arctica erzählen mit jedem Song ihre Geschichten, die musikalisch sehr präzise interpretiert sind. Egal welcher der elf Tracks auch immer gehört wird, bei allen wird gesteigerten Wert auf die Gleichberechtigung aller Musiker gelegt. Diese Art der Produktion trägt indes sehr zum transparenten und homogenen Gesamtmix bei.

Nach dem ersten Durchlauf konnte ich allerdings keine nennenswerten qualitativen Ausreißer wahrnehmen, weder nach unten oder nach oben. Will heißen, dass die Songs zwar durchaus gefällig, aber für mein Empfinden nicht dafür gedacht sind, um bei mir ein Feuerwerk an Begeisterung zu entfachen. Hier sind wir dann aber wieder mal im Bereich des eigenen persönlichen Geschmacks. Wenngleich der Opener Message From The Sun zunächst meine volle Aufmerksamkeit genießt. Gleiches gilt für Whirlwind, denn auch hier sind die rockigen Elemente im zügigen Midtempo tragend. Die Refrainmelodien werden mit mehrstimmigen Chören untermalt und so generiert man insgesamt mehr Volumen.

Nichtsdestotrotz blitzt die langjährige Erfahrung der Bandmitglieder immer wieder durch. Storm The Armada, Who Failed The Most oder auch A Little Less Understanding besitzen Seele innerhalb des Songwritings und sind vor allem instrumentell perfekt vorgetragen. Jene drei Lieder markieren für mich auch die stärksten Songs auf Talviyö. Die Musik von Sonata Arctica ist gewohnt Keyboard-lastig, was zu den Arrangements auch zwingend dazugehört. So setzen die dezenten Klaviertöne nicht selten Wiedererkennungsmerkmale. In Ismo’s Got Good Reactors wird uns zudem ein Instrumental geboten, welches über den Charakter eines charmanten Lückenfüllers allerdings nicht hinwegkommt.

In gewisser Hinsicht ist auffällig, dass in Summe beinahe jeder Song einen kurzen Einleiter braucht, der versucht Stimmung aufzubauen. Das Album besitzt zweifelsohne Atmosphäre, die es in der Tat vermag, eine gewisse Aufbruchstimmung zu erzeugen. Am prägnantesten ist dies im über sieben Minuten andauernden balladesken The Raven Still Flies zu hören. Einen solchen Aufbruch zu erzeugen, stellt eine exklusive Eigenschaft von Sonata Arctica dar. Das zarte Säuseln im gehauchten The Garden nimmt den Hörer zum Ende des Albums mit und lädt ein, seine Gedanken frei schweben zu lassen.

Talviyö erscheint am 06.09.2019 via Nuclear Blast und wird in folgenden Formaten erhältlich sein:

– CD/CD-Digipack
– 2LP (schwarz, blau, clear) Vinyl
– Box Set: CD-Digipack, 2LP Marbled Vinyl, Puzzle, Poster + Fotokarte

Fazit
Talviyö ist kein Hyperalbum und vermeintliche Hits sind dieses Mal nicht zu finden. Dennoch kann dieses Werk durchgängig angehört werden. Wie so oft bei etablierten Bands, kann ich mir vorstellen, dass die Fangemeinde von Sonata Arctica auch Talviyö ohne großen Argwohn konsumieren und feiern wird. Auf Grund der gehobenen musikalischen Niveaustabilität kann man hier von einem guten, vielleicht aber auch von einem nicht lupenrein gewachsenen Album sprechen. Abwechslung ist durchaus vorhanden, letztlich aber wirkt die Zusammenstellung gelegentlich indifferent.

Anspieltipps: Storm The Armada, Who Failed The Most und A Little Less Understanding
Peter H.7.7
Leser Bewertung2 Bewertungen3.8
7.7
Punkte

Kommentare

Kommentare

Weitere Beiträge
The Narrator – Dark Rails (EP)