Geoff Tate’s Operation : Mindcrime 30th Anniversary Show am 10.02.2018 im JUZ in Andernach

„Geoff Tate’s Operation : Mindcrime 30th Anniversary Show am 10.02.2018 im JUZ in Andernach“

Eventname: Geoff Tate’s Operation : Mindcrime 30th Anniversary Show

Headliner: Geoff Tate’s Operation : Mindcrime

Vorband(s): Till Death Do Us Part (Emily Tate)

Ort: JUZ Andernach, Stadionstr. 88, 56626 Andernach

Datum: 10.02.2018

Kosten: 25 € VK, 30 € AK

Genre: Progressive Metal, Gothic Metal, Modern Metal

Besucher: ca. 400

Veranstalter: A Chance For Metal (www.acfmf.de)

Link: http://juz-live-club.de/event/geoff-tates-operation-mindcrime-30th-anniversary-show/

Setlisten:


1. Watch Me Burn
2. Monster
3. Cannon Ball
4. Runaway
5. Blue Boy
6. We Killed Romance
7. Salt Water Taffy
8. Ink


1. I Remember Now
2. Anarchy-X
3. Revolution Calling
4. Operation Mindcrime
5. Speak
6. Spreading The Disease
7. The Mission
8. Suite Sister Mary
9. The Needle Lies
10. Electric Requiem
11. Breaking The Silence
12. I Don’t Believe In Love
13. Waiting For 22
14. My Empty Room
15. Eyes Of A Stranger
16. Empire
17. Silent Lucillity

Heute kommt also die große Progressive Metal Legende Geoff Tate nach Andernach und wird anlässlich der 30 jährigen Veröffentlichung des Queensryche Kult Klassiker Album Operation : Mindcrime dieses live im Kultclub im JUZ in Andernach zelebrieren.
Das Kultalbum der Progressive Metal Band Queenryche schlechthin. Veröffentlicht am 26.05.1988 gilt es als eins der überragenden und stilweisenden Alben des Progressive Metals schlechthin.

Geoff Tate, Gründungsmitglied, Sänger und Songwriter von Queensryche gehörte der Band bis 2012 an. Dann trennten sich die Wege von Queensryche und Geoff Tate. Anschließend war er mit seiner neuen Band unterwegs, die den Namen des Kultalbums Operation : Mindcrime trägt. Diese Band sollte eher als Projekt gesehen werden, da es hier zu einigen Umbesetzungen im Line-Up kam.

Beginn ist um 20:00 Uhr. Um 19:30 Uhr sind wir rechtzeitig da. Das JUZ ist schon einigermaßen gut gefüllt. Viele Bekannte treffe ich und wir sind gespannt auf den heutigen Abend. Im Vorfeld gibt es schon einige diverse Meinungen zu bisherigen Auftritten von Geoff Tate auf dieser Tour. Insgesamt ist der Altersdurchschnitt im Gegensatz zu den sonstigen Konzerten hier doch recht hoch. Ich will jetzt nicht verraten, wie hoch ich ihn schätze, aber er liegt doch auf der oberen Messlatte.

Im Vorfeld war die Frage, ob es einen Support geben wird. Durchgedrungen ist dann, dass es seine Tochter Emily mit ihrer Band Till Death Do Us Part sein wird.

Emily sehe ich dann bereits vor ihrem Gig am Merchstand. Fast pünktlich beginnen dann Emily und ihre Band die Show. Emily ist im passenden schwarzen Outfit zur Musik ihrer Band Till Death Do Us Part gekleidet. Dazu heben sich optisch extrem ihre rosafarbenen Haare ab. Irgendwie wieder Mangastile, hatte ich letzte Woche bei Arch Enemy schon bei der blauhaarigen Alissa gehabt. Hat schon was. Auf jeden Fall fallen die Mädels so auf.

Was die Band bietet, ist etwas in Richtung Gothic, gepaart mit Anleihen von Modern Metal. Ich finde es gar nicht so schlecht, was Emily und ihre Band auf der Bühne machen. Andere sehen das etwas anders. Naja aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Das Ganze hat natürlich keinen Wow Charakter, aber es unterhält doch einigermaßen. Die gesangliche Performance von Emily ist auch nicht übel, es wird zwar auch in diesem Genre Besseres geben, aber das Ganze kann man sich anhören und vor allem auch ansehen. Emily bewegt sich auch ganz gut zur Musik und die Show langweilt auf keinen Fall. Ein Problem ist natürlich, dass alle nur wegen ihres Vaters Geoff Tate hier sind und für diese Fraktion Emily nur Beiwerk ist. Da müssen jetzt aber die Fans und Emily durch. Emily macht das wirklich gut. Die Fans haben sich mittlerweile auf sie eingestellt. Dargeboten werden alle Songs ihres Album Detached. Dies aber in unterschiedlicher Reihenfolge. Das Outro der Show des heutigen Abends ist dann auch der Opener des Albums mit dem Titel Ink. Emily Tate und ihre drei Mitstreiter werden dann auch mit Applaus von der Bühne verabschiedet. Den haben sie sich auch verdient.

Nach der obligatorischen Umbauphase kommt dann der, den sie alle heute hier erwarten. Performt wird das komplette Queensryche Album Operation : Mindcrime. Also das richtungsweisende Album, auf dem Geoff Tate Sänger bei Queenryche war. Die Band beginnt mit dem Intro. Erstaunt stellen wir fest, dass der Gitarrist und der Bassist von der vorangegangenen Band Till Death Do Us Part ein Teil der Band ist. Die Band, die da oben spielt, hat im Übrigen nichts mit seiner Band Operation Mindcrime zu tun. Naja Geoff Tate hat wohl ein paar Musiker um sich gescharrt, die ihn bei seiner Show unterstützen. Wenn ich mal so durchhöre, sind die meisten sowieso wegen Geoff Tate hier und nicht wegen der Band. Also irgendwie schon eine Geoff Tate Show. In der Fachwelt wird der 1959 geborene Geoff Tate als einer der besten Sänger im Metal gehandelt. Da bin ich mal gespannt, ob er die Erwartungen der hier Anwesenden dann auch erfüllen kann.

Geoff Tate hat schon wirklich eine richtig gute Stimme. Sie ist klar und kraftvoll. Aber ob sie nun mehr als richtig gut ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Viele der Fans sind von der Performance angetan. Ich sehe Fans, die ein – ich sage es mal so – Luftmikrofon in der Hand haben und mitsingen. Ich würde es mal so ausdrücken. Luftgitarren kenne ich von Konzerten genügend. Luftmikrofone habe ich bis dato eigentlich noch nie gesehen. Es sind schon einige der Fans dabei Geoff Tate tatkräftig an ihrem jeweiligen Luftmikrofon zu unterstützen. Gerade bei Songs wie Revolution Calling, Breaking The Silence oder Eyes Of A Stranger machen die Fans entzückt mit. Ob es sich dabei um kabellose oder kabelgebundene Luftmikrofone handelt, vermag ich nicht zu beurteilen. Recht viele sind aufgrund der dargebotenen Gesangsleistung von Geoff Tate wirklich aus dem Häuschen, auch wenn es mich persönlich nicht so unbedingt umhaut. Vielleicht bin ich selbst durch meine häufigen Konzertbesuche etwas zu verwöhnt. Auch die Einschätzung unter den Fans ist da doch recht geteilt. Neben den vielen Begeisterten mischen sich auch einige kritische Stimmen, die meinen, dass die allzu hohen Tonlagen nicht mehr ganz geschafft und teilweise weggelassen werden. Ein so großer Queensryche Fan bin ich dann doch nicht, um dies beurteilen zu können.

Für mich ein wenig befremdlich ist, dass man ein Keyboard und sogar auch einen Keyboarder dabei hat, der aber überwiegend an der dritten Gitarre zu sehen und zu hören ist. Zudem werden eine Unmenge an Samples eingespielt. Also ich denke, wenn man ein Keyboard dabei hat, braucht man die Keys ja nun wirklich nicht einzuspielen. Einmal werden diese sogar zu früh eingespielt, sodass die Band nach wenigen Augenblicken noch mal von vorne anfangen muss.

Insgesamt vermittelt die Band, dass sie selbst Freude an der Show hat. Aber der Funke springt nicht so richtig auf alle Fans über. Bei den Fans gibt es eine gemischte Resonanz zwischen saugeil bis enttäuschend. Da gibt es dann doch wohl unterschiedliche Erwartungen und auch Eindrücke.

Den weiblichen Gesangsanteil, ursprünglich performed von Pamela Moore, übernimmt Tochter Emily. Das geht völlig in Ordnung. Nur ein winziges Detail stört hierbei: Emily hat eine blonde Langhaarperücke und versucht damit Pamela Moore zu imitieren. Hey Leute, das muss doch nicht sein. Ich finde, Emily mit ihren rosafarbenen Haaren sieht viel toller aus, als mit dieser blöden blonden Perücke. Hier werden bestimmt einige Fans sagen, dass die Aufmachung mit blonder Perücke authentischer ist. Ich würde es dann doch unter der Rubrik Affentheater einreihen.

Nach dem Outro des Albums Operation : Mindcrime gibt es noch zwei Songs vom Folgealbum Empire. Dann ist nach knappen 70 Minuten auch schon Schluss. So früh bin ich hier in Andernach bei einem Konzert noch nie rausgekommen.

Schon vor der Show konnten die Fans einen handgeschriebenen Zettel wahrnehmen, dass es heute möglich ist, Geoff Tate beim Meet and Greet zu sehen, ihm die Hand schütteln, ein Selfie machen und ein Autogramm dabei erhalten kann. Das ist ja recht großzügig. Leider will Geoff Tate schlappe 50 Euro dafür. Das ist dann auch wirklich überflüssig. Niemand nimmt dieses großzügige Angebot an. Emily sitzt wieder hinter dem Merchstand. Ich frage sie, wo denn der Vater ist und ob es denn möglich ist, ihn vielleicht noch zu treffen. Sie weiß nicht, wo er ist. Daher fragt sie ihren Freund, den Gitarristen beider Bands. Dieser sagt mir dann, Geoff sei schon im Hotel. Naja das hat er sich auch verdient. Er hat ja einiges an Tourstress und morgen steht er in Augsburg schon wieder auf der Bühne.

Fazit: Ein Konzerterlebnis mit sehr gemischten Eindrücken bei den Fans und auch bei mir. Das kann man sich ansehen und anhören, wobei die Show mich jetzt nicht unbedingt vom Hocker gerissen hat. Daher kann ich schon jetzt sagen, dass das Event nicht unbedingt zu meinen Highlights in diesem Jahr gehören wird, sondern eher unter ferner liefen.

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