Hammerfall – Dominion

Back To The Roots mit einem strammen Blick in die Zukunft

Artist: Hammerfall

Herkunft: Göteborg, Schweden

Album: Dominion

Spiellänge: 50:29 Minuten

Genre: Heavy Metal, Power Metal

Release: 16.08.2019

Label: Napalm Records

Link: http://www.hammerfall.net/

Bandmitglieder:

Gesang – Joacim Cans
Gitarre – Oscar Dronjak
Gitarre – Pontus Norgren
Bassgitarre – Fredrik Larsson
Schlagzeug – David Wallin

Tracklist:

  1. Never Forgive, Never Forget
  2. Dominion
  3. Testify
  4. One Against The World
  5. (We Make) Sweden Rock
  6. Second to One
  7. Scars Of A Generation
  8. Dead By Dawn
  9. Battleworn
  10. Bloodline
  11. Chain Of Command
  12. And Yet I Smile

Ein stetiger Heavy bzw. Power Metal-Wegbegleiter, die Schweden von Hammerfall, die seit 1993 ihr Unwesen nicht nur im nördlichsten Europa treiben. Die ersten vier Alben verschafften den Göteborgern einen rasanten Sprung an die Genrespitze, ihren Status dort zu behaupten viel den Jungs gar nicht einfach. Besetzungswechsel und ein paar nicht ganz prägnante Alben ließen den Verdacht nicht los, dass die Band ihren Zenit bereits am Anfang ihrer Karriere hatte. Spätestens mit (r)Evolution meldeten die Dauerbrenner Joacim Cans und Oscar Dronjak ihren Anspruch an die ganz großen Erfolge erneut an. Stark legten sie mit dem letzten Werk Built To Last vor drei Jahren nach, und in diesen Tagen darf Dominion beweisen, dass der Hammer auch mit dem elften Studioalbum noch krachend auf die Erde niederfallen kann. Der Weg ist da schnell ein spannendes Thema des Fünfergespanns. Back To The Roots heißt es einmal mehr. Warum nicht die glorreichen Glory To The Brave, Legacy Of Kings oder Renegade-Zutaten nutzen, die noch heute von der Fanschar gehuldigt werden? Der Schulterschluss in die Neunziger wird noch deutlicher gesucht als bei den letzten beiden Silberlingen. Trotzdem trampeln die Skandinavier nicht einfach wieder auf den Pfaden ihrer Anfänge. Gespickt mit Erfahrungen von über zwei Jahrzehnten schaffen sie es zusätzlich frische belebende Hammerfall-Strukturen zu integrieren und bleiben trotzdem dem alten Klassenzimmer treu.

Dann wollen wir mal starten. Never Forgive, Never Forget läuft langsam an, schiebt das gewohnte Drummig heraus, welches David Wallin erneut inne hat. Die Gitarren, Oscar Dronjak und Pontus Norgren, dürfen ihre Klasse andeuten. Der Opener gehört jedoch Joacim Cans, der gleich mit seiner einmaligen Stimme das Ruder herumreißen möchte. Den Kahn gleich hart am Wind geführt, machen die Backvocals Spaß und man bekommt das Feeling des echten unpolierten Heavy Metal aufs Auge gedrückt. Ganze ohne Gitarrenhöhepunkte geht der erste Brocken nicht ins Tal. Die Artworks haben ein eigenes Markenzeichen, Hector der Paladin und sechste Mann ziert seit dem Debüt die Alben. Heute steht er Feuer und Flamme, warum beweist der Titeltrack Dominion. Wuchtig mit wunderbaren kraftvollen Passagen gibt es viele Möglichkeiten das Haupthaar in Wallung zu bringen. Elektrisierend, das was Hammerfall immer erreichen wollen, schaffen sie es das ganze Album, durchgehend spannend zu gestalten. Der Beweis, dass alte Tugenden nicht aus den Augen gelassen werden dürfen. Nach dem Motto Never Change A Winning System gibt es gleich eine Handvoll Refrains, die sitzen. Wie einer meiner besten Freunde sagen würde: „Ein guter Heavy Metal Song braucht als erstes einen prägnanten Refrain, dazu ein paar Gitarrensoli, genug Platz zum Headbangen und als i-Tüpfelchen noch sättigende Backvocals.“ Alles lassen die Fünf geschickt einfließen. (We Make) Sweden Rock wurde witzig inszeniert und greift dem heimischen Open Air still und heimlich unter die Arme. Weitere Highlights Scars Of A Generation mit Legacy Of Kings Salven, Bloodline, der mehr als deutlich an die ersten Schritte erinnert, oder das emotionale Ende mit And Yet I Smile.

Hammerfall – Dominion
Fazit
Von den letzten beiden Alben würde ich persönlich (r)Evolution noch dem letzten Langeisen Built To Last vorziehen. Der Weg von Hammerfall ging jedoch weiter in die richtige Richtung, die mit Dominion den bisherigen Höhepunkt gefunden hat. Die erste vier Werke haben meine Jugend unheimlich geprägt, die Erinnerungen an diese Zeit kommt schnell wieder hoch. Ein Schritt zurück? Ja genau, ein deutlicher Sprung zurück aber, trotzdem nach vorne und genau das ist, es was große Formationen auszeichnen muss. Das ihre neuen Werke klingen wie alte Klassiker ohne diese zu covern und trotzdem noch eine kleine Brise frischen Wind dazu geben. Live seit Gründung immer ein Kracher. Dafür das die heimischen vier Wände nicht mehr zu kurz kommen, sorgt Dominion mit dem frechen Fingerzeig: Wir können es noch und stehen nicht ohne Grund als einer der imposantesten Heavy Metal-Ritter im Rampenlicht!

Anspieltipps: Dominion und And Yet I Smile
Rene W.
8.8
Leserwertung2 Bewertungen
8.8
Pro
Contra
8.8
Punkte
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