Helena Aleksandre’s – Angels Dont Sleep

Eigenwilliger Genremix aus Russland mit Liebe zu Ritchie Blackmore

Artist: Helena Aleksandre’s

Herkunft: Kostroma, Russland

Album: Angels Dont Sleep

Spiellänge: 33:00 Minuten

Genre: Folk Metal, Instrumental Rock, Progressive Rock

Release: 24.11.2020

Label: Sliptrick Records

Links: https://m.facebook.com/HelenaAleksandres

Bandmitglieder:

Gesang, Synthesizer – Vera Moore
Gitarre – Helena Aleksandre
Bass – Ekaterina Babkina
Klassische Gitarre – Stasy Short

Tracklist:

  1. I Killed My Fear
  2. Где же ты мой ангел (Where You My Angel)
  3. Tears Of Rain
  4. Tell Me For What
  5. Point Of Collection
  6. Polar Night
  7. You Can Find A Way
  8. Ангелы не спят (Angels Don’t Sleep)

Helena Aleksandre’s ist eine rein weibliche Band aus Russland. Gegründet als Trio im Jahre 2018 sind sie mittlerweile als Quartett unterwegs. Von vornherein standen Songs für das Debütalbum fest, das nun weltweit bei Sliptrick Records veröffentlicht werden soll. Zu den Einflüssen zählen Ritchie Blackmores Rainbow und Kipelov, eine russische Heavy Metal und Symphonic Metal Band.

Geschrieben hat das Album Helena Aleksandre, Sängerin Vera Moore hat einige Texte beigefügt. Das Album wurde von April bis Juli 2019 im Step Hatred Studio aufgenommen. Gemastert wurde das Album von Alex Gorshkov, dem Gitarristen der russischen Death Metal Band Barbarity, die ebenfalls aus Kostroma kommt.

Der Sound enthält Elemente aus Folk, Metal und progressivem Hardrock. Die Damen kommen dabei ohne klassisches Schlagzeug aus, was mich am Anfang etwas irritiert hat. Die hörbaren Rhythmuselemente kommen somit aus der Konserve. Es ist ein ungewöhnlicher Stil, den die Mädels da 300 Kilometer östlich Moskaus erschaffen haben. Es gibt epische Soli, akustische Parts und harte Momente. Veras Gesang und der Genre- und Stilmix erinnern mich doch mehr an Blackmore´s Night als an Rainbow. Auf jeden Fall ist die Liebe zu Ritchie Blackmores Gitarrenspiel sowohl in klassischen als auch in harten Parts unverkennbar.

Das Album ist mit acht Tracks und 33 Minuten nicht gerade üppig. Der Opener I Killed My Fear nimmt da mit fast sieben Minuten schon ein großes Stück weg. Where You My Angel ist komplett auf Russisch gesungen. Das tut dem Song aber nichts. Er lebt eh von den akustischen Parts. Tears Of Rain beginnt mit eingespieltem Gewitter und klassischer Gitarre. Es ist ein reiner instrumentaler, akustischer Song. Tell Me For What sollte eigentlich gar nicht auf dem Album erscheinen. Nun ist er eine Bereicherung, denn er ist eigenwillig anders und lebt von den Tempowechseln und dem Wandel zwischen akustisch und rockig. Point Of Collection glänzt mit einer brillant gespielten E-Gitarre im Hintergrund. Trotzdem ein eher getragener Song, der symptomatisch für das Dunkle in dieser Scheibe steht. Polar Night ist das zweite Instrumental auf dem Album. Es ist eine Komposition mit einer Akustikgitarre und interessanten Samples. Die beiden instrumentalen Titel sind mit knapp zwei Minuten die kürzesten Tracks. You Can Find A Way ist mit härteren Elementen etwas aggressiver. So richtig kommt es dennoch nicht aus dem Quark. Hier machen die langen Gesangspassagen den Song kaputt, wie ich finde. Angels Don’t Sleep kommt wieder rein in Russisch daher. Der Titelsong ist der Beste des Albums und vereint alle Elemente. Hier wird auch an Härte nicht gespart und macht diesen Titel besonders. Anders als bei den anderen Songs ist hier der Gesang auch deutlich leiser abgemischt. Vermutlich soll hier die Musik im Vordergrund stehen. Toller Song, nur verstehen kann man halt nix…

Da uns vom Verlag keine Infos zur Veröffentlichung geschickt wurden, kann ich hier für Interessierte nur auf die Homepage von Sliptrick Records verweisen. Ich gehe davon aus, dass das Album nur digital und als CD-Digipack zu erhalten sein wird. Auch ein Vorab-Video wurde uns verwehrt. Einzig der Teaser zu I Killed My Fear verschafft einem einen winzigen Einblick auf das kommende Album.

Helena Aleksandre’s – Angels Dont Sleep
Fazit
Russisch, englisch, instrumental. Folkig, rockig. Getragen, ruhig, hart. Solch einen Spagat hinzulegen ist nicht nur schwierig, sondern auch sehr gewagt. Die Umsetzung ist sehr gut gelungen, es ist halt auch gewöhnungsbedürftig. Auf jeden Fall mal wieder etwas anderes und nichts aus irgendeiner Schublade. Und wie alles andere auch, natürlich Geschmackssache.

Anspieltipp: Angels Don’t Sleep
Norbert C.
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