”Ignis Fatuu und Remember Twilight am 28.03.2014 in der Matrix in Bochum!”

Band: Ignis Fatuu

Vorbands: Remember Twilight

Location: Matrix, Bochum

Homepage: http://www.matrix-bochum.de/

Datum: 28.02.2014

Einlass: 19:00 Uhr / Konzertbeginn: 20:00 Uhr

Kosten: VVK: 17,00 €; AK: 15,00 €

Besucher: ca. 100

Von Ignis Fatuu hat man in den letzten Monaten nicht mehr viel gehört. Auch viele Konzerte, die für Ende 2013 geplant waren, mussten abgesagt oder verschoben werden. Einige Fans haben sogar schon befürchtet, dass sich die Band auflösen würde. Das hängt vor allem damit zusammen, dass sich die Band letztes Jahr durch die Neubesetzung und durch die Produktion von Unendlich Vielen Wegen schlichtweg übernommen hat und deshalb einen Schritt kürzer treten musste.

2014 scheinen wieder alle Wogen geglättet zu sein und Ignis Fatuu können mit neuer Stärke loslegen. Ehrlich gesagt, bin ich sogar froh, dass das Konzert der Band im Matrix vom 11.10.2013 auf den 28.02.2013 verlegt wurde. Ansonsten hätte ich an diesem gelungenen Konzert nicht teilnehmen können. Der Veranstaltungsort selbst ist eine geile Hausnummer – die Matrix in Bochum ist schon regelrecht Kult. Auf vier Dancefloors wird die schwarze Seele mit Metal, Industrial, Rock und Dark Wave verwöhnt. Das Konzert von Ignis Fatuu findet in der Tube statt. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um einen röhrenförmigen Dancefloor in einem alten Kellergewölbe, der ca. 350 Leuten Platz bietet. Man muss aber auch direkt sagen, dass so viel Platz nicht nötig ist. Zu Spitzenzeiten ist der Raum höchstens zu einem Viertel gefüllt. Ich weiß nicht, ob zu wenig Werbung gemacht wurde oder ob die Leute an dem Abend einfach etwas Besseres zu tun haben, aber so bekommen die anwesenden Fans ein absolut privates und gemütliches Konzert.

Pünktlich um acht Uhr wird der Abend von der Vorband Remember Twilight eröffnet. Dabei handelt es sich nicht um glitzernde Vampire im Sonnenlicht, sondern um eine Stuttgarter Hardcore und Metal-Band. Das Oktett besticht klanglich neben den Standartinstrumenten wie Gitarre, Bass und Drums auch durch Geigen, Cellos und Oboen, was in Verbindung mit dem teilweise brachialen Metal- und Hardcore-Sound eine geile Mischung ergibt. Die ersten zwei Lieder können mich noch nicht überzeugen. Remember Twilight kommen mir etwas zaghaft vor und man hat das Gefühl, dass sie sich erst an das Publikum gewöhnen müssen. Nach der ersten Schnupperphase ist dieses Gefühl aber schnell verflogen. Das Achtergespann wird mit jedem Lied besser und reißt die Leute mit. Hier merkt man auch den Vorteil von einem kleinen Publikum. Keiner kann sich in der Anonymität der Masse verstecken. Man sieht, wer nicht klatscht oder nur passiv in der Ecke steht. Solche Leute können direkt mit bösen Blicken weichgekocht werden, bis sie doch mitmachen. Man muss aber auch ehrlicherweise sagen, dass das Publikum an diesem Abend sehr geil ist. Hier muss keiner weichgekocht werden. Mitgrölen, Springen, Headbangen und Abgehen gehören hier zum guten Ton. Nach 45 Minuten und ein paar hitverdächtigen Songs verlassen Remember Twilight die Bühne. Die Jungs und Mädels haben so einen Eindruck hinterlassen, dass die wilde Meute vor der Bühne nach einer Zugabe ruft. Lustigerweise kommt der Sänger Timo extra noch einmal auf die Bühne um zu erklären, dass wegen des engen Zeitplans keine Zugabe mehr drin ist. Das gesamte Auftreten macht die Band doch schon sympathisch.

Um 21:00 Uhr betreten Ignis Fatuu die Bühne und starten passend zu den frühlingshaften Temperaturen mit dem Song Frühlingsreigen. Man merkt der Band an, dass sie froh sind, nach der langen Zwangspause wieder auf der Bühne zu stehen. Der Sänger P.G. bedankt sich sogar immer wieder zwischen den Songs, dass wir alle erschienen sind und vor allem noch immer da sind. Es ist immer schön, wenn die Band mit dem Publikum spricht, aber an so mancher Stelle redet die Gruppe vielleicht ein wenig zu viel über den langen Leidensweg von Ignis Fatuu. Man merkt, dass das letzte Jahr schwierig war, aber seien wir doch mal ehrlich: Eine gestandene Band mit drei Alben muss sich doch nicht dermaßen überschwänglich bei seinen Fans bedanken, dass sie bis zum Ende des Konzerts bleiben. Aber ich denke, dass das Ignis Fatuu gebraucht haben und als treuer Fans supportet man seine Band natürlich gerne. Dafür werden wir über die gesamte Show hinweg mit einer energiegeladenen Performance von P.G. und den gesamten Hits von Ignis Fatuu belohnt. Natürlich dürfen dabei Songs wie Spiel des Lebens, Wörterschmied und Wolfszeit nicht fehlen. Die Band lässt es sich aber auch nicht nehmen, an diesem Abend Songs aus ihrem unveröffentlichten Album Unendlich Viele Wege zu spielen. Wenn ich richtig mitgezählt habe, haben Ignis Fatuu über Dreiviertel der Songs des neuen Albums gespielt. Auch wenn das Publikum die neuen Songs natürlich noch nicht mitsingen kann, wird zumindest immer fleißig geklatscht.

Musikalisch kann die Band an diesem Abend voll und ganz überzeugen. Vor allem der neue Mann an Dudelsack und Drehleier hat eine beachtliche Performance abgelegt. Er ist so spontan eingesprungen, dass er gerade einmal vier Wochen Zeit hatte, um das 90-minütige Programm einzustudieren. Auch wenn Irene Gawlik bei den tiefen Tönen ab und zu mal daneben liegt, kann sie auch gesanglich zusammen mit P.G. voll begeistern. Der Sänger verausgabt sich dermaßen, dass er mehrmals japsend auf dem Boden liegt und sich erst einmal wieder sammeln muss. Das zeigt eigentlich nur, dass die Band an diesem Abend einfach alles gibt. Das Publikum dankt es ihnen mit lauten Sprechchören und einem jubelndem Abschlussapplaus

Fazit: Ich fasse mich mal kurz: Geile Bands, geile Musik, geiles Publikum, geile Location – einfach sehr sehr geil!

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