Infest – Psychosis

Die serbische Abrissbirne mit ihrer sechsten Zerstörung

Artist: Infest

Herkunft: Serbien

Album: Psychosis

Spiellänge: 26:58 Minuten

Genre: Death Metal, Thrash Metal

Release: 28.05.2021

Label: Defying Danger Records

Link: https://infestbeograd.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Vandal
Gitarre – Tyrant
Bassgitarre –Storm
Schlagzeug – Zombie

Tracklist:

  1. Intro
  2. Schizophrenic
  3. Hail Fire, Hail Death
  4. …Of The Fallen Lord
  5. The Last Cremation
  6. Chapter I
  7. Mental Warfare
  8. Dissociative Within
  9. Nuclear Deathrash
  10. Blood For Blood
  11. Chapter II

Okay, stellen wir uns mal blöd und tun so, als ob die Band Infest aus Serbien keiner kennen würde, obwohl die lustigen vier seit dem Jahre 2002 aber so was von dem Underground zerpflücken und die Bühnen der Welt zerstören. Von Anfang an leben die Burschen von Infest den Geist des Old School Death/Thrash Metals. Bis anno 2021 brachte man es auf fünf Alben, zwei Demos und zwei EPs.
Der Vierer hat auf vielen Festivals gespielt, mehr als sechs Europatourneen abgerissen und unterstützte Bands wie Sodom, Sinister, Kataklysm, Keep Of Kalessin und viele mehr!
Besondere Gäste auf dem sechsten Full-Lenght Album Psychosis sind Ross Dolan & Robert Vigna (Immolation) und Igor Miladinović (Chaosium). Das Artwork stammt von Roberto Toderico und gemastert wurde der Spaß von Dan Swano. Beste Voraussetzungen also, und es wurde auch Zeit, denn die Veröffentlichung von Addicted To Flesh, dem letzten Album, ist jetzt auch schon wieder vier Jahre her. Basser Storm ist seit 2019 dabei und dieser hat sich auch um die Aufnahmen gekümmert. Wer übrigens wissen möchte, wie es im Studio zuging, sollte mal bei dem YouTube-Channel der Band vorbeischauen. Es lohnt sich, denn auch einige Fans sind zu sehen.

Wie gewohnt und einziges Manko ist die kurze Spielzeit. Knappe 27 Minuten stehen zur Verfügung und davon werden auch nur 24 Minuten verwendet, um uns einzuheizen. Reicht das aus? Liegt in der Kürze die Würze? Knappe Antwort: Ja!

Sicherlich ist meine Betrachtungsweise ein wenig subjektiv, denn ich bin mit der Band und dem Labelchef gut bekannt, aber ich hätte keine Probleme damit, auch etwas Negatives zu schreiben – zum Glück brauche ich es nicht, denn das Album knallt ohne Ende, so viel vorweg!

Los geht es mit einem sehr martialischen Intro, welches natürlich nicht fehlen darf und eine bedrohliche Ankündigung darstellt. Feuer frei für die Death/Thrash Maschine aus Serbien.

Die sympathische Maschine legt mit Schizophrenic ordentlich und mit voller Energie los, so wie man es von ihnen gewohnt ist. Thrashiges Riff vorweg und sofort die drückenden und ballernden Drums. Vandals wütender und bösartiger Gesang klingt wie immer passend. Das Wort Schizophrenic kann mitgebrüllt werden. Zwischendurch wird man sogar ein wenig technisch, baut ein Solo mit ein und dann nimmt man wieder Fahrt auf. Die Drums zerballern alles und die Riffs sind messerscharf, werden zwischenzeitlich betont, um dann kurz wieder zu ballern. Kurze, slayerhafte Anschläge und wieder Attacke. Es werden immer wieder Breaks mit eingebaut und dieses steht der Band gut zu Gesicht. Am Ende gibt es noch einmal den Refrainpart und nach nicht einmal drei Minuten ist auch schon Feierabend. Genau richtig und man möchte jetzt schon die Repeattaste drücken.

Aber weiter geht es mit Hail Fire, Hail Death. Gleich wieder Vollgas. Straight und eingängig. Voll auf die 12. Der Refrainpart erklingt und ist so etwas von geil. Langsam wird dieser vorgetragen und dann setzen die Cleanvocals von Igor Miladinović (Chaosium) ein. Etwas ganz Besonderes, wie ich finde. Kam jetzt für mich überraschend, klingt aber dermaßen fett, da kann man echt nicht meckern. Und natürlich wird danach wieder im Uptempo gearbeitet. Krass. Der Refrain setzt wieder ein. Ja, so muss das sein. Temposteigerung, Solo und Attacke. Feines Riff am Ende und noch einmal in den Refrainpart. Großartige Idee mit den Cleanvocals und total geil umgesetzt. Definitiv ein Highlight des Albums.

Mit drohenden Ansagen geht ….Of The Fallen Lord ins Rennen und kommt auch gleich zur Sache. Volle Attacke, Break und ab in den Refrainpart. Sehr eingängig und auf den Punkt kommend. Danach, wer hätte es gedacht, wird wieder kurz attackiert, um den Refrainpart erneut zu präsentieren. Neues geiles, melodisches Riff und Tempo. Mein lieber Herr Gesangsverein, welch ein Spaß. Ein mordsmäßiges Solo wird aus der Schublade gezogen und wieder Angriff. Am Ende noch einmal der Refrainpart. Ja, ja und noch mal Ja.

Zur Abkühlung und zur Beruhigung gibt es mal einen druckvollen Midtemposong. Dieser lebt von dem Riffing und dem Groove. Langsam kämpft man sich durch das serbische Hinterland. Die Vocals sind teilweise tiefer. Das mag daran liegen, dass Ross Dolan & Robert Vigna (Immolation) bei diesem Song mitwirken durften. Die Burschen sind mit Infest befreundet. Klasse Song. Mal was Ruhiges zwischendurch und genau zur rechten Zeit. Neue Töne von Infest, die aber knallen ohne Ende.

Chapter I dient dann als instrumentales Zwischenspiel und weiter geht es mit Mental Warfare. Der Song reiht sich nahtlos ein. Attacke, Tempo raus und wieder Attacke. Zwischendurch kurzes Geflüster und dann sehr geiles melodisches Lead, bevor man dann in einen hammermäßigen Groovepart wechselt. Mit einem verspielten Riff geht es weiter und die Drums ballern wieder alles kaputt. Kurzes Break und wieder Attacke. Der langsame Part mit Flüsterpart wird noch einmal wiederholt und aus.

Dissociative Within kommt sehr langsam und schleppend zu Beginn und wechselt dann in einen druckvollen Part. Das Tempo bleibt recht überschaubar und das gefällt mir echt ganz gut, denn das Quartett bietet somit eine gute Abwechslung zu dem restlichen Material. Schnelle Vorspieler erfolgen und man denkt, jetzt geht das Geholze los. Aber weit gefehlt. Es geht so weiter und zwar mit richtig geilen Riffs. Da geht der Kopf gerne rauf und runter und der Gesang von Vandal kommt besonders geil rüber.

Bevor man dann mit Chapter II einen bedrohlichen Abschluss mit mehreren Stimmen bietet, ballert man noch zwei richtig geile Songs herunter.

Bei keinem Livekonzert wird wohl Nuclear Deathrash fehlen. Das Riffing knallt ohne Ende, das Tempo ist schön hoch, dann geht man schon beinahe in einen rockigen Refrainpart und Nuclear Deathrash erklingt. Dieses wiederholt man, dann ein abgehacktes Solo und wieder ein geiler Mitgrölpart. We Are Legion – Break – We Are Legion, so hallt es aus den Boxen, dann eine kurze Attacke und noch einmal der Refrainpart und aus. Ja, kurz und knackig. Geil!

Blood For Blood kann besonders im Refrain überzeugen Ein fast hypnotisches Riff wird dazu verwendet. Ansonsten gibt es natürlich diese geile, deaththrashige Attacke, die man von Infest auch unbedingt hören möchte. Aber auch ein slayerartiger Midtempopart wird angeboten und hier und da einige technische Spielereien.

Tja, was soll man sagen. Psychosis ist genauso geil geworden, wie ich es mir gewünscht haben. Bestellt das Teil, am besten bei direkt beim Label! Darf in keiner Sammlung fehlen.

Infest – Psychosis
Fazit
Infest waren schon immer eine sympathische und ehrliche Death/Thrash Kapelle und sie haben immer abgeliefert. Auf Psychosis haben Vandal, Storm, Tyrant und Zombie einige melodische und langsamere Elemente mit eingebaut. In Kombination mit den geilen und schnellen Riff- und Drumattacken klingen sie wie eine serbische Abrissbirne. Sehr starkes Album, welches aber ein wenig zu kurz ist. Die Spiellänge ist aber das einzige, was es zu bemeckern gibt. Alle, die auf Death und Thrash Metal abfahren, müssen zuschlagen.

Anspieltipps: Hail Fire, Hail Death und Nuclear Deathrash
Michael E.
9.2
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