King 810 – Proem

“Nicht immer am Richtigen Hebel!“

Artist: King 810

Herkunft: Flint, USA

Album: proem (EP)

Spiellänge: 15:21 Minuten

Genre: Hardcore, New Metal, Metal, Sprachgesang

Release: 13.05.2014

Label: Roadrunner Records

Link: https://www.facebook.com/KING810FLINT/info

Bandmitglieder:

bisher unbekannt

Tracklist:
1. 810
2. Killem All
3. Fat Around The Heart
4. Desperate Lovers
5. Anatomy 1:1

King 810 - Proem

Der erste Vorbote für das am 01.08.2014 erscheinende erste Langeisen der Band King 810 ist die digitale EP proem, die seit dem 13.05.2014 zu erstehen ist. Die Amerikaner zelebrieren einen brutalen Slipknot-Sound, der mit der geballten Hardcore Power gespickt ist. Zudem profitiert die Musik von King 810 von den negativen Erlebnissen des Frontmanns David Gunn, der angeschossen wurde und mit seiner Musik jetzt auf die Situation direkt vor unserer Haustür aufmerksam machen möchte.

Schwache Nerven darf man bei King 810 nicht haben, das gilt nicht nur für die Texte bei Stücken wie Killem All oder Desperate Lovers, sondern auch für die Musik. Die Einflüsse, die bei den US-Amerikanern aus Flint verarbeitet werden, ergeben ein ganz eigenen Sound. Die Parallelen zu Slipknot sind dabei ganz offensichtlich: Da wo die Maskenmänner in New Metal-Gefilde driften, lassen King 810 lieber Hardcore-Muskeln spielen und lehnen sich nur selten an dieses Genre. Viel mehr werden die brachialen Songs in ein entsprechendes Gewand gehüllt, das nur selten Luft zum Atmen lässt. Die Texte werden gerne im Sprechgesang vorgetragen, was besonders beim letzten Stück Anatomy 1:1 ins Gewicht fällt und für meinen Geschmack viel zu dominant ist. Ansonsten treten King 810 die Tür in ein Genre auf, welches man ruhig „New Killer Hardcore“ nennen könnte. Grundsätzlich kratzen die verzweifelten Vocals den Hörer auf und verursachen permanent Stressmomente. Wer es mag, darf gespannt auf das Langeisen im August sein. Alle anderen werden sich bereits an der EP proem die Finger verbrennen. Positiv für die Amerikaner ist die Tatsache, dass sie versuchen, etwas Neues zu erfinden, ohne groß von bestehenden Tugenden abzuweichen. Groovende Beats dürfen natürlich nicht fehlen, heben die Stimmung aber nicht über teils monotone Strukturen. Derart euphorisch wie es bereits andere Kollegen getan haben, möchte ich King 810 nicht begrüßen, schlecht ist proem nicht, aber dennoch ausbaufähig. Die erste Möglichkeit, noch eine Schippe draufzulegen, hat die Band im August. Ich bin schon mal gespannt.

Fazit: Nicht schlecht, aber definitiv noch ausbaufähig. Von reinem Sprechgesang wie beim letzten Song Anatomy 1:1 kann ich King 810 nur abraten. Alles andere war sehr solide und hatte ganz eigene Aspekte, die für frischen Wind in der Szene sorgen können. Mit mehr Geballer, weniger Gesülze und einem härteren Drang zur hasserfüllten Kunst könnte aus der Truppe noch richtig was wedern. Hört aber einmal selber in die proem-EP, die sehr speziell ist und die man nur hassen oder lieben kann.

Anspieltipps: Desperate Lovers
Rene W.
6.5
6.5
Podcast
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