Kjeld – Ôfstân

Klassischer Black Metal mit melodischem Twist

Artist: Kjeld

Herkunft: Niederlande

Album: Ôfstân

Spiellänge: 55:42 Minuten

Genre: Black Metal

Release: 15.02.2021

Label: Heidens Hart Record

Link: https://www.facebook.com/kjeldblackmetal

Bandmitglieder:

Gesang – Asega
Gitarre – Kâld
Gtarre – Tsjuster
Bass –  Swerc
Drums – Fjildslach

Tracklist:

  1. Betsjoend
  2. De Lensume Widner
  3. Wylde Rixt
  4. Ôfstân
  5. Asbran
  6. Wite Fokel
  7. Falske Doop
  8. Skaad
  9. Konfrontaasje

Freunde des guten alten Black Metals: Spitzt eure Ohren! Heute steht auf unserem Reviewplan eine bitterböse Scheibe aus den Niederlanden. Von wo sonst überwiegend Death Metal Bands ihr Schaffen in die Welt tragen, haben wir mit Kjeld einen schwarzmetallischen Vertreter, der mit seinem neuen Album Ôfstân eine genauere Betrachtung wert ist.

Dem einen oder anderen sind Kjeld vielleicht schon mit ihrem Vorgängeralbum Skym bekannt. Eine schöne Black Metal Überraschung, die nun eine Fortsetzung sucht und meiner Meinung nach auch durchaus gefunden hat. Die niederländischen Metalheads lassen Klänge aus den Boxen dröhnen, bei denen man sich fragt, ob es eigentlich noch etwas Dunkleres als schwarz gibt.

Schon bei den ersten Tönen wird klar, dass es sich bei Ôfstân nicht einfach nur um ein klassischen Black Metal Album handelt, sondern dass auch ein behutsamer melodischer Twist in dem Ganzen mitschwingt. Hier und da ertönen ein paar Keyboardparts, die das Ganze aber keineswegs in Melodic Black Metal Klischees drängen, sondern durch vorsichtiges Einfügen wirken.

Der erste Song Betsjoend legt hier schon deutliche Weichen und stimmt mit einem enormen Gitarrenspiel auf die Platte ein. Wer will, kann auf YouTube schon einmal reinhören und sich ein erstes Bild machen.

Wir skipen vor zum titelgebenden Song und finden auch hier eine bemerkenswerte Leistung an den Gitarren. Die melodischen Elemente kommen hier sehr fein und gut positioniert zum Vorschein. Mit achteinhalb Minuten ist er, zusammen mit Falske Doop welcher nur eine Sekunde länger geht, einer der ausführlicheren Titel des Albums. Eine sehr gelungene Arbeit.

Asbran erinnert mich im Ansatz ein wenig an Immortal und zeigt, dass Kjeld keine Berührungsängste mit einer extra Portion Düsternis und Dunkelheit haben. Das kann man im Allgemeinen auf das ganze Album übertragen. Hier finde ich es besonders hervorstechend.

Zwischen all den düsteren Songs blitzt ein kleines Highlight auf Nummer sieben hervor. Beginnend mit einem atmosphärischen Akustikgitarrenintro, baut sich das schon oben erwähnte Falske Doop langsam auf. Um die Songmitte kommt dann eine Stimmung dazu, die fast ein bisschen an Vikingklänge erinnert. Ob Ragnar Lodbrok wohl auch mal in der Heimat von Kjeld sein Unwesen trieb? Ein klein wenig klingt es für mich so.

Last but definetly not least – Konfrontaasje. Das Schlusslicht auf Ôfstân weckt noch einmal alle Geister in der dunkeln Seele und kommt catchy um die Ecke. Die durchweg hervorragenden Gitarren kann man hier noch einmal wunderbar bestaunen und nach knapp einer Stunde Spieldauer verabschieden sich Kjeld auf Ôfstân.

Zusammenfassend kann man Ôfstân von Kjeld gut durch die Anlage laufen lassen und den einen oder anderen Track auf die Black Metal Playlist setzten. Zur vollkommenen Begeisterung fehlen mir allerdings noch ein oder zwei Burner Songs. Da warte ich aber gerne auf das nächste Werk. Falls also noch nicht geschehen, packt euch die Herren auf die Liste für Neuentdeckungen und behaltet sie im Auge. Ich bin gespannt, was da noch so kommt.

Kjeld – Ôfstân
Fazit
Kjeld haben mit ihrem neuen Album Ôfstân eine schöne Black Metal Arbeit abgelegt, die nicht nur von klassisch skandinavischen Elementen gezeichnet ist, sondern auch von einer genau richtigen Prise an melodischen Zusätzen profitiert.

Anspieltipps: Ôfstân, Falske Doop und Konfrontaasje
Martha K.
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