Leaden Fumes – Abandon Ship

Wenn die Wut langsam in die Knochen kriecht

Artist: Leaden Fumes

Herkunft: Schweiz

Album: Abandon Ship

Spiellänge: 41:58 Minuten

Genre: Doom Metal

Release: 28.02.2020

Label: Petty Bourgeoise Broadcast

Link: https://www.facebook.com/leadenfumes

Bandmitglieder:

Gesang, Bass – Christian Sigdell
Gitarre – Florian Schönmann
Schlagzeug –Jonathan Schmidli

Tracklist:

  1. Abandon Ship
  2. (Let Burn The) Temple Within
  3. Ruthless
  4. Asphyxia
  5. Chromophobia
  6. This Bleeding Cavity
  7. Craving

Die Schweizer Doom Metal Band Leaden Fumes hat im letzten Jahr ihr Debütalbum Abandon Ship herausgebracht, auf welches wir nun kurz eingehen wollen. Nach ihrem Demo Out Demo Out konnte das Trio eine sieben Track starke EP im Februar 2020 präsentieren, die über Petty Bourgeoise Broadcast veröffentlicht wurde. In etwas über 40 Minuten zementiert Sänger und Bassist Christian Sigdell zusammen mit Florian Schönmann an der Gitarre und Schlagzeuger Jonathan Schmidli einen bösen Doom Dämon, dem die Kälte nur so aus den Augen blitzt. Das Artwork darf man trotz der vielen Grauschattierungen noch farbenfroher als die eigentliche musikalische Kost bezeichnen.

Mit dem Titeltrack wollen es die Jungs zunächst gemächlich angehen lassen. Das Tempo nach unten gedrückt wird genretypisch alles nach unten gestimmt was geht und aus den Boxen dringt ein dichtes wie verstricktes Netz aus Gitarren- und Bassanschlägen, die gar versuchen ineinander zu verschmelzen. Der Einstig wurde recht zäh gestaltet und die Magie des Opener verfliegt bis kurz vorm Ende recht schnell. Dafür kann kurz vorm Sprung zu Song zwei an Spannung gewonnen werden. Böser wird es im Anschluss. Mit dem Messer zwischen den Zähnen dringt nicht nur (Let Burn The) Temple Within diabolisch aus dem Abspielmedium, sondern legt gleichermaßen wüst auf Ruthless auf. Gerne nutzt das Gespann dunkle Nischen, um dort hineinzugleiten. Gesanglich muss man Christian Sigdell mögen, der mit seiner Darbietung dramatische Handlungen aufziehen kann. Bodenständig mit dem Blick fürs Wesentliche machen Leaden Fumes keine Experimente und setzen stets auf druckvolle Riffs, die es richten sollen und müssen. Schlecht ist Abandon Ship ganz sicher nicht und hat viele Punkte, an denen man seinen Geist aufreiben kann.

Leaden Fumes – Abandon Ship
Fazit
Ein solides wie eingängiges Doom Debüt, das mit feinen Nadelstichen Höhepunkte setzen kann und mit jedem weiteren Titel richtig in Schwung kommt. Wo der Opener noch verhalten reagiert, machen die letzten Stücke immer mehr Spaß. Zerstörerisch ohne Rücksicht auf Verluste lassen die drei Männer aus den Alpen Hass, Wut und Wahnsinn in jedes Leben eintreten, welches Abandon Ship auflegt. Für die Zukunft bleibt Luft nach oben, auch wenn diese noch stickiger werden dürfte. Den richtigen Einklang aus Todeslawine und Nackenbrecher haben Leaden Fumes jedenfalls schon einmal verinnerlicht. 

Anspieltipps: (Let Burn The) Temple Within und This Bleeding Cavity
René W.:
7.2
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