Metal Church – From The Vault

Haste mal ne Mark?

Artist: Metal Church

Herkunft: Seattle, Vereinigte Staaten von Amerika

Album: From The Vault

Spiellänge: 77:57 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 10.04.2020

Label: Reaper Entertainment

Link: https://metalchurchofficial.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Mike Howe
Gitarre  – Kurdt Vanderhoof
Gitarre – Rock Van Zandt
Bassgitarre – Steve Unger
Schlagzeug – Stet Howland

Tracklist:

  1. Dead On The Vine
  2. For No Reason
  3. Conductor
  4. Above The Madness
  5. Mind Thief
  6. Tell Lie Vision
  7. False Flag
  8. Insta Mental
  9. 432hz
  10. Please Don’t Judas Me (Nazareth Cover)
  11. Green Eyed Lady (Sugarloaf Cover)
  12. Black Betty (Ram Jam Cover)
  13. Fake Healer (feat. Todd La Torre of Queensryche)
  14. Badlands (2015 Version)
  15. The Enemy Mind
  16. The Coward

Mit From The Vault hauen Metal Church unveröffentlichte Songs aus der Mike Howe Ära raus (Sänger der Band von 1988 bis 1994 und wieder seit 2015), es handelt sich also nicht um ein komplett neues Album. Dass die Band in ihren Anfangstagen in einem Atemzug mit Metallica genannt wurde, dürfte wohl den wenigsten Fans bekannt sein, denn im Fahrwasser der ganz Großen surften Metal Church durchaus erfolgreich. Dummerweise kamen der Band ständige Besetzungswechsel und die Musikrichtung Grunge in die Quere, die in Seattle ihren Ursprung hatte. Demnach doppelt ungünstig für Metal Church, die auch heute noch als semigeile Band der zweiten Reihe wahrgenommen wird. Die Songs gehen in Ordnung, Dead On The Vine, For No Reason und Conductor schrummeln szenegerecht als Hybrid zwischen Thrash und Heavy Metal herum. Aufhorchen lässt mich lediglich Above The Madness mit seinem coolen Refrain. Danach begeistert nur noch wenig, warum man beispielsweise ein halbgares Instrumental Insta Metal und das darauf folgende zweite Instrumental 432 Hz in einem Akustikkleidchen braucht, erschließt sich mir nicht. Aufpeppen mag man die Luftpumpe mit einigen Coverversionen. In der Regel braucht man Coverversionen wie eingeschlafenen Füße und wenn sie nicht etwas sehr Besonderes darstellen, lässt man diese besser sein. Wäre vielleicht hier auch angemessen gewesen.

Metal Church – From The Vault
Fazit
Dominik B.: Mal schnell ne müde Mark verdienen wollen Metal Church mit dieser Luftpumpe. Lohnt sich sicherlich nur als beinharter Ultrafan. Metal Church sind heutzutage einfach nicht mehr relevant. Die Veröffentlichung kann man guten Gewissens ignorieren.

Anspieltipps: Above The Madness

Tobias K.: Stimmt schon, den Sinn dieser Compilation von Metal Church kann man anzweifeln. Alles-Sammler und Die-Hard-Fans der Amis werden ihre Freude daran haben. Deutlich fanfreundlicher, weil günstiger, wäre es aber gewesen, die drei neuen Kompositionen, die für From The Vault geschrieben wurden, auf das nächste richtige Stuioalbum zu packen. Und die anderen drei Songs (exklusive der zwei Instrumentals) von den Aufnahmesessions des letzten Albums eventuell auch hier und da als Bonustrack. So wirkt From The Vault leider tatsächlich etwas wie eine Fan-Abzocke, da es auch zum Preis eines regulären Albums in den Handel geht. Andererseits wird ja niemand gezwungen, sich das Ding zu kaufen. Für Anhänger der Band dürfte Verzicht schwer fallen: Die drei neuen Songs sind richtig gut, sogar besser als der ein oder andere Track auf dem letzten, starken Studioalbum Damned If You Do. Der Opener Dead On The Vine geht knackig straight nach vorn ab, hat tolle treibende Gitarren und einen Mike Howe, der sein im Heavy Metal einzigartiges Organ voll zur Geltung bringen kann. Sehr stark! For No Reason, der zweite neu komponierte Song, hat einen guten Hook und geht gegen Ende schön ab. Above The Madness ist ebenfalls gelungen. Schade, dass diese Songs auf dieser Compilation versteckt werden. Denn der Rest wirkt leider etwas redundant. Die Neuaufnahme von Conductor vom 1993er-Album Hanging In The Balance hätte es nicht gebraucht, ebensowenig wie die beiden recht uninteressanten Instrumental-Stücke Insta Metal und 432hz. Dann bleiben noch drei Tracks, die ebenfalls bei den Aufnahmesessions zu Damned If You Do (2018) zustande kamen, aber es nicht aufs Album schafften. Dabei sind Mind Thief, Tell Lie Vision und False Flag alle drei ordentliche Songs mit guten Momenten, die zumindest Fans der Band sicher beglücken werden. Die drei Cover-Songs zeigen zumindest, dass Metal Church durchaus auch Hard Rock zocken können. Aber braucht man das? Eher nicht. Noch viel weniger die beiden Nummern The Enemy Mind und The Coward, die bereits von der XI-Doppel CD bekannt sind – und immer noch überhaupt nicht überzeugen können. Richtig zweischneidig wird From The Vault allerdings bei den beiden Band-Klassikern Fake Healer und Badlands. Bei Letzterem fehlt die Rauheit und der pumpende Bass – beides Dinge, die dem Song im Original das gewisse Extra verleihen. Dennoch ist der Song auch in dieser Version großartig, keine Frage. Aber irgendwie könnte man diese Neuaufnahme auch ein Stück weit wie so wie ein Sakrileg auffassen: Aus dem Kontext des großartigen 89er-Albums Blessing In Disguise gerissen und ein Stück weniger gut aufgenommen. Das Gleiche gilt für die neue Version von Fake Healer, bei dem der mit viel Vibrato singende Todd La Torre (Queensryche) auch mit Wohlwollen nicht so recht zu dem trockenen Stampfer passen will. Auch das eher eine Verschlimmbesserung. Fazit: Diese Compilation ist nicht leicht zu bewerten. Für Fans der Band gibt es durchaus Argumente, die für eine Anschaffung sprechen. Vor allem die drei neu komponierten Songs Dead On The Vine, For No Reason und Above The Madness, die die Klasse von Metal Church zeigen. Selbst wenn sie nicht an ihre früheren Großtaten wie The Dark sowie vor allem Blessing In Disguise und Hanging In The Balance heranreichen. Aber das schaffen andere, länger bestehende Bands ja auch nicht, siehe Metallica. Dazu wurde auf From The Vault aber leider auch viel Überflüssiges gepackt und zwei neue Versionen von Bandklassikern, mit denen Fans der Band eher schwer klar kommen werden. So bleibt ein fader Beigeschmack. Denn die paar wenigen starken Songs hätte man auch woanders veröffentlichen können. Auf dem kommenden Stuioalbum, als Bonustrack auf einem Live-Album oder als Bonustrack beim letzten Studioalbum.

Anspieltipps: Dead On The Vine, For No Reason, Above The Madness
Dominik B.
4.5
Tobias K.
6.5
Leser Bewertung2 Bewertungen
8.3
5.5
Punkte
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