Miseo – Initium Et Finis (EP)

Die Marburger Vier sind zurück

Artist: Miseo

Herkunft: Deutschland

Album: Initium Et Finis (EP)

Spiellänge: 16:53 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 01.02.20121

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/OfficialMiseo

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Ferli
Gitarre – Patrick
Bassgitarre – André Rink
Schlagzeug – Timo

Tracklist:

  1. The Gift (Intro)
  2. Castle Of Nightmares
  3. Dependent
  4. Timebomb
  5. An Average Man
  6. Orange Impostor

Nach vier Jahren Pause sind die Jungs von Miseo wieder zurück im Ring. Nach einer EP in 2013 erschien 2014 das Debüt namens Lunatic Confessions, welches ganz ordentlich bei den Leuten ankam, wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe. 2015 ließ man noch eine Split mit Down Among The Dead Men (mit Rogga Johansson, Dennis Blomberg und Dave Ingram) folgen und dann war irgendwie Schluss. Nun sind Ferli (Milking The Goatmachine, Demonbreed, Skinned Alive) und Co. wieder zurück. Gleiche Besetzung, neues Spiel.

Das Intro ist quasi ein Geschenk in Form einer kleinen Predigt und trägt den Titel The Gift, wie passend.

Los geht es mit Castle Of Nightmares. Von 10 auf 100, so geht es bei Miseo zu Beginn zur Sache. Kurzes Aufwärmen und dann auf die zwölf. Mit technischem, anspruchsvollem Riffing legt man sich ins Zeug und nimmt nach kurzer Zeit das Tempo wieder raus, um einen fetten Groovepart zu präsentieren. Man wechselt das Tempo und groovt wieder. Sehr geil ist die druckvolle Doublebass, die untergemischt wird. Die Tempoverschärfungen und das fette Riffing prägen den Song. Die Growls sind fett und werden mit einigen Screams verfeinert. Am geilsten ist es aber, wenn sie am Grooven sind und Timo den Doublebass laufen lässt, wie schon erwähnt. Das gefällt mir und der Kopf geht rauf und runter. Guter Song.

Dependent kommt dann auch eher schleppend zu Beginn, unterstützt von einem melodischen Lead. Das Tempo wird erhöht und eine schnelle Uftata wird rausgeholt. Man wechselt wieder in groovige Gefilde und lässt dann eine feine Melodie folgen. Ferli growlt darüber und alles ist gut. Kurze Drumanschläge, Vorspieler und Uptempo. Ja, so mag ich das. Aber diese Eruption hält nur kurz an und man wechselt wieder in den groovigen Part. Break und schnelles Midtempo mit lang gezogenem Riffing. Ja, kommt gut und dann ist aber auch schon Schluss.

Timebomb kommt mit betontem Vorspieler und gibt dann Vollgas. Ja, so liebe ich es. Der Wechsel in einen druckvollen, groovigen Part und dann wieder ins Uptempo mit Blastbeats wecken bei mir Erinnerungen an Misery Index. Der ganze Song bzw. das Songwriting lebt von diesem Wechsel. Hinzu kommt ein fetter Doubelbasspart mit geilem Riffing und Mitgrölpart. Ja, aber Hallo. Sehr geiles Stück, definitiv der Gewinner, da sie hier etwas zackiger zu Werke gehen. Und am Ende können alle Timebomb mitschreien.

Drückend und schleppend im Sinne des Old School Death Metal geht man zu Beginn von An Average Man zu Werke. Der Anfang zieht sich, aber nach 70 Sekunden hat man sich entschieden, doch die Keule kurz rauszuholen. Eine weise Entscheidung. Der Groove fruchtet jetzt aber nicht ganz so, der Song ist definitiv nicht schlecht, kann mich aber nicht ganz so mitnehmen auf die Reise. Bangparts sind allerdings genug vorhanden.

Und dann ist auch schon Schluss. Bei Orange Impostor heißt es noch einmal alles geben, bevor man die Repeattaste drückt. Macht die Band auch. Auch hier eher im druckvollen und gemäßigten Tempo unterwegs, überzeugt man mich mit einem geilen, melodischen Lead. Der Part erinnert mich an Deserted Fear. Dann aber Break, eins, zwei, drei… Attacke und voll auf die zwölf. Der Blastbeat wurde nicht vergessen. Kurze Vernichtung, um dann wieder den Groove regieren zu lassen. Und ich rede hier von Groove der alten Schule, keine Slamgeschichten. Die melodische Angelegenheit kommt noch einmal zum Vorschein und die EP ist zu Ende.

Fakten zum Album: aufgenommen in den FatKnob Recordings Studios in Lahntal. Gemischt und gemastert von Fernando Hermansa. Die Produktion hätte meines Erachtens ein wenig druckvoller und klarer sein können, aber das stört nur am Rande bzw. eigentlich gar nicht. Die EP wird in einer 300er-Auflage als Digipack erscheinen. Also ran an den Speck.

Miseo – Initium Et Finis (EP)
Fazit
Miseo wollen es noch einmal wissen und lassen es ordentlich krachen. Klassischer Old School Death amerikanischer Natur, gepaart mit einigen Crustansätzen und verfeinert mit Elementen aus dem Core. Sehr druckvoll und bangkompatibel. Hoffen wir mal, dass wir bald ein weiteres Full Length hören werden.

Anspieltipps: Time Bomb und Orange Impostor
Michael E.
8
Leser Bewertung1 Bewertung
10
8
Punkte
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