Morta Skuld – Suffer For Nothing

Und ewig rollt die Double Bass in der alten amerikanischen Todesschule

Artist: Morta Skuld

Herkunft: USA

Album: Suffer For Nothing

Spiellänge: 39:48 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 25.09.2020

Label: Peaceville Records

Link: https://mortaskuld.bandcamp.com

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre -Dave Gregor
Gitarre – Tim Beyer
Bassgitarre  – John Hill
Schlagzeug – Eric House

Tracklist:

  1. Extreme Tolerance
  2. Abyss Of The Mind
  3. Dead Weight
  4. Divide The Soulless
  5. The Face I Hate
  6. Forbidden
  7. Godlike Shell
  8. Suffer For Nothing
  9. Facing Mortality
  10. Machines Of Hate

Morta Skuld dürften jedem alten Hasen ein Begriff sein, sofern er ein Death Metal Liebhaber ist. Es soll ja welche geben, auf die diese Beschreibung nicht zutrifft, hehe. Gegründet im Jahre 1990 hauten die Amerikaner bis 1998 vier Alben raus. Außerdem noch eine Split mit Vital Remains (1993), in dessen Besitz ich gerne wäre. Naja, man kann nicht alles haben. Weiter im Text. 1998 lösten sie sich auf und 2012 entschloss man sich, wie so viele andere Bands auch, noch einmal anzugreifen. 2013 stiegen dann doch zwei Originalmember aus und so ist nur noch Gitarrist und Sänger Dave Gregor vorhanden. 2014 kam eine EP heraus und 2017 quasi das Welcome Back Album und nun legt man Album Nummer sechs nach. Mit Peaceville hat man ein starkes Label im Rücken.

Schon nach den ersten Sekunden von Extreme Tolerance wird klar, dass hier die alte Schule bedient wird. Der Death Metal kracht und poltert aus den Boxen und die Amis machen eben das, was sie am besten können. Amerikanischen Death Metal. Auch wenn 2019 zwei neue Musiker in die Band kamen, verfolgt man die alten Wege. Die beiden Neuen sind auch keine Jungspunde mehr und haben auch das alte Feeling in sich. Das Drumming ist schon fett und der Sound ranzig, so wie er in den Neunzigern eben war und so wie ich ihn mag. Nicht so klinisch und steril, wie man es heute gerne hört. Das Riffing ist schnell und das Drumming dann ebenfalls, man ist aber auch viel im Midtempo unterwegs. Dieses wird dann vom Drumming mit feiner Doubebass unterstützt. Natürlich darf ein Solo nicht fehlen, Break, Basssolo, Gitarrensolo mit Drumbetonung und wieder ins Midtempo. Passt. Man hört, woher die Burschen kommen und aus welcher Zeit. Es folgt ein Riff, welches schon vorher gespielt wurde, hängen bleibt und markant ist. Lecker. Am Ende wird das Tempo noch einmal schön angezogen. Ja, macht Laune. Noch einmal ins Midtempo und aus.

Abyss Of The Mind kommt zu Beginn schön groovend und schleppend. Dann wird der Song aufgebaut, bedrohlich, aber dann geht man in einen Groovepart. Die langsame Doublebass drückt. Fein. Tempoverschärfung und wieder ab in den Groove. Dieses zieht sich ein wenig und geht dann in einen Midtempouftatapart, um dann wieder zu grooven. Es erfolgt noch eine Tempoverschärfung. Guter Song, aber nicht mehr.

Dead Weight kommt da schon wesentlich besser um die Ecke. Feines Highspeed Geholze mit Midtempogrooveparts. Ja, so geht das. Die Doublebass im Midtempo feiere ich irgendwie ab. Das Riffing beim Geballer ist schon fast hypnotisch. Ein geiles Solo wird mit eingestreut und dann wieder diese geile Doubebass. Groovepart folgt, erinnert an langsame Suffocation. Dieser zieht sich dann auch wieder hin und wird mit einem schönen, lang gezogenen, melodischen Lead kombiniert. Und Ende im Gelände. Lecker Ding.

Auch Divide The Soulless legt los wie die Feuerwehr und trifft genau meinen Nerv. Simples Riffing, hohes Tempo. Uftatadrumming und ab dafür. Geht voll auf die 12 und bringt ein Lächeln ins Gesicht. Leerstehendes Riff und Geballer, dieses wiederholt sich und geht dann in einen schon beinah atmosphärischen Groovepart. Ja, geil. Und mein Kopf wackelt so etwas von im Takt. Ja, darauf stehe ich. Schon beinahe eher stumpf, aber schon so alte Schule, dass mir eine kleine Träne die Wange herunterläuft. Der gemeine Death Metaller ist eben leicht zufriedenzustellen, hehe. Auch hier rasselt die Doublebass durch. Ein bekanntes, aber markantes Riff wird präsentiert. Am Ende noch einmal wechselnde Gitarren und aus. Irgendwie kamen mir bei dem Song Malevolent Creation in dem Sinn.

Bei The Face I Hate zeigt man sich recht verspielt und man hört punkige Einflüsse heraus. Ich hoffe aber mal, dass dieses nicht die Zukunft von Morta Skuld ist. Kann ich mir aber nicht vorstellen.

Ja, bei Morta Skuld bekommt man absolut das, was man erwartet. Amerikanischen Death Metal, der ballert und auch im Midtempo überzeugen kann, vor allem mit der rollenden Double Bass.

Morta Skuld – Suffer For Nothing
Fazit
Zehn Songs + 40 Minuten + amerikanischer Old School Death Metal = Morta Skuld. Eine einfache Rechnung, die sehr gut aufgeht. Eine Band, die nie zu Ersten Liga gehörte, aber immer gut abgeliefert hat. Dieses ändert sich auch 2020 nicht. Mit einer gewissen Portion Morbidität und einer gehörigen Portion Eingängigkeit haben sie mich überwiegend überzeugt.

Anspieltipps: Extreme Tolerance und Divide The Soulless
Michael E.
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