Mother Of Millions – Artifacts

Die griechischen Prog-Götter haben es wieder einmal geschafft

Artist: Mother Of Millions

Herkunft: Athen, Griechenland

Album: Artifacts

Spiellänge: 40:00 Minuten

Genre: Progressive Rock/Metal

Release: 22.03.2019

Label: ViciSolum Records

Link: http://www.motherofmillionsband.com/

Bandmitglieder:
Gesang – George Prokopiou
Gitarre – Kostas Konstantinidis
Bassgitarre – Panos Priftis
Keyboard – Makis Tsamkosoglou
Schlagzeug – George Boukaouris

Tracklist:

  1. Amber
  2. Rite
  3. Soma
  4. Cinder
  5. Nema
  6. Anchor
  7. Artefact

Knapp anderthalb Jahre nach dem Erfolgsalbum Sigma veröffentlichten die Griechen Ende März Artifacts. Sehr detailverliebt und melancholisch kommen die Jungs auch diesmal wieder daher, und doch kann man eine gewisse Weiterentwicklung in einer so kurzen Zeit förmlich spüren. Mit der Idee im Rücken, eine Geschichte über Ideen (Wortspiel…) und Gefühle zu erzählen, welche als Objekt mit rituellem Wert musikalisch zum Ausdruck gebracht wird, haben sich die Griechen auch dieses Mal wieder richtig was einfallen lassen.

Und so beginnt Amber eher ruhig und baut sich, wie von Mother Of Millions gewohnt, erst einmal langsam auf. Bereits jetzt überzeugt das Quintett mit seiner äußerst großen Liebe zum Detail auf voller Länge und lässt den Hörer mit einem epischen „Duett“ zwischen Gesang und Gitarre in den zweiten Track namens Rite gleiten. Rite erinnert mich durch die vertrackten Gesangslinien irgendwie sehr an Haken Frontmann Ross Jennings. Allgemein sollten Fans von Bands wie Haken, Leprous oder Soen unbedingt Mother Of Millions auschecken – 2019 scheint irgendwie das Jahr des Progressive Rock/Metal zu werden!

Auf Soma setzt sich diese besonders verträumte Harmonie fort und die fünf zeigen gekonnt, wie man es schafft, dynamische Songs zu schreiben, ohne dabei zu sehr in musikalische Sphären zu driften, denen irgendwann keiner mehr folgen kann. Das darauf folgende Cinder ist für mich so etwas wie das Ende vom ersten – und gleichzeitig so etwas wie der „Übergang“ zum zweiten -Teil des Albums. Nimmt Cinder gegen Ende noch etwas an Fahrt zu und zeigt die Stärken von Sänger George noch einmal in vollem Maße, nimmt das Instrumentalstück Nema die Luft erst einmal wieder raus und glänzt nur so voller Emotionen.

Anchor, das nächste und somit auch schon vorletzte Stück des Albums, könnte genau so auch bereits auf dem Vorgänger Sigma untergebracht sein und zeigt all das, was Mother Of Millions auszeichnet, am besten. Man verliert sich relativ schnell in seinen Gedanken, wenn Sänger George anfängt zu singen und einen mit seiner bezauberten Stimme, begleitet von druckvollen Gitarren, in seinen Bann zieht.

Das letzte und gleichzeitig auch längste Stück Artefact, wird zuerst einmal knapp fünf Minuten fast ausschließlich von sanften Klavierklängen begleitet, bevor es sich zu einem absolut epischen Finale entfaltet. Der Song schafft es, mich komplett in seinen Bann zu ziehen und bereitet mir durch den majestätischen Gesang einfach nur Gänsehaut.

Fazit
Artifacts entpuppt sich als ein absolut bezauberndes Album, welches es trotz minimalem musikalischen Einsatz schafft, innovativ und einfach nicht langweilig zu werden. Durch die vielen kleinen Details, den epischen Gesangslinien und der massiven Klangwände wirkt das Album trotz seiner relativ kurzen Spielzeit mächtig und von vorne bis hinten interessant – auch ohne viele Hooks.

Anspieltipps: Amber, Soma und Anchor
Julian N.8
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8
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