Nero Doctrine – II – Interitus

„Greifswald goes Göteborg“

Artist: Nero Doctrine

Herkunft: Greifswald / Deutschland

Album: II – Interitus

Genre: Melodic Death Metal, Thrash Metal

Spiellänge: 44:25

Release: 01.12.2017

Label: Boersma Records

Link: https://www.facebook.com/NeroDoctrineofficial/

Bandmitglieder:

Vocals – Stefan Rengert
Guitar – Christoph Thiele
Guitar – Henrik Reichheng
Bass – Marko Berger
Drums – Thomas “Schubi” Schubert

Tracklist:

1. …And Then The Stones Began To Speak
2. Plague
3. Circumcised
4. From Defiance To Defeat
5. Hope Is Just A Word
6. Face To The Ground
7. The Eyes Of Truth
8. Doch Die Lichter Sind Kalt
9. See, Those Fires Burn

Melodic Death Metal mit einem Schuss Thrash Metal und Hardcore. Das sind Nero Doctrine aus Greifswald / Mecklenburg-Vorpommern. Nero Doctrine haben ihr Debüt mit dem Titel II – Interitus auf CD bei Boersma Records herausgebracht.
Dabei ist es dann ehrlicherweise auch nur der Erstling unter dem Bandnamen Nero Doctrine. Nero Doctrine firmierten im gleichen Line-Up bereits von 2012 bis 2017 unter dem Namen Dystopia. Als Dystopia haben sie bereits eine Scheibe (Demo) mit dem Titel Tools Of Oblivion herausgebracht. Damals noch stark dem Metalcore verbunden, vollzog man einen Schnitt hin zum Melodic Death Metal. Das dürfte auch der Hintergrund für die Namensänderung sein.

Für eine Band, die sich in das Genre des (manchmal als kommerziell verpönten) schwedischen Melodic Death Metal vorwagt, könnte es schon so was wie ein Todesurteil sein, wenn sie solche Bands wie Arch Enemy, In Flames oder Soilwork versucht zu kopieren oder imitieren. Und gerade das machen Nero Doctrine nicht. Klar, ein wenig hört man schon die Vorbilder hier und da heraus. Man bleibt dabei aber durchgängig eigenständig. So hebt man sich von den Genregrößen ab. Gerade auch weil man, trotz Namenswechsel der Band, seine Herkunft im Metalcore nicht verleugnen kann und wahrscheinlich auch nicht will. Denn Metalcoreelemente finden wir auf dem Album genügend, schon gleich beginnend mit dem Opener …And Then The Stones Began To Speak. Der darauf folgende Song Plaque besticht dann durch tolle Riffs. Die Songs bewegen sich alle in einem Spagat zwischen Melodic Death Metal, Thrash Metal und einer scharfen Prise Metalcore. Eine gravierende Ausnahme ist der Song Hope Is Just A Word. Da beschließen die Banausen so ziemlich in der Mitte des Songs urplötzlich ihren Melodic Death Thrash Weg zu verlassen und finden sich urplötzlich nicht mehr in Göteborg wieder, sondern katapultieren sich in die Sümpfe von New Orleans. Denn der Rest des Songs wird ein Sludge. Als bekennender Sludge Fan muss ich den Hut ziehen. Solch eine Überraschung erwartet man nicht bei einer Melodic Death Truppe. Dies zeigt, wie versiert Nero Doctrine bereits auf ihrem Debütalbum zu Werke gehen. Das Ganze wirkt zu keiner Zeit amateurhaft. Der Band kann man einen gewissen Stand an Professionalität bescheinigen.

Im Gegensatz vieler Neuveröffentlichungen altbekannter Melodic Death Bands klingt II – Interitus von Nero Doctrine recht erfrischend. Mut haben sie durch die Hinzunahme von Thrash Metal und Metalcore Elementen bewiesen. Gerade Sänger Stefan Rengert hält die Metalcoreschiene aufrecht. Ob dies gewollt ist, kann ich nicht sagen. Mir gefällt es auf jeden Fall. Bei Puristen könnte dies jedoch auf deren Befindlichkeiten stoßen. Die Gitarrenläufe haben die notwendige Harmonie für dieses Genre. Die Drums den notwendigen Druck.
Nero Doctrine müssen natürlich aufpassen, dass sie im kleinen Teich dieses Genres von den größeren Fischen nicht aufgefressen werden. II – Interitus bildet aber schon eine recht gute Basis, auf die sich aufbauen lässt.

Fazit: Nero Doctrine aus Greifswald wagen einen Ausflug nach Göteborg. Dort besuchen sie die Schule und bringen eigenes Wissen mit ein. Das Examen haben sie auf jeden Fall bestanden.

Anspieltipps: ...And Then The Stones Began To Speak, Hope Is Just A Word, Face To The Ground
Juergen S.
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