Nucleus Torn – Neon Light Eternal

“Düsteres langatmiges Folkmannsgarn“


Artist:
Nucleus Torn

Herkunft: Schweiz

Album: Neon Light Eternal

Spiellänge: 41:00 Minuten

Genre: Folk Metal, Avantgarde

Release: 06.11.2015

Label: Prophecy Productions

Bandmitglieder:

Gesang – Anna Murphy
Alle Instrumente – Fredy Schnyder

Tracklist:

  1. A Declaration Of Mistrust
  2. Nothing Between You And Death
  3. Street Lights Fail

Nucleus Torn - Neon Light Eternal

Angekündigt als das letzte Album überhaupt, melden sich Nucleus Torn nach bereits einem Jahr mit dem nun sechsten Werk zurück. Kreatives Zentrum der Folkformation mit so allerlei Einflüssen und Instrumenten im Gepäck ist dabei der Schweizer Fredy Schnyder, der vom Beherrschen mannigfaltiger Intrumente bis hin zum Komponieren, Aufnehmen, Mastern und wohl auch noch den Layoutarbeiten alles in die eigene Hand nimmt. Und das ist allerhand.

Wer zwangsneurotisch den typischen Strophe-Refrain-Aufbau erwartet, wird hier vor neue musikalische Weltbilder geschoben. Dass die Songs dabei länger ausfallen, ist halb so wild und gerade im Metal keine Seltenheit. Schwer zu verdauen sind jedoch die nicht vorhandenen Trennungen einzelner Titel. So dauert bereits der erste Song 23 Minuten an, hätte aber gut und gern durch vorhandene mehrsekündige Pausen in die jeweiligen Teile geschnitten werden können. Es würden glatt drei Songs daraus entstehen, in denen man die Lieblingsstellen gezielter anhören könnte. Avantgardistische Einstellung hin oder her, praktisch ist das nicht gerade für den Hörer, zumal einige Passagen nicht immer zur eigenen persönlichen Stimmung passen werden und deshalb zähflüssig daherkommend sogar eher anstrengen. Teilweise ist es hart, da am zuhörenden Ball zu bleiben.

Erfrischend abwechselnd und deshalb positiv zu erwähnen ist hingegen die breit gefächerte Instrumentierung. Das sorgt für eine Vielzahl an Stilmitteln, die von Folk, Jazz-Metal bis hin zu Progressive viele Gesichter haben kann. Außerdem fährt Nucleus Torn mit dem Verwenden zahlreicher interessanter Disharmonien auf. Die Wechsel von laut zu leise gelingen und sind immer Höhepunkte der jeweiligen Liedabschnitte.

Liebhaber von Folk kommen bei Nucleus Torn sicherlich auf ihre Kosten, müssen aber auch fähig sein, Geduld mitzubringen und über den üblichen Tellerrand zu sehen. Wer es eingängig braucht, sollte bei den üblichen Verdächtigen à la Eluveitie oder Finntroll bleiben.

 

Fazit: Was auf dem Kuchen jetzt noch fehlt, sind die metaphorischen Kirschen oben drauf. Nucleus Torn ist durch die ständig melancholisch-traurige, karge und dunkle Stimmung definitiv hörbar, aber nicht wirklich lang interessant. Es fehlen mitreißende Momente, die dafür sorgen, Neon Light Eternal irgendwann später nochmals und abermals einzuwerfen.
Glenn V.6
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