Phlebotomized – Pain, Resistance, Suffering (EP)

Willkommen im Land der Schmerzen und des Leidens

Artist: Phlebotomized

Herkunft: Niederlande

Album: Pain, Resistance, Suffering (EP)

Spiellänge: 24:24 Minuten

Genre: Melodic Death Metal / Doom Metal

Release: 09.04.2021

Label: Petrichor

Link: https://phlebotomizedhhr.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Ben de Graaf
Gesang (Clean) – Tom Palms
Gitarre – Dennis Boldermann
Gitarre – Thijs van der Sluijs
Keyboards – Rob Op`t Veld
Bassgitarre – André de Heus
Schlagzeug – Alex Schollema

Tracklist:

  1. It Will Pass…
  2. Pain, Resistance, Suffering
  3. No Surrender
  4. Beheaded Identity
  5. You Have No Idea
  6. Collusion Starts Here
  7. GPS (Global Problems Served)

Gitarrist Tom Palms gründete im Jahre 1989 in den Niederlanden die Combo Bacterial Disease, nannte diese 1990 in Phlebotomized um und ging mit den damaligen Membern im Death Metal eigene Wege. Das Debütalbum Immense Intense Suspende aus dem Jahre 1995 brachte zum Vorschein, dass Death Metal auch mit Erweiterungsinstrumenten funktionieren kann und so gab es für damalige Verhältnisse Fremdobjekte wie eine Violine oder Synthesizer zu hören. Der Death Metal mit Atmosphäre kam aber gut an. Das Album Skycontact folgte 1997, aber dann wurde es ruhig um die Band. 2013 kam man wieder mit einigen Originalmembern zusammen, holte sich aber auch neue ins Boot, u.a. meinen Kumpel Carl von Massive Assault, wenn auch nur für ein Jahr. Immer wieder fanden Wechsel statt, der letzte an der Gitarrenposition im Jahre 2019. 2018 kam Album Nummer drei heraus und dieses ging dann in die melodische Death Metal Richtung. Nun also eine weitere EP. Aufgenommen wurde es bei Kollege Uken im ostfriesischen Soundlodge Studio. Ich muss ja nicht erwähnen, dass der Sound klasse ist, oder? Mache ich aber trotzdem.

It Will Pass… dient als Intro, geht aber über zwei Minuten. Dieses kommt mit Gitarren und Keys. Bedrohlich und schleppend geht man zu Werke und fördert eine traurig schöne und melancholische Melodie ans Tageslicht. Einige spacige Klänge erfolgen ebenfalls und dann geht es auch schon mit dem nächsten Song weiter.

Pain, Resistance, Suffering ist zwar von der Spielzeit kürzer als der Opener, aber wesentlich intensiver und härter und vor allem schneller. Eine gelungene Symbiose aus Keyboardelementen und Blastbeats. Gute Riffs kommen hinzu und machen diesen Song zu einem durchaus gelungenen Hörerlebnis. Ich mag diese Kombination, auch wenn ich ansonsten eher im Ballersektor unterwegs bin. Aber es ist eben gut gemacht und kommt vor allem glaubhaft herüber.

Es folgt No Surrender und nun wird es etwas ruhiger, doomiger und tragender. Die Töne, die das Keyboard erzeugt, könnten auch als Soundtrack dienen und klingen sehr interessant, vor allem in Verbindung mit dem Rest des Materials, welches dann eher im melodischen Death Metal beheimatet ist. Neben den kräftigen und passenden Growls erschallen immer wieder Screams und im Hintergrund hört man auch bittere Cleangesänge. Kommt in der Kombination sehr gut, alleine würden letztere etwas komisch klingen. Die Keyboardparts werden von den Drums teilweise mit einer Doublebass begleitet und unterstützt und man baut einen Part auf, den man mitgrowlen kann.

Beheaded Identity setzt die Thematik von No Surrender fort. Eine melancholische Melodie durchbohrt die Gehirngänge und das Tempo ist schleppend und düster. Der Gesang wird gedoppelt. Stakkato-Riffing bringt einen gewissen Abwechslungsfaktor in die Sache. Klavierklänge erfolgen und dann erklingen cleane Vocals. Steh ich normalerweise überhaupt nicht drauf, aber in diesem Falle passen diese total. Diese Kombination aus allem lädt zu einer melancholischen Reise ein und diese Einladung nimmt man dankend an.

Um wieder Schwung in die Angelegenheit zu bringen, erfolgt mit You Have No Idea wieder ein knackiger und kurzer Song. Mit spacigen Klängen und Death Metal Parts geht man hier zu Werke und knattert wieder ordentlich durch die Tulpenfelder der Niederlande. Schön rasend und schnell, so muss es sein.

Collusion Starts Here klingt wieder doomig und melancholisch zu Beginn und es bleibt erst einmal so. Im langsamem Tempo schreitet man voran. Die Growls untermauern diesen Spaß. Dann wird ein wenig Druck aufgebaut, die Doublebass gibt das Tempo vor. Der Gesang wird dann clean und mit Screams ergänzt. Dieses wiederholt man, aber so richtig haut mich der Song nicht um. Schwebt an meinen Membranen so vorbei.

GPS (Global Problems Served) kann mich da schon mehr überzeugen, muss ich sagen. Hier geben sie noch einmal alles und vermischen das Vorherige. Die Kombination von Blastbeat und Keyboardklängen bleibt entfremdend für mich, klingt aber hier wirklich interessant. Die Riffs sitzen aber auch und bleiben hängen. Sogar Streicher kommen zum Einsatz und das Ganze klingt ein wenig nach Prog, ohne einen gewissen Faden zu verlieren.

Die Mischung macht es aus und das haben die Niederländer drauf. Nicht alles konnte mich überzeugen, aber diese 25 Minuten meines Lebens habe ich durchaus genossen. Beim Riffing könnte man noch nachlegen, aber ansonsten haben sie viele geile Ideen gut umsetzt.

Phlebotomized – Pain, Resistance, Suffering (EP)
Fazit
Nach der erfolgreichen Rückkehr mit ihrem dritten Album legen Phlebotomized mit dieser EP relativ zeitnah nach und bieten eine abwechslungsreiche Mischung aus melodischem Death Metal und doomigen Klängen. Eigene Ideen werden verarbeitet und diese können mich überwiegend überzeugen.

Anspieltipps: Pain, Resistance, Suffering und GPS (Global Problems Served)
Michael E.
7.7
Leser Bewertung1 Bewertung
9.9
7.7
Punkte
Podcast
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