Rotting Christ – The Heretics

“Auf Rotting Christ ist Verlass“

Artist: Rotting Christ

Herkunft: Athen, Griechenland

Album: The Heretics

Spiellänge: 43:38 Minuten

Genre: Atmospheric Dark Metal

Release: 15.02.2019

Label: Season Of Mist

Link: https://www.facebook.com/Rotting-Christ-290468585669/

Produktion: Pentagram Studios, Athen von Sakis Tolis / Mix in den Fascination Street Studios, Schweden von Jens Bogren

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Sakis Tolis
Gitarre – George Emmanuel
Bassgitarre – Vangelis Karzis
Schlagzeug – Themis Tolis

Gastmusiker:

Irina Zybina (GRAI) – Gesang bei ‚Vetry Zlye‘
Dayal Patterson – Intonation bei ‚Fire God and Fear‘
Ashmedi (MELECHESH) – Gesang bei ‚The Voice of the Universe‘
Stratis Steele – Intonation bei ‚The Raven‘

Tracklist:

  1. In The Name Of God
  2. Vetry Zlye (ВЕТРЫ ЗЛЫЕ)
  3. Heaven And Hell And Fire
  4. Hallowed Be Thy Name
  5. Dies Irae
  6. I Believe (ΠΙΣΤΕΥΩ)
  7. Fire God And Fear
  8. The Voice Of The Universe
  9. The New Messiah
  10. The Raven

 

Wenn eine Band schon seit über 30 Jahren am Start ist und dabei ihre Fanbasis kontinuierlich vergrößern konnte, spricht das ja schon mal grundsätzlich dafür, dass sie so schlecht nicht sein kann. Ihren eigenen Stil haben die Männer von Rotting Christ dabei auch gefunden, diesen aber nicht zu Tode geritten sondern immer wieder an sich und ihrem Sound gearbeitet. Rückgriffe auf die eigenen Werke sind dabei – meiner Meinung nach – eher bereichernd und Mittel zum Zweck. Live sind die Griechen sowieso eine Macht und lassen ihre Shows eher zu Ritualen bzw. Messen werden denn zu 08/15-Auftritten.

Das alles im Hinterkopf wurde mir die Zeit von der ersten Ankündigung bis zum Release schon ziemlich lang, aber es gab ja immer wieder kleine Appetizer in Form von Singleauskopplungen. Der erste Track In The Name Of God gehörte nicht dazu, aber hier wären wir schon beim ersten Rückgriff auf die eigenen Werke. Mich erinnert insbesondere der Anfang des Songs mächtig an Les Litanies de Satan vom Vorgängeralbum Rituals. Aber das war ja auch ein Meisterwerk, es gäbe also wesentlich schlechtere Vorlagen. Für Vetry Zlye hat man sich dann gesangliche Unterstützung in Form von Irina Zybina von der russischen Folk Metal-Band GRAI geholt. Wer die traumhafte Stimme dieser Frau genau so gern hört, wie ich, sollte ruhig auch mal bei GRAI reinhören. Gesangliche Unterstützung gibt es auch bei The Voice Of The Universe, bei dem sich Rotting Christ mit Ashmedi – Sänger und Gitarrist der grandiosen Melechesh – zusammengetan haben.

Insgesamt fahren Rotting Christ in den zehn Tracks der Standardversion alles auf, wofür sie allerspätestens seit Rituals bekannt sind. Ein bombastischer Breitbandsound aus Melodie und solidem Rhythmus, grandiose Riffs, epische Chöre im Hintergrund und ein Sakis Tolis, der den Songs eine dermaßen intensive Stimme gibt, dass er wohl auch das Telefonbuch von Athen vorlesen könnte, ohne, dass einem langweilig wird. Dann noch in schöner Regelmäßigkeit ein Wechsel zwischen schnelleren und etwas – aber wirklich nur etwas! – getrageneren Songs, fertig ist die Messe. Wenn der Mix dann wieder in die bewährten Hände von Jens Bogren gelegt wurde, gibt es natürlich auch hier nicht ansatzweise was zu meckern. Da braucht es auch live nicht viel mehr, und die Menschen stehen gebannt vor der Bühne. Ich sitze während des Hörens gebannt auf meinem Stuhl und freue mich schon, die Männer dann auch mit Songs von diesem Album wieder mal live erleben zu können.

Da der Gesang von Irina Zybina beim Song Vetry Zlye wirklich einfach nur wunderbar ist, gibt es hier das Lyric-Video dazu:

Leider nicht auf der Standardversion ist – wie der Name schon sagt – der Bonustrack The Sons Of Hell, zu dem Rotting Christ gerade ebenfalls ein Lyric-Video rausgehauen haben. Ich werde mir die Special Edition wohl auch noch zulegen müssen…

Endlich mal wieder eine Band, auf die Verlass ist! Ich höre ja die verschiedensten Metal-Genres, aber viele Bands haben mich da mit ihren neusten Veröffentlichungen – um es mal vorsichtig auszudrücken – doch ziemlich ernüchtert. Das klang doch oft sehr lieblos heruntergespult, so nach dem Motto "jetzt müssen wir mal wieder was raushauen". Das ist bei diesem Album sicherlich nicht der Fall, und wenn man von Sakis Tolis selbst erzählt bekommt, was er alles getan hat, bevor es überhaupt nur ans Schreiben dieser Songs ging, dann glaube ich ihm jedes Wort. Es hat sich gelohnt, mit dem Album sind Rotting Christ in meiner persönlichen Bandliste gleich mal wieder ein paar Plätze nach oben geklettert.

Anspieltipps: Nach mehrmaligem Hören könnte ich eigenlich schreiben: alles, aber von Anfang an hatte ich Heaven And Hell And Fire, Dies Irae, The Voice Of The Universe und The New Messiah auf dem Zettel
Heike L.9.5
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