Sabaton – 01.08.2020 – Wacken World Wide Livestream 2020

Der Headliner ist würdig, aber leicht eingerostet

Eventname: Wacken Wold Wide Livestream 2020

Band: Sabaton

Ort: Online (Wacken, Schleswig-Holstein, Deutschland)

Datum: 01.08.2020

Genres: Heavy Metal

Setliste:

  1. Ghost Division
  2. Great War
  3. The Attack Of The Dead Men
  4. Panzerkampf
  5. The Last Stand
  6. The Red Baron
  7. Carolus Rex
  8. Fields Of Verdun
  9. Primo Victoria
  10. Swedish Pagans
  11. Bismarck
  12. To Hell And Back

Der Headliner des Wacken World Wide hätte nicht besser gewählt sein können. Bevor ein legendärer Motörhead Auftritt von 2011, Lordi und Maschine’s Late Night Show mit den beiden Wacken Foundern Holger Hübner und Thomas Jensen, die ein Fazit ziehen, Wacken 2020 zu Ende geht, stehen die Schweden von Sabaton auf der XR-Stage. Nach Monaten ohne Auftritt haben sie sich entschlossen, ohne große Proben ein Set abzulegen, das sich an ihrem letzten Album The Great War entlang hangelt. Die Bühne ist zwar nicht so groß, wie sie es gewohnt sind und auch die Panzerattrappen stehen nur animiert im Hintergrund, aber ansonsten lassen sie es krachen, fast wie in echt. Beim vorgelagerten Interview sind sie voller Zuversicht die Bühne zu rocken und sich auch nicht anmerken zu lassen, dass sie vor mehr oder minder virtuellem Publikum auftreten. Somit geht es mit Ghost Divison los und Joakim Broden, wie immer mit Platten-Weste (sitzt schon recht knapp) und Sonnenbrille, rockt das professionell.

Links und rechts schießen Flammen empor und auch vor dem virtuellen Fotograben stechen Flammensäulen gen Hallendach. Fast ohne Unterbrechung geht es mit Great War und The Attack Of The Dead Men weiter. Beim letzteren Song stehen zunächst noch alle mit Gasmaske auf der Bühne, die aber schon nach den ersten Takten abgelegt werden. Nur Joakim behält sie bis zum Ende auf, und das sorgt für ein nasses Gesicht.

Was auffällt, ist die schlechte Aussteuerung der Gitarren bei den Soli. Das wird zu laut ausgesteuert und lässt die restlichen Instrumente fast im Hintergrund verschwinden. Das ist etwas schade, aber tut dem Ganzen keinen Abbruch. Chris Rörland und Tommy Johansson bearbeiten ihre Gitarren in gewohnter Manier und Bassist Pär Sundström zeigt das eine oder andere Mal die Pommesgabel und flirtet mit dem virtuellen Publikum. Ein wenig fehlt das echte Livefeeling schon und, machen wir uns nichts vor, es ist trotz der tollen animierten virtuellen „Massen“ vor der Bühne ein Auftritt in leerer Halle. Die Schweden lassen sich das nicht anmerken und die Ansagen von Joakim sind schon an das Publikum gerichtet.

Natürlich darf dann auch noch ein Bier nicht fehlen und das widmen sie den deutschen Fans. Wie immer verliert Joakim gegen Tommy im schnellen Bieraustrinken und somit darf Tommy den nächsten Song aussuchen. Das ist dann Swedisch Pagans, bei dem Tommy dem Joakim diverse Plektren auf die hohe Stirn klebt. Mit To Hell And Back endet der Auftritt. Selbstverständlich gibt es Plektren ins „Publikum“ und alle bedanken sich artig. Über die Musik muss man nichts sagen. Man mag es oder auch nicht. Mir hat es Spaß gemacht, auch wenn Joakim an der einen oder anderen Stelle nicht so ganz die Töne getroffen hat. Aber das schieben wir mal auf die mangelnden Auftrittsmöglichkeiten.

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