Sapiency – For Those Who Never Rest

Was lange währt, wird endlich gut

Artist: Sapiency

Herkunft: Deutschland

Album: For Those Who Never Rest

Spiellänge: 55:19 Minuten

Genre: Melodic Death Metal

Release: 25.09.2020

Label: Massacre Records

Links: https://sapiency1.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/Sapiency

Bandmitglieder:

Gesang (Clean) – Lars Bittner
Gesang (Growls) – Phillip Heckel
Gitarre – Holger Wenck
Gitarre – René Ritzmann
Bassgitarre – Hendrik Winter
Schlagzeug – Jonas Schütz

Tracklist:

  1. Everest
  2. Like Yourself
  3. Dangerous Game
  4. Revenge
  5. Bleeding In The Sun
  6. Thin Ice
  7. Sick
  8. C’est La Vie
  9. Borderline
  10. I Am Alive
  11. Dreamer
  12. Dropped Again
  13. Like Yourself (Feat. Gerrit & Tyler – Bonustrack)

Erbarmen, zu spät, die Hesse komme. Ja, ich weiß, hundert Mal gebracht, aber so lange es Ostfriesenwitze gibt, werde ich auch nicht müde, solche Zitate zu verwenden. Sapiency gründeten sich im Jahre 2009 und stammen aus Tankardcity, also aus Frankfurt am Main. 2010 kam das erste Lebenszeichen in Form einer EP heraus und es folgten bis 2013 zwei Alben. Dann wurde es ein wenig ruhig um die Band und wie so üblich, gab es jede Menge Mitgliederwechsel. Die Positionen Bass, Drums und Vocals wurden geändert, aber wenn ich es richtig verstanden habe, ist die aktuelle Besatzung auch eine andere.

Zu dem Opener Everest gibt es wie üblich eine Videoauskopplung auf YouTube. Es wurde der vermeintlich stärkste Song ausgewählt und steht eigentlich für das ganze Album.

Der Song wird angedroht mit einem kleinen Interlude und dann im schnelleren Midtempo mit feinem Riff vorgetragen. Der Sound klingt recht modern. Break und ab in groovige Elemente. Hier verwendet man den bandtypischen doppelten Gesang. Verständliche Growls und Cleangesang. Vor zehn Jahren hätte ich wahrscheinlich hier schon ausgemacht, denn Death Metal und Cleangesang  passten meiner Meinung nach nicht zusammen, aber spätestens seit der letzten Amorphis habe ich meinen Frieden mit diesem Gesangstil gemacht, zumal man sagen muss, dass dieser Cleangesang hier recht „aggressiv“ rüberkommt und somit gut anzuhören ist. Der groovende Part ist nur das Vorspiel zum melodischen Teil. Wer auf Melodie steht, wird es mögen, absolut. Kurz in den groovenden Part zurück und dann deathig aggressiv zu Werke, schöne Tempoverschärfung, bevor man dann wieder die Melodie herausholt. Und danach nimmt man das Tempo ganz heraus und baut ein druckvolles, aber auch verträumtes Szenario auf. Und dann wieder Wechsel in einen melodischen Uptempopart und zurück zum kopfnickenden, groovenden Part. Der Song ist sehr abwechslungsreich.

Wie schon gesagt, spricht der Song für das ganze Album und so kämpft man sich 13-mal durchs Gebälk. Während die beiden Gitarristen und der Cleangesangakrobat bereits seit 2009 dabei sind, wurde u.a. eben der Growler erneut ersetzt. Im Prinzip hat Phillip Heckel (bis 2017) das Album eingesungen, da schon im Jahre 2016 mit den Aufnahmen begonnen wurde. Anschließend haben mehrere Sänger gegrowlt und Neuling Tyler Zechlinski durfte sich dann aber bei Like Yourself verewigen. Wer immer noch nicht durcheinander ist, ja dem gibt die Band den Rest, denn der Song Like Yourself wurde noch einmal aufgenommen, und zwar mit Gerre von Tankard am Gesang. So, geht doch, hehe.

Wie gut, wenn man ein eigenes Studio hat und so konnte Gitarrist René des Öfteren neu mischen. Rausgekommen ist ein etwas moderner, aber absolut transparenter und druckvoller Sound.

Wie gesagt, ich bin im melodischen Death Metal nicht so zu Hause, vor allem, wenn der Cleangesang im Spiel ist. Als Vergleich kommt mir da die Band Scar Symmetry in den Sinn. Diese Richtung schlagen Sapiency auch ein. Melodischer Death Metal mit Synthies und wechselndem Gesang.  Neben den beiden genannten Songs gefällt mir noch I Am Alive sehr gut, da dieser schön groovend um die Ecke kommt und eine positive Message beinhaltet, wie eigentlich das ganze Album.

Die Burschen beweisen ein Händchen für Melodien und versuchen, dass diese in deinen Ohren hängen bleiben. Dieses Vorhaben gelingt nicht immer und der eine oder andere Song plätschert fröhlich so vor sich hin (wie. z.B. Dangerous Game, sehr Power Metal lastig oder Dropped Again, sehr proggig), aber ansonsten kommt das Teil echt gut rüber und dieses sage ich als Old School und Brutal Death Metal Fan. Soll was heißen, hehe. Das Riffing der beiden Gitarristen ist auf jeden Fall geil, denn sie können sowohl death/thrashige, als auch melodische Parts kreieren.

Sapiency – For Those Who Never Rest
Fazit
Sapiency liefern mit For Those Who Never Rest ein gutes Album ab, welches mich aber nicht zu 100 % überzeugen kann. Der melodische Death Metal mit Synthies und wechselndem Clean/Growl Gesang kommt aber echt gut rüber. Das Album ist meines Erachtens ein wenig zu lang und hier und da klingt man sich zu ähnlich, aber das war es auch schon. Wer auf Bands wie Scar Symmetry oder Mercenary abfährt, kann zuschlagen.

Anspieltipps: Everest, Like Yourself und Thin Ice
Michael E.
7.8
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