Speedkiller – Midnight Vampire

Und Graf Dracula wippt im Sarg mit dem Fuß zu den Rhythmen von Midnight Vampire

Artist: Speedkiller

Herkunft: Brasilien

Album: Midnight Vampire

Spiellänge: 26:16 Minuten

Genre: Thrash Metal, Black Metal

Release: 11.12.2020

Label: Hellprod Records

Link: https://www.facebook.com/speedkiller666

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Spellcaster
Gitarre – Summoned
Bassgitarre – Evilspirit
Schlagzeug – Hellkrätus

Tracklist:

  1. Intro – Arrival In Transylvania
  2. Nightspell
  3. Suicide Hell
  4. Shadow People
  5. Midnight Vampire
  6. Valley Of Death
  7. Circles Of Blood

Südamerika gilt ja für viele noch als exotisches Gebiet, sofern es um extremen Metal geht, aber im Grunde existiert dort eine wachsende Szene und gerade in Brasilen gibt es genügend Leute, die sich für Thrash Metal, Death Metal und Black Metal interessieren. Zugegeben, die 70.000 Einwohner Stadt Três Corações und die Landschaft Minas Gerais kannte ich bis heute auch nicht, aber das sagt ja nichts aus und von dort kommen ja auch die Thrasher Attacke Nuklear. Mit denen haben Speedkiller aber nichts zu tun, man teilt sich keine Musiker. Seit 2018 ist das Quartett rund um den Vectis Drummer zusammen und schmiss 2019 erst einmal eine Single auf den Markt. Der Song Nightspell wurde schon einmal angeboten. Dieser ist auch der Opener dieser EP.

Thematisch hat man sich den Vampirismus verschrieben und los geht die Reise von Brasilien nach Transsylvanien. Das Intro beschreibt ihre Ankunft. Nach Arrival In Transylvania (Reitergeräusche und unheimliche Kulisse, begleitet von Klavierklängen und das Öffnen einer Tür) geht es los mit dem oben genannten Song Nightspell. Thrashige Vorspieler und ab geht die nächtliche Tour auf der Flucht vor den Vampiren. Mit dem Pflock in der Hand und der Gitarre um den Hals kämpft man sich durch die Nacht. Es holpert und scheppert an allen Ecken und es klingt nach Material, welches man schon sehr oft gehört hat, aber dann holt man eine fette Melodie heraus und auch der Refrainpart klingt ganz fett. Ein gelungenes Solo wird aus dem Hut gezaubert und könnte Graf Dracula davon abhalten, seiner Leidenschaft nachzugehen. Das melodische Element taucht zum Glück auch wieder auf, ansonsten knüppelt man sich recht old schoolig durch das transsylvanische Geäst. Der Gesang ist sehr nach hinten gemischt und die Produktion nicht die beste, aber ordentlich mit Dreck versehen.

Suicide Hell lebt ebenfalls von dieser Mischung, haut uns zu Beginn auch ein geiles melodisches Element um die Ohren und verfeinert dieses mit einer schnellen Uftata. Der Part wird auch wiederholt. Allerdings zieht der Rest der Songs irgendwie an mir vorbei und es wiederholt sich alles zu oft, bis man dann das Tempo herausnimmt und einen groovigen Part einbaut. Dieses nutzt die Band natürlich, um ein Solo loszuwerden. Danach erfolgt wieder der Part mit dem melodischen Riffing und auch der Rest wird wiederholt. Es erscheint erneut ein Solo und dann endet der Song so langsam.

Shadow People kommt mit langsamen, fast doomigen Klängen zu Beginn und wird so schleichend aufgebaut. Das Midtempo regiert hier das Geschehen, aber der Part ist mir dann zu lang, obwohl dieser geil klingt. Das Tempo nimmt man wieder ganz raus und spielt ein wenig herum, bis man wieder im Midtempo agiert. Der Song bleibt so und wird auf Dauer gesehen etwas langatmig und der Überraschungseffekt fehlt.

Midnight Vampire geht da schon wieder mehr auf Vampirjagd. Uptempo gepaart mit einem Solo und dann wieder ein schneller Part, der mit geilem Riffing überzeugen kann und kleinen Spielereien, wie ein kurzes Drumsolo. Natürlich darf auch in diesem Song kein Solo fehlen und dieses ist schon verwirrend, aber passend. Nach 02:45 Minuten nimmt man das Tempo ganz raus. Ein Groove wird eingesetzt und dann erfolgt wahrscheinlich der beste Part auf dieser EP. Ein melodisches Lead in Midtempogeschwindigkeit. Wenn Dracula da im Sarg nicht den Fuß im Rhythmus bewegt, läuft einiges falsch im Staate Rumänien. Aber hört selber:

Valley Of Death lebt ebenfalls von der thrashigen Untermalung blackiger Gitarrenmelodien und klingt ganz geil, aber ist auch kein Anheizer für nächtliche Beißattacken.

Circles Of Blood kommt da schon wieder viel geiler aus den Boxen. Gutes Riffing, schnelle Ufatat, im Hintergrund agierender Gesang und geile Tempowechsel. Sehr trashig und macht definitiv Laune. Wieder eine traurig schöne Melodie, die langsam ums Eck kommt und den Song beendet.

Ja, die Burschen huldigen und wildern in eigenen Ländle und Bands wie Sarcàfago, Holocausto, Mutilator und alte Sepultura dürften bei diesem Album Pate gestanden haben. Die dreckige Produktion passt sehr gut. Hier und da wiederholen sie mir aber zu viel bzw. ziehen Parts in die Länge, aber das sind nur Randnotizen. Auch einige Riffs kommen einem sehr bekannt vor. Passenderweise wird die satte und klangvolle analoge Produktion durch den Mix von Inculters Remi Nygård vervollständigt.

Speedkiller – Midnight Vampire
Fazit
Wie so viele südamerikanische Bands huldigt diese Band auch ihre Idole und macht dabei ihre Sache wirklich gut. Aggressiv und atmosphärisch geht man zu Werke und agiert überwiegend in einem headbangerfreundlichen schnellen Tempo. Schockt. Eine durchaus gelungene Mischung aus Thrash Metal und Black Metal, aber auch einige Anleihen aus dem Death Metal sind zu hören.

Anspieltipps: Midnight Vampire und Circles Of Blood
Michael E.
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Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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