Sula Bassana – Dark Days

“Psychedelischer Spacerock für Fans“

Artist: Sula Bassana

Album: Dark Days

Spiellänge: 71:30 Minuten

Genre: Spacerock, Psychedelic, Krautrock

Release: 10.08.2012

Label: Sulatron Records

Link: http://www.sulabassana.de

Bandmitglieder:

David Henriksson (Gast, Track 1) – Gesang
Dave Schmidt – Gitarren, Bass, Schlagzeug, Synthesizer, Orgel, Mellotron, Drumbox
Pablo Carneval (Gast, Tracks 3 und 5) – Schlagzeug, Gong

Trackliste:

  1. Underground
  2. Departure
  3. Surrealistic Journey
  4. Dark Days
  5. Bright Nights
  6. Arriving Nowhere
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Es ist soweit! Der umtriebige Multiinstrumentalist Dave Schmidt meldet sich mit seinem Soloprojekt Sula Bassana zurück. In der Spacerock-Szene ist Dave Schmidt bei Weitem kein Unbekannter, nahezu unzählige Veröffentlichungen, unter anderem mit Electric Moon, Liquid Visions, Weltraumstaunen oder aber Südstern 44 stehen bei ihm im Buche. Für sein neues Album Dark Days ließ er sich nach eigenen Angaben durch das Cover-Gemälde inspirieren, was seinerseits von der Musik inspiriert und von der Electric Moon–Bassistin Lulu gestaltet wurde. Eine fruchtbare Symbiose.

Die erste Nummer des Albums, Underground, ist die einzige, welche man tatsächlich als Song bezeichnen kann. Denn nur hier werden einige hintergründige Gesangsparts einbezogen, welche von David Henriksson[b] von der schwedischen Band [b]The Movements beigesteuert werden. Ansonsten ist das Stück eine ziemlich geile Spacerock-Nummer und besticht durch einen besonders rockigen Rhythmus, geschmeidige Basslinien und dreckige Gitarren.

Departure dagegen verzichtet, wie alle weiteren Tracks, vollständig auf Gesang. Der Titel beginnt zunächst recht sanft, nimmt aber mit einsetzendem Bass und Schlagzeug an Fahrt auf, sodass er am ehesten als erdiger, aber treibender Spacerock mit psychedelischen Elementen (vor allem Orgel und Mellotron) bezeichnet werden kann.

Bei Surrealistic Journey ist der Name Programm. Ab geht die über 20 Minuten (!) dauernde Reise in surreale, kosmische Welten. Dabei wird die Grundstruktur vom Schlagzeug getragen, welches von Gastdrummer Pablo Carneval von Electric Moon perfekt eingespielt wurde. Bei dem ebenso genialen Zusammenspiel von Orgel und Gitarre in den gewaltigen Instrumentalpassagen wird man unweigerlich an Pink Floyd in ihrer psychedelischen und besten Phase der späten 60er erinnert.

Das Titelstück Dark Days ist mit seinen neun Minuten Spielzeit im Vergleich zum Vorgänger ein wahrer Shorttrack, der relativ monoton aufgebaut ist und in wogenden Klängen vor sich hin plätschert bis er sich gegen Ende in freiere Klangfarben auflöst.

Bright Nights dagegen beginnt relativ strukturlos mit einer längeren psychedelischen Phase kosmischer Klänge, welche nahezu ohne Rhythmus daherkommt, was ohne die Zuhilfenahme bewusstseinserweiternder Substanzen doch nur schwer zu ertragen ist. Erst während der letzten drei Minuten wird insbesondere durch das tolle Schlagzeug, welches erneut von Pablo Carneval beigesteuert wird, etwas Ordnung in das Geschehen gebracht.

Den Abschluss des Albums bildet das etwas überraschende und stellenweise – stärker als sonst – improvisiert klingende Arriving Nowhere. Auch hier dominieren zwar die verzerrten Gitarren und die Orgeln flirren kräftig drauf los, aber die Grundstruktur baut auf elektronischen Beats auf und erinnert etwas an Trip Hop, wodurch das Stück moderner, aber auch gewöhnungsbedürftiger rüberkommt als der Rest der Platte.

Christian G.
7
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