© Carsten Becker
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Sum 41 am 28. August in der Turbinenhalle, Oberhausen

“Hier kann sich jeder Musikstil noch eine Scheibe abschneiden“

Headliner: Sum 41

Vorband(s): Waterparks, The Faim

Ort: Turbinenhalle, Oberhausen

Datum: 28. August 2018

Kosten: 37,00€ VVK – keine Abendkasse

Genre: Punk, Rock

Besucher: ca. 3000 Besucher

Veranstalter: Prime Entertainment

Link: Facebook

Turbinenhalle, Oberhausen, ein Donnerstag, Temperaturen an die 30° – und trotzdem ist das Konzert bereits im Vorfeld restlos ausverkauft. Bereits zu den Vorbands Waterparks und The Faim ist die Turbinenhalle gut gefüllt. Die Bands legen einen soliden Auftritt, sind jedoch für viele Geschmäcker ein kleines Bisschen zu poppig.

Gegen 21 Uhr ist bereits der weiße Vorhang vor der Bühne aufgehangen, Waterparks hatten ihr Set um 20:45 beendet. Sum 41 erlauben es sich allerdings ihre Fans bis 21:15 warten zu lassen. Die Anspannung der vielen – vor Allem der weiblichen – Fans ist förmlich greifbar und als dann das ausgedehnte Intro – ein Medley verschiedener bekannter Songs – durch die PA dröhnt, ist die Stimmung im Publikum schon kurz vor’m Überkochen.

Dann fällt endlich der Vorhang und die Band eröffnet mit The Hell Song ihr Set – Wahnsinn, was sich dann in der Turbinenhalle abspielt. Die Intensität der Band auf der Bühne wird vom Publikum, das sofort voll da ist, nochmal übertrumpft. Jeder der Anwesenden kann die Texte mitsingen, es gibt Circle Pits, die Crowdsurfer bringen die Security richtig ins Schwitzen und sogar die Gitarren-Riffs werden munter mitgesummt. Da kann sich auch jede Metal- und Hardcore-Show noch drei Scheiben von abschneiden. Die hohe Intensität fordert aber ich ihren Tribut: so viele Zuschauer mit Kreislaufproblemen oder Verletzungen sieht man auch nicht alle Tage. Ob das jetzt an der Intensität oder der offensichtlichen Unerfahrenheit des Publikums, was Konzerte angeht, liegt, darf jeder für sich entscheiden.

Die Band spielt eine gesunde Mischung aus neuen Songs und den bekannten Klassikern. Auch bei den ruhigeren Songs wie With Me schaffen es die fünf Kanadier das Publikum voll in ihren Bann zu ziehen. Jede Geste, jedes Solo und jede ansonsten denkbare Aktion der Band wird frenetisch gefeiert. Das nächste Highlight folgt mit Over My Head (Better Off Dead), das der Stimmung beim Opener vermeidlich nochmal einen draufsetzt. Mit Pieces folgt ein weiterer ruhiger Song, ehe ein Medley aus Cover-Songs den letzten Teil des Sets einleitet. Eine Ansprache von Frontmann Deryck Whibley in der er den anwesenden Fans mit Metallica-Shirts beteuert, dass die Band auch in der Lage ist härtere Songs zu spielen, bereitet das Publikum darauf vor und auf der Bühne wird ein riesiges Ballon-Skelet aufgeblasen, dass mit seinen Hände die Geste von Sum 41 formt – eine vier mit der einen, einen Mittelfinger mit der anderen Hand. Songs wie In Too Deep, Still Waiting oder Fat Lip setzten einem grandiosen Abend die Krone auf und auch das Linkin Park-Cover Faint – letzter Song! – als Ode an den verstorbenen Chester Bennington kommt beim Publikum an.

Wer nicht unbedingt Sum 41-Die-Hard-Fan istsollte sich die Band trotzdem bei Gelegenheit mal ansehen, drei, vier Lieder kennt jeder und die machen Live so dermaßen Bock, dass man erst richtig vor Augen geführt bekommt, wie durchschnittlich viele Bands live sind. Die zwischenzeitlichen Probleme, die die Band hatte, und die damit verbundene Pause hat Sum 41 definitiv stärker zurückkommen lassen. Die Band lebt definitiv von mehr als ihren 2-3 2000er Hits.

 

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