Target – Deep Water

Verfangen in tiefen dunklen Strudeln

Artist: Target

Herkunft: Santiago (Chile)

Album: Deep Water

Genre: Technical Death Metal

Spiellänge: 52:19 Minuten

Release: 21.01.2019

Label: Australis Records

Link: https://targetchile.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gitarre – Luis Soto
Gesang – Andrés Piña
Schlagzeug – Rodrigo Arias
Bass – Rodrigo Castro

Tracklist:

1. Immerse
2. Inverted Gloaming
3. No Solace Arises
4. Oceangrave
5. Surge Drift Motion
6. Submerged
7. Drowned In An Everlasting Mantra
8. Blackwaters
9. Random Waves
10. Emerge

Bereits im Januar dieses Jahres erschienen ist der Longplayer Deep Water der chilenischen Technical Death Metal Band Target.
Noch nie etwas von gehört!? Ich auch nicht! Der Silberling Deep Water von Target ist die Empfehlung von Frank W., einem befreundeten Kollegen eines anderen Onlinemagazines! Frank schrieb mich an und sagte: Da musst du einfach einmal rein hören!
Ok mache ich. Es dauert jedoch noch etwas, bis ich wirklich Zeit dafür finde, denn wir sind gerade in der Open Air Saison, als ich das Ding endlich in die Hand bekomme!

Zuerst muss ich mich mal etwas über die Band schlau machen. Aha, es sind Chilenen. Das Label ist ebenfalls ein chilenisches Label. So weit, so gut. Die Band existiert bereits seit 17 Jahren und lässt sich durchschnittlich acht Jahre Zeit, um ein Album herauszubringen!!!

Summa summarum macht das dann zwei Alben, somit ist Deep Water erst das zweite Album von Target!
Das erste Album kenne ich bislang nicht, mit dem zweiten Album haben Target im wahrsten Sinne ihres Bandnamens einen Treffer gelandet, ich würde sogar so weit gehen und sagen, einen Volltreffer hat man da gemacht.

Deep Water ist ein grandioses progressives Technical Death Metal Album geworden. Der progressive Touch nimmt einen großen Anteil in der Produktion dieses Werkes ein.

Mit Deep Water gehen Target tatsächlich in unergründliche Tiefen und forschen das Terrain des (progressiv) Technical Metal voll aus. Mit einer sonografischen Glanzleistung wird um alle Hindernisse herum gefahren!
Das Album hat unheimlich Atmosphäre und ist mit allen Wassern gewachsen. Target verstehen es genauso wie meine Technical Death Favs Rivers Of Nihil eine wahnsinnige Atmosphäre zu schaffen, aber trotzdem wiederum anders.

Jeder Song auf diesem Album erzeugt genügend Atmosphäre, ohne das Fahrwasser des Technical Death Metals zu verlassen.
Um ein Intro handelt es sich beim Opener Immerse, bevor das Album eigentlich mit Inverted Gloaming startet. Inverted Gloaming gewinnt mühelos an Strömung und bahnt sich seinen Weg durch das tiefe Wasser. Sehr beeindruckend ist hier der Break mit Klargesang, der dem Song zwar eine kleine Verschnaufpause, aber auch wieder eine gewisse Dynamik gibt.

No Solance Arises treibt das Album dann noch einmal ein Stück weiter in die Tiefe. Prägnante Harsh Voices dominieren. Ein seltsames Blubbern lässt nur erahnen, dass wir in neue Tiefen vordringen.

Zwar bedrückend doomig, jedoch mit einer ungeheuren Schlagzahl nähern wir uns dem Oceangrave. Bei dieser Grabesmelodie verstimmt seltsamerweise alles andere um uns herum.

Surge Drift Motion groovt und bleibt in Bewegung mit einem herrlichen Zwischenteil inklusive clean voices, der einen Moment innehält und in dem man das Wasser in der Tiefe um sich herum vergessen könnte. Ein Moment des Abtauchens in die endlose Tiefe wird uns gegönnt, bevor wir im Trudel des Technical Death schwer nach Luft schnappen müssen.

Submerged ist nur ein Interlude, der uns eine Weile des Verschnaufens und Luftholens gönnt. Das folgende Drowned In An Everlasting Mantra entwickelt sich von einem kleinen Rinnsaal zu einem berstenden Geysir, der unregelmäßige Ausbrüche hat.

Blackwaters liebt den Wechsel zwischen progressiven Ansprüchen und technisch ausgereiftem Death Metal. Blackwaters wirkt zudem beängstigend wie ein schwarzes Loch, welches sämtliche Energie auffrisst.

In Random Waves branden wie zufällig Technical Death Wellen schubartig auf neues Terrain. Dort zerfließen sie, sammeln sich erneut und versammeln sich erneut zu aufkommenden Wellen – schwer und zerstörerisch überfluten sie am Schluss das Land. Eine neunminütige Glanzleistung der Band, die mit Emerge ein versöhnliches Outro hinlegt und uns sprachlos im tiefen Wasser treiben lässt!

Target – Deep Water
Fazit
Target schaffen es, mit ihrem erst zweiten Album Deep Water innerhalb von 17 Jahren, ein Werk hinzulegen, welches uns die Weite der Ozeane von progressivem Technical Death Metal erschließt. Sowohl die beruhigende, als auch die bedrohliche Komponente des Wassers kommt zur Geltung.

Anspieltipps: Inverted Gloaming, Drowned In An Everlasting Mantra und Blackwaters
Juergen S.
9.2
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Contra
9.2
Punkte
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