The Dead Daisies mit The New Roses am 18.04. in der Markthalle, Hamburg

                “The Dead Daisies mit The New Roses am 18.04. in der Markthalle, Hamburg!“

Eventname: Burn It Down World Tour 2018

Headliner: The Dead Daisies

Vorband: The New Roses

Ort: Markthalle, Klosterwall 11, 20095 Hamburg

Datum: 18.04.2018

Kosten: 36,20 € VVK, 38 € AK (ausverkauft)

Genre: Rock, Hard Rock

Besucher: ca. 1000

Veranstalter: Markthalle-Hamburg, Wizard Promotions Konzertagentur GmbH, River Concerts

Link: https://www.facebook.com/events/564653497203828/

Setlisten:


1. Every Wild Heart
2. Forever Never Comes
3. Dancing On A Razor Blade
4. Life Ain’t Easy (For A Boy With Long Hair)
5. It´s A Long Way
6. Devil´s Toys
7. One More For The Road
8. Thirsty

1. Resurrected
2. Rise Up
3. Make Some Noise
4. Song And A Prayer
5. Dead And Gone
6. Mexico
7. What Goes Around
8. Last Time I Saw The Sun
9. Leave Me Alone
10. All The Same
11. Drum Solo
12. Bitch (The Rolling Stones Cover)
13. With You And I
14. Rock And Roll All Nite / Highway To Hell / The Boys Are Back In Town / Smoke On The Water / Heaven And Hell
(Kiss / AC/DC / Thin Lizzy /… more )
15. Mainline
16. Long Way To Go
17. Midnight Moses (The Sensational Alex Harvey Band Cover)

Encore1
18. Judgement Day
19. Highway Star (Deep Purple Cover)

Encore2
20. Helter Skelter (The Beatles Cover) (with „Nobody’s Fault But Mine“ snippet)

Ein Event, auf das ich mich seit Wochen freue: The Dead Daisies, die von The New Roses supportet werden!
Wir sind aufgrund der Verkehrssituation in und rund um Hamburg ein bisschen spät dran und wundern uns, als wir ankommen, dass immer noch eine Schlange vor der Markthalle steht. Mit einer halben Stunde Verspätung öffnen sich um 19:30 Uhr die Türen der Markthalle. Wie üblich entern wir gleich einen strategisch günstigen Platz ganz vorne an der Absperrung, wo auch der Durchlass zum Fotograben ist. Mein Kollege Norbert C. wird wieder tolle Bilder für euch knipsen.

Sehr pünktlich geht es um 20:00 Uhr mit The New Roses los. Die Jungs starten mit Every Wild Heart vom aktuellen 2017er-Album One More For The Road. Ich muss gestehen: Ich bin absoluter Fan der Rosen. Darf ich schreiben, dass ich eigentlich nur wegen The New Roses hier bin? Ich sehe sie heute das neunte Mal, und es wird definitiv nicht das letzte Mal sein 😉 Wir treffen auch Debbie wieder, Administratorin des offiziellen Facebook Fanclubs.
Timmy Rough fängt alle Zuschauer gleich mit seiner markanten Stimme ein. Ohne Unterbrechung schließen sich Forever Never Comes und Dancin‘ On A Razor Blade an. Hardy, rechts stehend souverän mit seinem tief hängenden Bass, und der im Hintergrund agierende Schlagzeuger Urban Berz liefern bei allen Stücken die fette Basis. Norman Bites steht links und lässt in bester Gitarristenmanier die lange Mähne beim rasanten Fingerspiel auf den Saiten der Gibson fliegen. Während Timmy mit Life Ain’t Easy (For A Boy With Long Hair) allen Mut macht ihren eigenen Weg zu gehen, egal wie schwierig es werden kann, fliegen ihm die Herzen nicht nur der langhaarigen Jungs zu. Jetzt kommen zwei ältere Stücke. It´s A Long Way und Devil´s Toys sind vom 2016er-Album Dead Man´s Voice. Bei It´s A Long Way werden die Zuschauer aufgefordert den Refrain mitzusingen „It‘s a long way, it‘s a long way“. Klappt gut. Es schließt sich einer meiner liebsten Songs an: One More For The Road, zu dem es ein echt tolles Video gibt. Ich füg euch das gleich mal mit ein. Das ist sonst auch immer der Song, mit dem es in die Zugabenpause geht. Als Supporter ist das ja leider nicht möglich. Und so kommt nun nur noch der „Oldie“ des Abends, Thirsty, vom Album Without A Trace, das bereits 2013 erschienen ist. Leider ist nach 40 Minuten Schluss. Meine Herren, es war mir, wie immer, eine Freude.
Nach dem Konzert haben wir leider nur ein paar Worte mit den Jungs wechseln können, da sie von den Fans stark umlagert waren. Norman hat uns ein bisschen vom Leben im Tourbus erzählt. Das Leben als Rockstar ist halt nicht immer ganz einfach 😉

[youtube]Xs4Iw3mmuSo[/youtube]

Nach einer relativ kurzen Umbaupause geht es mit The Dead Daisies weiter. Die Allstar-Truppe gibt es erst seit 2012. Nach diversen Wechseln im Line-Up haben sie jetzt wohl zu sich gefunden. Mehr Prominenz auf der Bühne geht kaum. Mit einer Besetzung, die Rockgourmets das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt: Doug Aldrich war Gitarrist bei Whitesnake und Dio, Schlag­zeu­g­er Deen Castronovo hat unter anderem schon für Journey, Bad English und Ozzy Osbourne getrommelt, und Sänger John Corabi, der klangliche Mittelpunkt der Band, beerbte bei Mötley Crüe den blonden Beau Vince Neil, stand anschließend acht Jahre lang mit Ratt auf der Bühne und konnte zwischenzeitlich Union, einer Band mit Kiss-Mitglied Bruce Kulick, seinen Stempel aufdrücken. Basser Marco Mendoza war bei Thin Lizzy und Whitesnake. Initiator der All­star-Truppe ist der australische Gitarrist David Lowy, der schon bei Red Phoenix und Mink gespielt hat und einzig verbliebenes Gründungsmitglied ist.
Vor ein paar Tagen haben sie ihr viertes Studioalbum herausgebracht, das der Tour auch Ihren Namen gegeben hat: Burn It Down. Ein Review meines Kollegen könnt ihr hier nachlesen.

Mit dem Eröffnungssong des Albums Resurrected geht es auch hier gleich los. Aldrich zeigt uns sogleich seine Klasse an der Double-Neck-Gitarre. Mit Rise Up geht es weiter. Beide Songs gehen eher in die Richtung Modern Metal und Alternative Rock. Wer sich das neue Album schon mal angehört hat, wird mir zustimmen, dass dies statt Hard Rock eher dem Heavy Rock-Genre zugeordnet werden muss. Egal, ich mag das. Nun kommen 2 Songs vom 2016er-Album Make Some Noise. Der Titelsong Make Some Noise gibt, was er verspricht und lädt zum Mitsingen ein. Ein Song, der dazu gemacht ist, live gehört zu werden. Bei Song And A Prayer wird es dann erst mal wieder etwas ruhiger. Beim folgenden Dead And Gone liefern Basser Marco Mendoza und Schlag­zeu­g­er Deen Castronovo ein Fundament, dass es einem die Eingeweiden vibrieren lässt. Der Sound der Hardrock-Veteranen ist beeinflusst von 70er- und 80er-Jahre-Rock, gefühlvoll und zugänglich – zu gleichen Teilen Aerosmith, Bad Company und Foreigner: muskulöser Gesang, bluesige Riffs, große Refrains, kraftvolle Melodien und starke Hooks. Weiter geht´s mit dem etwas älteren Mexico vom 2015er-Revolución. Ein Song mit Hitcharakter. So geht´s auch weiter, Songs aus allen Alben werden in schöner Regelmäßigkeit gespielt, alle werden von den Fans gefeiert. Zwischen den Songs hält Sänger John Corabi immer mal wieder Zwiesprache mit dem Publikum. Er stellt Schlagzeuger Deen Castronovo als „neuen Dead Daisie“ vor, der mit einem mehrminütigen Drumsolo seinen Einstand gibt. Er drischt dabei auf seine Schießbude ein, als gäbe es kein Morgen. Überhaupt bekommt hier jeder der Stars seine Show für sich und darf auch mal ins Rampenlicht. Insbesondere Saitenhexer Doug Aldrich sticht immer wieder besonders hervor. Egal ob gefühlvolle Licks oder virtuoses Metal-Shredding, Aldrich beherrscht jede Stilrichtung, die im Rock gefragt ist, perfekt und sorgt ein ums andere Mal für Staunen. Genauso beeindruckend ist aber Frontmann John Corabi, dessen rauchiges Organ mit jedem weiteren Jahr nur noch besser wird. Der Bass von Mendoza treibt jedem Viersaiter-Fan Freudentränen in die Augen. Nun kommt Bitch, ein echt gelungenes Rolling Stones Cover. Dem schließen sich an: With You And I, das Medley aus Rock and Roll All Nite / Highway to Hell / The Boys Are Back in Town / Smoke On The Water / Heaven And Hell, Mainline, Long Way To Go und Midnight Moses. Danach ist nach 17 Songs der reguläre Teil erst mal zu Ende. Natürlich lassen Sie sich nicht lange bitten und kommen für den Zugabenteil zurück. Dieser wird mit Judgement Day eher ruhiger eingeläutet. Es folgt Highway Star, ein Deep Purple Cover. Nun sieht es so aus, als ob das Konzert tatsächlich zu Ende ist. Wenn der Schlagzeuger seine Drumsticks ins Publikum wirft, ist das eigentlich ein eindeutiges Zeichen. Aber nein, sie setzen noch einen drauf und spielen, nun aber wirklich abschließend, das Beatles Cover Helter Skelter. Damit endet ein absolut vielseitiges und abwechslungsreiches Programm. Schneidende Gitarren, eine donnernde Rhythmus-Abteilung sowie charismatischer Gesang – alles war dabei.

In einer Ära, in der Rockmusik immer mal wieder totgesagt wird, beweisen uns The New Roses und The Dead Daisies, dass dies definitiv nicht der Fall ist. Ein wundervoller Abend, voller guter Laune, super Mucke und gut aufgelegten Stars.
Vielen Dank an Norbert C. für die wieder sehr gut gelungenen Fotos!