The Flight Of Sleipnir – Eventide

Das achtbeinige Pferd ist on the run

Artist: The Flight Of Sleipnir

Herkunft: Arvada (Colorado), USA

Album: Eventide

Genre: Black Metal, Post Black Metal, Doom Metal

Spiellänge: 44:23 Minuten

Release: 28.05.2021

Label: Eisenwald

Link: https://www.facebook.com/THEFLIGHTOFSLEIPNIR

Bandmitglieder:

Gitarre, Bass – Clayton Cushman
Schlagzeug, Gesang – David Csicsely
Gitarre – Dave Borrusch
Gitarre – Justin Siegler

Tracklist:

  1. Voland
  2. January
  3. Thaw
  4. Bathe The Stone In Blood
  5. Harvest
  6. Servitude

Das Label Eisenwald wird die neueste Scheibe des achtbeinigen Hengstes von Odin ab dem 28.05.2020 als CD und Vinyl in den Edition black und silver auf den Markt bringen. Eventide heißt das neue Album von The Flight Of Sleipnir. In der Abendzeit / Eventide sollte man sich dieses Album ruhig geben. Eventide ist ein sehr atmosphärisches Album geworden.

Die Band aus den USA, die nach eigenem Bekunden mit ihren ätherischen und progressiven Klängen die reiche Literatur und Sagenwelt des alten Skandinavien widerspiegeln will, ist von ihrer Musik her sehr schwer einzunorden. Da spiegelt sich fast alles wieder, was in der progressiven Metal-/ Rockmusik momentan so zugange ist. Sie malen auf Eventide riesige Klangbilder aus Doom-, Prog-, Black Metal- und Folkrock. Dies dürfte am einfachsten mit Postrock zu bezeichnen sein. Diese Klangbilder sind vorzüglich in den einzelnen Songs festgehalten.

Die sechs Songs auf Eventide sind von der Länge alle so gestaltet, dass sie einen großen Spannungsaufbau hergeben. Thaw ist mit knapp sechseinhalb Minuten der kürzeste Song auf dem Album, welches mit Voland (auch ein anderer Name des Allmächtigen aus der Tiefe) einen tollen Aufmacher hat. Circa anderthalb Minuten flirren die Gitarren, bevor dieser teuflische Gesang in Form von Black Metal Keifen aufkommt. Neben dem Black Metal Gestampfe und höllischem Geheule sind doomige Passagen vorhanden. Zum Schluss wieder dieses flirrende Gitarrenspiel, welches den Song beginnen ließ.

January beginnt mit einem irren Black Metal Gestöber, wie ein Schneesturm zu dieser Jahreszeit im hohen Norden, während sich im Hintergrund bereits wunderbare Melodien auftun und sich anschließend in schöne Gitarrenlinien wenden. Der Song holt sich dann in Post Rock Manier seine Kraft wieder und verfällt erneut in einen wilden Part, bevor wir Vogelgezwitscher und eine akustische Gitarre vernehmen. Dafür gibt es nur ein Wort: Irre, oder nein zwei Wörter: Wunderschön muss da auch noch hin.

In Thaw (auf Deutsch: auftauen) scheinen erste Sonnenstrahlen die vereiste Landschaft zu erwecken. Langsam und bedächtig streckt sich die Natur den Lichtstrahlen entgegnen. Sehr atmosphärisch, wobei das Tempo und der Stil ebenfalls wechseln. Neben den Black Metal Vocals hören wir hier das erste Mal auch saubere, chorartige Stimmen.

Ganz anderes als der Titel Bathe The Stone In Blood es erahnen lässt, beginnt er folk/country stilmäßig. Da sollte man sich nicht unbedingt von täuschen lassen, eine angespannte Atmosphäre, gleich einem Gewitter zieht auf und die Steine werden wahrlich in Blut gebadet. Im Mittelteil befindet sich ein genialer Prog Rock Ansatz. Hier geht es wie in einem Kampf hin und her.

Harvest, die Ernte wird im vorletzten Song fast versöhnlich eingeholt. Klargesang, schön durch die Instrumente untermalt. Sogar ein Klavier reiht sich hier ein und hebt die Stimme. Ab der Mitte des Songs, nachdem man fast schon ausgelassen scheint, verdunkelt sich der Horizont und eine gedrückte Stimmung kommt auf. Kein Klargesang mehr, Black Metal Gekeife übernimmt die Szenerie, die dann jedoch wieder mit Klargesang endet. Servitude am Schluss steht ganz im Zeichen von (Post) Black Metal und Doom, recht episch über siebeneinhalb Minuten zelebriert.

The Flight Of Sleipnir – Eventide
Fazit
The Flight Of Sleipnir zeichnen auf Eventide großartige Post Rock Klangbilder aus Doom-, Prog-, Black Metal- und Folkrock. Ein Album voller Spannung und mit tollen Songs. Das achtbeinige Pferd Odins gleitet in weitere Höhen und wird die Band auf andere Ebenen bringen.

Anspieltipps: Voland, Bathe The Stone In Blood und Servitude
Juergen S.
8.9
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