The HU – The Gereg

Mongolischer Hunnu Rock Wahnsinn

Artist: The HU

Herkunft: Ulaanbaatar, Mongolei

Album: The Gereg

Genre: Hunnu Rock

Spiellänge: 47:42 Minuten

Release: 13.09.2019

Label: Eleven Seven Musik

Link: https://thehu.tmstor.es/

Bandmitglieder:

Lead Throat Singer and Morin Khuur – Gala
Lead Morin Khuur and Throat Singer – Enkush
Jaw Harp, Tsuur, Flute, and Throat Singer – Jaya
Tovshuur – Temka

Tracklist

1. The Gereg
2. Wolf Totem
3. The Great Chinggis Khaan
4. The Legend Of Mother Swan
5. Shoog Shoog
6. The Same
7. Yuve Yuve Yu
8. Shireg Shireg
9. The Song Of Women

Eine der schillernden Rock-Sensationen des letzten Jahres wäre uns beinahe durchgegangen. Da ich gerade den Bestand des letzten Jahres am Durchforsten bin, fallen mir The HU mit ihrem Erstlingswerk The Gereg in die Hände!

The Gereg von The HU ist im September 2019 auf CD und Vinyl bei Eleven Seven Musik erschienen!
The HU sind eine mongolische Band, die Rock und Metal auf traditionellen Instrumenten ihrer Heimat machen. Hinzu kommt ein durchdringender Kehlkopfgesang (Throat Singer), der ihrer Musik noch ein Extra gibt.
The HU haben schlichtweg momentan einen Lauf, ein regelrechter Hype ist ausgebrochen. Dabei ist die Geschichte der vierköpfigen Band um Gala, Enkush, Jaya und Temka, zu denen sich live noch weitere Musiker gesellen, noch gar nicht so alt.

Gegründet wurde die Band im Jahr 2016 in Ulaanbaatar (Mongolei). Im Herbst des Jahres 2018 veröffentlichten The Hu mit Wolf Totem und Yuve Yuve Yu zwei Videos im Internet. Mit diesen Videos erreichten sie ganz rasch Aufmerksamkeit. Bereits im Januar 2019 hatten beide Videos zusammen acht Millionen Aufrufe, Anfang Juli 2019 waren es schon 33 Millionen.

Der Albumtitel Gereg bezeichnet einen metallischen Anhänger, der während der Zeit von Dschingis Khan vom mongolischen Reich als erster Reisepass verwendet wurde und der Diplomaten ein unbehindertes Fortkommen bei vielen Nationen ermöglichte.

Der Gereg wurde dann 2019 von der Band bereits genutzt, um auf Reisen zu gehen. Unter anderem konnte man beim Rock Am Ring und Rock Im Park in Deutschland die Massen schon schwer begeistern. Im Frühjahr 2020 wird man erneut auf große Tour über mehrere Kontinente gehen, deren Konzerte teilweise bereits ausverkauft sind und ein paar wenige davon auch in Deutschland ausgetragen werden.

Nun also zu ihrem Debütalbum The Gereg, welches uns einige rockige und leichte metallische Klänge mit traditioneller, folkloristischer Ausprägung bringt und schlichtweg begeistert.

Die Jungs haben damit ihr eigenes Genre erfunden, denn sie nennen ihre Mucke selbst Hunnu Rock!
Bereits der Opener The Gereg schwört den Hörer auf eine ganz eigene, mystische und fernöstliche Atmosphäre ein. Trügerische Stille, fast bedrohlich. In der Ferne erblickt man das Heer der mongolischen Reiter, die noch ein Stück weit weg sind, aber erahnen lassen, was uns gleich widerfahren wird….

In Wolf Totem schwören sich The HU regelrecht ein. Zunächst zaghaft beginnend nimmt er immer mehr Fahrt auf und wird zu einem rockigen mongolischen Roadmovie. Der Song ist in seinen einzelnen Strophen quasi ein Zurufen und Antworten. Beschwörende Formeln betäuben den Hörer umgehend. Top Song!

The Great Chinggis Khaan kommt deutlich ruhiger rüber, als die beiden vorangegangenen Songs. Dem Song liegt ein Blues Spirit inne und zieht den Zuhörer in seinen Bann. Was für ein wahnsinniger Vibe.

The Legend Of The Mother Swan hat einen wesentlicheren folkloristischeren Ansatz, der rockige Teil hält sich hier sehr weit zurück. Der Titel dieses Songs könnte meiner Meinung auch Once Upon Time in the Mongolei heißen.

Shoog Shoog ist dann wieder rockiger und hat einen richtigen Lauf, ohne dass er ausufert.

In The Same sehen wir The HU wieder auf ihrer unaufhörlichen Reise. The Same schlängelt sich zunächst dahin, bevor er Fahrt aufnimmt und sich mit aller Macht ins Ohr drängt.

Yuve Yuve Yu rockt dann einfach nur noch. Geiler Rhythmus, die Band setzt zum Galopp an. Da kann man auch richtig mitsingen, obwohl man den Text nicht versteht, denn der Song nimmt uns einfach nur so mit: Yuve Yuve Yu!!! Einer der (!!!) Songs auf dem Longplayer überhaupt! Ich muss nochmal raus damit: Yuve Yuve Yu!

Shireg Shireg ist kurz vor Schluss, aus meiner Sicht, wieder eher melancholischer und besonnener. The HU wirken hier fast nachdenklich.

The Song Of Women zum Abschluss lässt uns zunächst mit angezogener Handbremse in dem Vorangegangenen schwelgen, bevor auch dieser Song wieder an Fahrt gewinnt, einen gewissen Rhythmus einschlägt und somit so etwas wie die Quintessenz der gesamten Platte darstellt.

Hier könnt ihr The HU in Kürze in Europa sehen (falls noch Karten verfügbar). Im Anschluss geht es für die Hunnu Rocker direkt nach Übersee!

The HU – The Gereg
Fazit
Der Bandname The HU bedeutet „Mensch“ und symbolisiert die Philosophie der Band, niemanden auszugrenzen und jeden ihrer Fans auf der ganzen Welt auf eine Reise mitnehmen zu wollen. Und genau das machen die vier Mongolen auf The Gereg in unnachahmlicher Weise. The Gereg ist ihr Pass / Dokument für Rockmusik, die erfrischend, unerhört und bisher ungehört ist. Der vielleicht im ersten Moment für Europäer etwas befremdlich klingende Kehlkopfgesang in Vermischung traditioneller mongolischer Instrumente, wie Maultrommel, der Topshur (mongolische Laute) oder der Morin Khuur (Pferdekopfgeige) sind eine extravagante Kombination, die einfach nur beeindruckt und in diesem Falle sogar funktioniert.

Anspieltipps: Wolf Totem, The Great Chinggis Khaan und Yuve Yuve Yu
Juergen S.
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