Therion – Leviathan

Blick zurück nach vorn

Artist: Therion

Herkunft: Stockholm, Schweden

Album: Leviathan

Spiellänge: 45.33 Minuten

Genre: Symphonic Metal

Release: 22.01.2021

Label: Nuclear Blast Records

Link: http://www.therion.se

Bandmitglieder:

Gesang – Thomas Vikström
Gitarre – Christofer Johnsson
Gitarre – Christian Vidal
Bassgitarre – Nalle Phalsson
Schlagzeug – Johan Koleberg

Tracklist:

  1. The Leaf On The Oak Of Far
  2. Tuonela
  3. Leviathan
  4. Die Wellen Der Zeit
  5. Ai Dakha
  6. Eye Of Algol
  7. Nocturnal Light
  8. Great Marquis Of Hell
  9. Psalm Of Retribution
  10. El Primer Sol
  11. Ten Courts Of Diyu

Wirklich einfach machten es Therion den ihnen zugeneigten Fans in den letzten drei Jahrzehnten nicht wirklich. Angefangen als lupenreine Death Metal Band fanden über die Jahre immer mehr symphonische Elemente Einzug in die Musik der Schweden, welches auf Theli (1996) seinen Höhepunkt fand. Hier gab es die perfekte Symbiose aus Metal und klassischer Musik zu hören und war somit stilprägend für ein noch ganz junges Genre (Operatic/Symphonic Metal). Im weiteren Verlauf der Bandgeschichte wurden die Genregrenzen immer weiter ausgedehnt. Die klassischen Anteile drangen mehr in den Vordergrund. Die Arrangements wurden komplexer und nicht jeder Fan der ersten Stunde – mich eingeschlossen – konnte oder wollte dem noch folgen.

Nach dem experimentellen Les Fleurs Du Mal (2012) und der monumental bombastischen Metal-Oper Beloved Antichrist (2018) stehen die Schweden mit ihrem neusten Werk Leviathan in den Startlöchern. Was können wir diesmal erwarten? Mastermind Christofer Johnsson erklärt dazu: „Wir haben beschlossen, den Fans das zu geben, nach dem sie schon lange fragten. Leviathan ist das erste Album, das wir ganz bewusst mit Therion Hits vollgepackt haben.“ Können den großen Worten auch entsprechende Taten folgen – wir werden sehen…

Der Opener The Leaf On The Oak Of Far beginnt auch gleich verheißungsvoll. Abwechselnd weiblicher und männlicher Gesang in der Strophe, dazu gesellt sich im erhabenen Refrain ein Chor. Richtig starke Nummer, die ohne Probleme auch auf Theli hätte stehen können. Bei Tuonela hat man sich am Gesang Unterstützung von Marko Hietala (Nightwish) geholt. Tuonela ist eine klassische Symphonic Metal Nummer, die genauso gut aus der Feder der finnischen Chartstürmer hätte sein können.

Beim Titeltrack wird der Härtegrad erstmals runtergefahren. Leviathan lebt von den hervorragenden Gesangsharmonien, die ausnahmslos von Chören und Operngesängen getragen werden. Ähnlich ist es bei der Ballade Die Wellen Der Zeit. Getragen von epischen Chören jagt hier ein Gänsehautmoment den nächsten. Nach den ersten vier Songs wird eines deutlich: Die sperrigen, komplexen Songstrukturen gehören der Vergangenheit an. Eingängigkeit wird großgeschrieben und man muss zugeben, dass Leviathan bis dahin wirklich nur aus Hits besteht.

Ai Dakha greift die Liebe Johnssons zu orientalischer Musik auf. Hier, wie auch beim nachfolgenden Eye Of Algol wird der Härtegrad wieder hochgefahren, ohne allerdings das musikalische Niveau des Eröffnungsquartetts zu halten. Mein persönliches Highlight stellt Nocturnal Light dar. Was für ein genialer Song mit einem von Chören getragenen Refrain, welcher, einmal gehört, nicht mehr aus dem Kopf weichen will. Herrlich!

Great Marquis Of Hell ist eine reine Power Metal Nummer, welche mich im Chorus irgendwie an Hammerfall erinnert. Kurz und knackig. Psalm Of Retribution und El Primer Sol sind solide arrangierte, eingängige Songs, die gut ins Ohr gehen, qualitativ jedoch weder nach oben noch nach unten ausschlagen. Mit Ten Courts Of Diyu haben Therion einen ruhigeren, komplexeren Song komponiert, der durch seinen wunderschönen, herzerwärmenden Refrain punkten kann und somit den perfekten Abschluss der gut 45 Minuten darstellt.

Therion – Leviathan
Fazit
Therion haben mich positiv überrascht. Johnsson hält Wort und liefert mit Leviathan ein Album ab, welches absolutes Hitpotenzial hat. Sperrige und hochkomplexe Arrangements sind eingängigen Songstrukturen gewichen. Dennoch wird genügend Abwechslung geboten. Ob der geniale Opener The Leaf On The Oak Of Far, das balladeske Die Wellen Der Zeit oder das hymnenhafte Nocturnal Light. Die Songs haben allesamt eins gemein: Sie kommen auf den Punkt. Fans der Schweden, die vor allem deren mittlere Schaffensperiode ab Theli favorisieren, bekommen endlich das Album, welches sie sich seit Jahren gewünscht haben.

Anspieltipps: Die Wellen Der Zeit, Nocturnal Light und Ten Courts Of Diyu
Christian K.
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