“Der Schwarze Tod im Death Metal”

Artist: Throne Of Heresy

Herkunft: Linköping / Schweden

Album: Decameron

Genre: Death Metal

Spiellänge: 46:42 Minuten

Release: 03.11.2017

Label: The Sign Records

Link: https://www.facebook.com/throneofheresy/

Bandmitglieder:

Gesang – Thomas Clifford
Gitarre – Tomas Göransson
Gitarre – Lars Björkens
Bass – Björn Ahlqvist
Schlagzeug – Mathias Westman

Tracklist:
1. The Shores Of Issyk-Kul
2. Pax Mongolica
3. Siege Of Caffa
4. The Plague Ships
5. Decameron
6. Liber Secretorum
7. JÑrtecken (Instrumental)
8. A Silent Vigil
9. Alvastra
10. The Pale Burden

Manchmal bleiben innerhalb eines Jahres bei den Rezensionsexemplaren ein paar davon liegen, um die sich niemand kümmern will oder gekümmert hat. Oft sind es dann Exemplare, die man nicht unbedingt gehört haben muss. Manchmal liegen dabei jedoch kleine Juwelen, die man vergessen hat und die es wert sind, eine Rezension zu erfahren und im Sonnenlicht zu erstrahlen.

Genau so ein Juwel ist das Album Decameron der schwedische Death Metal Band Throne Of Heresy. Decameron ist das dritte Album der bereits seit 2009 existierenden Band.
Erschienen ist es vor rund einem Jahr beim Label The Sign Records. Die haben das Album gleich als CD, als schwarzes Vinyl und als limitiertes septicemic red Vinyl aufgelegt.

Bei dem vorliegenden Longplayer handelt es sich um ein Konzeptalbum, welches den schwarzen Tod, also die Pest behandelt. Throne Of Heresy behandeln dieses Thema auf insgesamt zehn Songs in schwedischer Todesblei Manier. Als Vorlage diente das Dekameron, eine Sammlung von 100 Novellen von Giovanni Boccaccio, einem Schriftsteller des 14. Jahrhunderts.
Die Rahmenhandlung des Dekameron spielt in einem Landhaus auf den Hügeln von Florenz, einige Kilometer vom eigentlichen Stadtkern, in dem der schwarze Tod umhergeht, entfernt. Hierhin sind sieben Frauen und drei Männer vor der Pest (Schwarzer Tod) geflüchtet, die im Frühjahr und Sommer des Jahres 1348 Florenz heimsuchte. Im Landhaus versucht sich die Gruppe nach Möglichkeit zu unterhalten. Jeden Tag wird eine Königin oder ein König bestimmt. Die Königin oder der König geben den Themenkreis vor. Zu diesem Themenkreis hat sich jeder der Anwesenden eine Geschichte auszudenken und zur erzählen. Nach zehn Tagen und nunmehr zehn mal zehn Novellen kehrt die Gruppe wieder nach Florenz zurück. Alles dreht sich hier um die heilige Zahl zehn, wie der Leser bereits bemerkt haben dürfte. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich auf dem Longplayer ausgerechnet zehn Songs verbergen, die das Thema des schwarzen Todes (Pest) behandeln.

Soviel zum literarischen Inhalt des Konzeptalbums. Musikalisch gibt es von Throne Of Heresy ein fettes (schwarzes) Todes Metal Brett schwedischer Kultur. Neben Knüppeleinlagen, die nicht einmal allzu häufig auftauchen, wohnen den Songs jede Menge großer epischer Melodien bei. Ein wenig Black, ja klar das muss eigentlich beim schwarzen Tod auch so sein, ist bei diesen Songs natürlich dabei. Hin und wieder nähert sich das Werk etwas den polnischen Black / Death Vertretern von Behemoth. Dies jedoch nicht zu weit, da diese wesentlich martialischer zu Werke gehen. Throne Of Heresy bleiben stets ihrem ursprünglichen schwedischen Death / Black / Thrash verbunden, auch wenn der Weg der Leichenprozessionen hier und da ein wenig härter ist. Ihrem Ursprung bleiben sie verbunden. Im Titeltrack ist Gastsänger Karl Beckmann (King Of Asgard) mit Cleangesang zu hören. Dieser Track ist eher doomig und erinnert ein wenig an solch eine Band wie Primordial. Auch bei diesem Song bleibt das Album schön kraftvoll und sehr organisch, wie auf den anderen Songs auch, die in unterschiedlicher Manier daherkommen. Mal im Midtempo, mal im Uptempo. Fette Gitarrensounds und starke Growls neben den bereits oben erwähnten Clean Vocals im Titeltrack.

Throne Of Heresy - Decameron
Fazit: Decameron von Throne Of Heresy ist eine Leichenprozession des schwarzen Todes, die durch das klasse Songwriting den richtigen Weg nimmt. Der Sound ist schön kraftvoll und stets organisch.

Anspieltipps: The Plague Ships, Decameron, Alvastra
Juergen S.8.9
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