Tortharry – Altars Of Ignorance

Der zehnte Streich der tschechischen Death Metal Pioniere

Artist: Tortharry

Herkunft: Tschechei

Album: Altars Of Ignorance

Spiellänge: 38:15 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 14.06.2021

Label: MetalGate

Link: https://tortharry.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Dan Pavlík
Gesang und Bassgitarre – Jiří Rosa
Schlagzeug – Martin Vacek

Tracklist:

  1. Intro
  2. Reversed Dorians
  3. Corrosive Haven
  4. Altars Of Ignorance
  5. Carousel Of Grief
  6. Self-Fettered
  7. Silent Psalm
  8. The Heritage
  9. Forget Us Like We Will Do

Wow, seit 1991 ist dieses Trio aus der Tschechei nun schon unterwegs, aber angefangen hat alles bereits 1984. Bis 1988 trug man den Namen Imago, nannte sich dann in Executor um und ab 1991 eben Tortharry. Bis 2006 agierte man als Quartett in der Originalbesetzung. Dann stiegen Drummer und Gitarrist aus. Hinzu kamen zwei neue Members. Seit dem Jahre 2011 ist man noch zu dritt unterwegs. Tortharry sind in ihrem Land und im östlichen Europa ziemlich angesagt, aber in  Deutschland kennen sie, glaube ich, die wenigsten. Dabei ist dieses vorliegende Werk bereits ihr zehntes Album.

Woran es liegen mag, weiß ich nicht, vielleicht haben sie nicht so viel getourt wie ihre Landsmänner von Krabathor, Hypnos oder Fleshless.

Nach einem obligatorischen Intro wird schnell klar, dass die drei Protagonisten alte Hasen sind und ihr Herz ganz dem Death Metal gehört.

Reversed Dorians fängt mit einem fetten Midtempo-Part an. Geiler Groove. Der Drummer erhöht das Tempo ein wenig. Einige Vorspieler erklingen und dann geht es ab ins Uptempo. Man hört, dass die Instrumentenfraktion schon seit Jahren dabei ist, denn das Songwriting ist sehr von der alten Schule beeinflusst. Immer wieder werden thrashige Momente mit eingebaut. Ein drückender Groovepart leitet den mittleren Teil ein, der hervorragend von einem melodischen Lead bestimmt wird. Danach muss man aber sofort wieder ins Uptempo und knattern. Sehr treibend und straight forward, allerdings wechselt man innerhalb der Parts auch die Geschwindigkeit. Klingt zwar teilweise ein wenig verwirrend, passt aber total. Am Ende groovt man sich noch einen.

Der Groove zu Beginn bei Corrosive Haven kommt einem sehr vertraut vor, macht aber Laune und auch der weitere Verlauf des Songs. Wieder eine recht melodische Gitarrenarbeit und Tempowechsel, aber man arbeitet mit kleinen Schmankerl, wie z.B. Gesang und Drums alleine. Der langsame Groove kommt auch gut und dann holt man den schon zu Beginn vorgetragenen Midtempogroove erneut heraus. Verschnaufpause gibt es hier kaum. Das Drumming spielt kurz alleine und hypnotisch wirkende Gitarrenanschläge sind zu hören, bevor man dann wieder den Groove für sich arbeiten lässt.

Dann kommen wir aber zum Highlight des Albums. Wie so oft ist es der Namensgeber des Albums – Altars Of Ignorance. Hier wird zu Beginn dermaßen geil geballert. Leckerer Anfangspart mit ordentlich Drive. Das Riffing sitzt und das Drumming zerstört. Nach dem immer wieder vorkommenden Vorspieler holt man wieder die groovende Kelle heraus. Diese kombiniert man dann mit Tempoverschärfungen. So geht es hin und her. Dann kommt dieses für Tortharry typische, melodische Riffing. Dieses bleibt sofort hängen. Stakkato-Riffing und ein Basssolo folgen. Natürlich wieder androhende Anspieler und weiter geht die Reise im Uptempo. Und dann wieder dieses typische Riffing mit rasselnder Doublebass. So geht Death Metal.

Diese drei Songs stehen vertretend für das ganze Album, welches ordentlich in den Arsch tritt und es verdient hat, auch außerhalb Tschechiens gehört zu werden. Klar, hat man das Ganze schon gehört und eventuell auch besser, keine Ahnung, aber Songs wie Carousel Of Grief oder The Heritage sind einfach wuchtige Nummern. Am Ende gibt’s sogar noch einen Zehn-Minuten-Song namens Forget Us Like We Will Do. Der ist mir aber zu groovig, allerdings leitet man ab der Hälfte schon mehr oder weniger das Ende ein.

Richtig geil ist die stimmliche Leistung. Die Growls sind tief, dominant und sehr kräftig und werden sehr gut in Szene gesetzt. Aber auch das Songwriting ist sehr abwechslungsreich, ausgetüftelt und auf technisch hohem Niveau, ohne Gefiedel etc. – alte Schule eben.

Gut gemachter Death Metal aus Mitte der Neunziger gibt es hier zu hören. Kennt man schon, klar, aber gut interpretiert macht er eben heute auch noch Spaß. Nicht alle Songs knallen, aber es sind sehr viele Perlen auf dem zehnten Album der tschechischen Old Schooler zu hören.

Tortharry – Altars Of Ignorance
Fazit
Tortharry aus Tschechien holen zum zehnten Schlag aus und bleiben sich und der Szene treu. Die Burschen sind seit den Achtzigern aktiv und können eben nur alte Schule. Und das ist auch gut so. Hier regiert der Death Metal. Mit abwechslungsreichem Songwriting, technischer Raffinesse und fetten Growls können sie durchaus überzeugen. Immer wieder gibt es thrashige Einwürfe und der Groove kommt nicht zu kurz. Macht wohl Laune.

Anspieltipps: Altars Of Ignorance und The Heritage
Michael E.
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