Unherz – Das Volk Stellt Die Leichen

Zwischen den Onkelz und Frei.Wild

Artist: Unherz

Herkunft: Kaiserslautern, Deutschland

Album: Das Volk stellt die Leichen

Spiellänge: 57:44 Minuten

Genre: Dark Metal, Deutsch Rock

Release:  17.02.2017

Label: Laute Helde, SPV

Link:  https://www.facebook.com/Unherzoffiziell/?fref=ts

Bandmitglieder:

Gesang/ Gitarre – Felix Orschel
Gitarre – Andy Arnold
Schlagzeug – Christian „Bogi“ Bogert
Bass – Jochen „Walli“ Wallauer

Tracklist:

1. Overtüre
2. Das Volk Stellt Die Leichen
3. Flug Ohne Landung
4. Adler
5. Felix
6. Das Hier Bin Ich
7. Mittelfinger
8. Easy Rider
9. Heimatwind
10. Das Graue Grab
11. Ich Geh Mit Dir
12. UMC
13. Helden Von Morgen
14. Die Welt In Flammen

Auf den ersten Ton sind Unherz eine ganz nette Deutschrock-Metal-Band, deren Vorbild eine „onkelhafte“ andere Deutschrock-Band ist und sich hier auch ordentlich daran gemessen wird. Wie diese Vorbilder-Band kontrovers und spaltend ist, scheinen auch Unherz einen polarisierenden Stand zu haben. Entweder man mag sie oder eben nicht. Mit dem Album Das Volk Stellt Die Leichen wird diese Vermutung bestärkt. Ganz allgemein und objektiv gesagt: Die Jungs können mit ihren Instrumenten umgehen und hauen ordentlich in die Saiten. Energiegeladen und mit einer gewissen „Revoluzermanier“ knallen die Pfälzer ihren Hörern 14 Songs vor die Füße. Beginnend mit einer heroischen Ouvertüre, wird entsprechend auf das neue Album eingestimmt. Das namensgebende Das Volk Stellt Die Leichen stellt anschließend klar, woran man auf der neuen Scheibe von Unherz ist. Die harte und rotzige Grundstimmung zieht sich weiter mit Songs wie Das Hier Bin Ich oder Mittelfinger. Auch das dann doch ganz romantische Ich Geh Mit Dir ist alles andere als ruhig. Ein wenig Bandgeschichte bekommt der Hörer dann mit UMC gelehrt. Hier machen Unherz deutlich, was aus ihrer Sicht noch von ihnen zu erwarten ist. Beim Schlusslied Die Welt In Flammen gönnt man den Ohren dann doch ein wenig ruhigere Töne und Erholung. Erwähnen muss man noch Heimatwind. Wie der Name schon sagt, hebt hier die Band ihre pfälzische Herkunft in den Himmel. Das kennen wir schon von Frei.Wild. Auch wieder so ein Vorbildvergleich.

Soviel zu den objektiven Tatsachen.

Subjektiv sieht die Sache dann so aus. Das Volk Stellt Die Leichen überzeugt mich nicht. Die eher grölende Singstimme kann und will ich mir gar nicht lange anhören. Das mag Geschmacksache sein. Ich habe allerdings immer das innere Bedürfnis, dem Herren ein Hustenbonbon oder einen Schluck Wasser anbieten wollen. Neben dem instrumentalen Können, das die Jungs zweifellos wirklich haben, spielen für mich auch die Songtexte eine nicht unwesentliche Rolle zum Gelingen eines packenden Songs. Mit gewöhnlichen Floskeln – mögen sie noch so hart und rotzig sein – kann ich dann aber so gar nichts anfangen. Wenn sich diese dann auch noch 14 Lieder lang aneinanderreihen, empfinde ich es eher als langweilig, unkreativ und unnötig in die Länge gezogen. Gesellschaftskritische Texte dürfen ruhig etwas tiefer gehen und auch lyrisch hochwertiger daherkommen. Solche Texte kann ich in den Liedern des Albums zwar erahnen, aber an keiner Stelle erkennen.

Unherz bedienen sich lyriktechnisch jedes denkbaren Klischees und schießen quasi gegen alles und jeden. Jeder ist blöd und wird gehasst. Mit wirklicher Gesellschaftskritik oder anderen Themen hat das nicht viel zu tun. Da könnte man auch in böhmermannscher Manier Schimpansen mit dem Zufallsprinzip Songtexte erstellen lassen. Einzigst Helden Von Morgen scheint ein wenig anders zu sein und geht zumindest in eine bessere Richtung.

Fazit
Fazit: Liebe „Unherzigen“, investiert in vernünftige Texte. Aus instrumentaler Sicht könnte das eine oder andere Lied des Albums einen durchaus passablen Metalsong abgeben, durch die oberflächlich und wahllos zusammengesetzten Textfloskeln wird davon alles zerstört. So klingt das Ganze eher nach einer billigen Onkelz-Kopie. Das könnt ihr wirklich besser!

Anspieltipp: Helden Von Gestern
Martha K.
3.9
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Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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