Voivod – Killing Technology, RRRÖÖÖAAARRR und Dimension Hatröss (Deluxe Expanded Edition)

“Was für die Augen und Ohren!“

Artist: Voivod

Herkunft:  Quebec, Kanada

Genre: Thrash Metal, Progressive Metal

Release: 31.03.2017

Label: BMG / ADA Warner

Link: https://www.facebook.com/Voivod/

Aktuelle Bandmitglieder:

Gesang – Snake
Gitarre – Chewy
Bassgitarre – Rocky
Schlagzeug – Away

Alben:

  1. RRRÖÖÖAAARRR (Deluxe Expanded Edition)
  2. Killing Technology (Deluxe Expanded Edition)
  3. Dimension Hatröss (Deluxe Expanded Edition)

Neben Build Your Weapons – The Very Best Of The Noise Years 1986-1988 haben Voivod im März drei Deluxe Expanded Editions veröffentlicht die zunächst etwas an uns vorbei gegangen sind. Gut ein viertel Jahr später haben wir das Material erhalten und möchten euch die Männer aus Kanada noch einmal ans Herz legen. Über BMG / ADA Warner wurden die Teils im Thrash Metal bzw. Progressive Metal beheimaten Platten mit ordentlich Bonus Material veröffentlicht. Passend zum 35 Jährigen Geburtstag der Gruppe gibt es ein kleines Geschenk an die Fans zurück.

Nach dem Debüt auf Metal Blade wechselten die Musiker aus Quebec zum deutschen Kult Label Noise Records und zauberten eben genau unser heutiges Thema in Form von Killing Technology, RRRÖÖÖAAARRR und Dimension Hatröss aus dem nordamerikanischen Ärmel. Viele Fans der Band bezeichnen noch heute die ersten Werke als die beste Zeit von Voivod und das wo sie in der jüngsten Vergangenheit mit Nuclear Blast und Century Media zusammen gearbeitet haben und erstmals Charterfolge in Deutschland feiern konnten. Vor der Progressiven Phase zockte die Gründungsformation lupenreinen Thrash Metal den man auf den drei Platten wieder findet. Die Noise Records Phase war eine wirklich spannende Voivod gingen z.B. mit Possessed auf Tour und haben mit diversen großen Acts des Labels zusammen gearbeitet. Ein negativer Punkt war die Krebsdiagnose bei Denis D’Amour, die mit einer Chemotherapie erfolgreich bekämpft werden konnte und der vor zwölf Jahren gut zwei Jahrzehnte später an Darmkrebs verstarb.

Wollen wir einmal die drei Werke durchleuchten. Rrröööaaarrr ist das zweite Studioalbum und wurde im März 1986 veröffentlicht. Noch heute ist der Silberling brandaktuell. Zum Beispiel haben unsere Kollegen vom Rock Hard im Jahre 2009 Rrröööaaarrr auf Platz 20 seiner Liste von 250 Thrash-Metal-Alben, die man kennen sollte aufgeführt. Für alle die mit der Formation heute das erste Mal in Berührung kommen werden merken: Hier herrscht Nachholbedarf. Rotziger und Schneller waren damals die Männer um Frontmann Denis Belanger vielen anderen Bands des noch frischen Genres um einiges voraus. Extrem im Anschlag und mit guter Punk Attitüde bleibt das Album ein roher Diamant der bis heute nicht poliert wurde.

In meinem Geburtsjahr hauen sie dann Killing Technology heraus. Was viele gar nicht wissen: In dieser Zeit arbeiten die Kanadier relativ eng mit den Einstürzenden Neubauten zusammen, die den Sound mit prägten. Erstmals streuen die Gründer Progressive Elemente ins Klangbild, die immer ein Thema bei Voivod bleiben sollten. Sänger Snake hatte seine Vocals zudem verändert, indem er weniger auf Shouts setzte und mehr auf klaren Gesang. Das wiederum machte Denis an der Axt, Jean-Yves am Bass und Michel hinter der Schießbude noch unzugänglicher, sperriger und teils distanziert. Ein Album, welches gerade als Deluxe Expanded Edition mit Bonusmaterial Eindruck hinterlässt.

Last but not least: Dimension Hatröss, meine persönliche Lieblingsscheibe von Voivod vor dem ersten kommerziellen Höhepunkt. Alle drei Genre Thrash, Punk wie auch Progressive-Atmosphären zaubern ein Konzeptalbum aus der Anlage, wie man sich es heute noch wünscht. In ihrem Mikrokosmos erschaffen sie Hits wie Tribal Convictions, Brain Scan oder Psychic Vacuum. Ein Paukenschlag bei Noise Records folgte im Anschluss: Nothingface, das Legendäre Werk nach der ersten Epoche wurde bei MCA Records nur ein Jahr später produziert.

 

 

 

Fazit: Ich bin wirklich nicht der größte Fan was Re-Release angeht - da muss wie hier wirklich alles stimmen. Als erstes darf es keine billige Abzocke am Fan sein was BMG durch den Sprung in die ersten Stunden gleich ausmerzt, zum Zweiten muss es einen kulturellen Hintergrund besitzen oder die erste Auflage ist bereits vollständig vergriffen. Der Kultfaktor hängt bei Voivod zweifels ohne Hoch. Viele Fans kennen die Band gar nicht mehr unbedingt trotz der Erfolge z.B. 2013 mit Century Media Records. Umso schöner ist es also, diese Alben mit ordentlich Bonusmaterial neuen, jungen Thrashern, gut vier Jahrzehnte nach Release näher zu bringen. Das Preisleistungsverhältnis der Noise Records ist und bleibt vollkommen angemessen.

Anspieltipps: Jedes Album hat seine individuellen Vorzüge hört selber mal rein.
Rene W.
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