Artist: Volter
Herkunft: Hannover
Genre: Rock ’n‘ Roll, Rock ’n‘ Kickin’Ass
Link: www.volterzone.de
Bandmitglieder:
Gesang, Bass – Gregor Musiol
Gitarre – Jake Wegener
Schlagzeug – Roman Linde

Die Band Volter habe ich vor einigen Jahren durch Zufall für mich entdeckt und folge ihr seither interessiert. Als mir nun von einem Festival ein Interview angeboten wurde, habe ich natürlich ja gesagt. Lange Rede, kurzer Sinn: Leider wusste die Band nichts davon und vor Ort war es zu laut und unruhig, um sich in Ruhe zu unterhalten. Somit ist mein erstes Interview etwas chaotisch aus einer Mischung aus E-Mail (ich) – und WhatsApp-Nachrichten (die drei Jungs von Volter) entstanden, was das Ganze aber nicht weniger interessant macht. Danke, dass ihr so mega flexibel seid! Da sich die drei Herrschaften ab und an ins Wort gefallen sind, findet ihr in diesem Interview ausnahmsweise „“ oder wie unsere Lektorin sie liebevoll nennt „Tüddelchen“. Daran erkennt ihr, wenn der Redner wechselt. Viel Spaß!
Time For Metal / Alex:
Im Januar 2021 ist euer letztes Album High Gain Overkill auf den Markt gekommen und als ich es zum Review (hier) vorliegen hatte, war ich erst mal irritiert und dachte, ich habe aus Versehen Motörhead angemacht. Kurz gecheckt und dann realisiert, dass das wirklich ihr seid, und schon war es wie nach Hause kommen. Ihr lasst den Stil von Motörhead weiterleben. Ist es gut, wenn man euch den Motörhead-Stempel aufdrückt, oder nervt es euch inzwischen, weil es ja eigentlich schon eure EIGENE Musik ist und keine Coversongs?“
Volter:
„Hm, nervt uns der Motörhead-Stempel? Also sowohl als auch. Ja … manchmal … Es ist prinzipiell ganz cool, dass man so dicht drankommt, dass die Leute sagen „Klingt ja wie …“, andererseits wird auch vernachlässigt, dass es … also oftmals werden wir für ’ne Coverband gehalten. Mittlerweile nicht mehr ganz so häufig, aber zu den Anfangszeiten war es schon ziemlich heftig. Wir haben es tatsächlich mal hingekriegt, dass man als Genre bei uns Motörhead angegeben hat, also nicht irgendeine Rock- und Metalrichtung, sondern es stand bei Genre tatsächlich Motörhead. Vielleicht ist das der Weg!“
Time For Metal / Alex:
Dass ich eure Musik geil finde, habe ich ja schon zum Ausdruck gebracht. Wie sind die Reaktionen der Zuschauer oder auch Redakteure, wenn sie euch auf einem Festival oder auch für ein Review zum ersten Mal hören. Finden sie es gut oder bekommt ihr auch schon mal zu hören, dass das ein Abklatsch ist?
Volter:
„Kriegen wir zu hören, dass es ein Abklatsch ist, was wir spielen …? Also tatsächlich finde ich eher weniger diese Abklatsch-Schiene, sondern dass die Leute einfach begeistert sind, dass sie halt eben so diesen Stil haben und dann einfach nur gefeiert wird, dass sie diese Energie, die sie vielleicht von Motörhead-Konzerten kennen, jetzt einfach noch mal erleben können. Also von daher ist das eher ein positives Ding und dann halt eben, wie wir es vorhin schon gesagt hatten, wenn man dann uns für ’ne Coverband hält, weil die Songs nicht so 100% gleich mitgekriegt werden, dass die Leute dann einfach nur überrascht sind, also positiv überrascht sind, dass es eigene Songs sind und so und das dann eigentlich eher abfeiern.“
„Also live durch die Bank weg eigentlich“
„Ja, ja live immer, also das ist immer so diese Überraschung „Oh, aha!“ und immer positiv weg.“
„Die meisten, mit denen man so spricht, sagen halt „Okay, wenn ich die Augen zumache, habe ich gedacht, ich bin vor zehn Jahren, keine Ahnung irgendwo auf ’nem Konzert bei Motörhead und nicht irgendwo auf ’nem Acker bei Volter.““
„Also wir hatten auch schon zwei/drei Reviews mal aus einer riesengroßen Menge, wo es dann tatsächlich so geschrieben wurde, das ist ein Abklatsch, oder wer einen billigen Abklatsch sucht, der ist hier genau richtig. Aber letzten Endes: Rede gut oder rede schlecht, Hauptsache du redest – also … so lange bleiben wir im Rennen.“
Time For Metal / Alex:
Wie wird es weitergehen, wann kann man vielleicht auf ein neues Album hoffen und wenn es neue Songs geben wird: Werden sie weiterhin in dieser Stilrichtung bleiben oder habt ihr andere Ideen für die Band Volter?
Volter:
„Jo, wie wird’s mit Volter weitergehen … Grundsätzlich sind wir zwar jetzt grad nicht grad fleißig (Gelächter), aber dabei Songs zu schreiben.
Es wird also auf jeden Fall ein neues Album geben. Und es wird schon so sein, dass sich der Volter-Sound wiederfinden wird, aber wir sind natürlich trotzdem bestrebt, so „in Nuancen“ würde ich es mal nennen, neue Einflüsse oder auch neue Ideen reinzugeben. Und dann ganz ehrlich gesagt: Wenn ein Schlagzeugbeat geil ist, der uns gefällt oder ein Riff geil ist, dass uns gefällt, was aber vielleicht ein bisschen anders ist, als man das jetzt direkt mit Motörhead verbinden würde, dann ist uns das an der Stelle völlig egal. Weil, dann machen wir das trotzdem, wenn’s uns gefällt, weil es ja unser Sound ist. Also von daher …“
„Grade Roman hat ja am Schlagzeug ein bisschen andere Farbe reingebracht und letzten Endes ist halt die Sache die, dass wir sowieso das machen, was uns gefällt und wenn das dummerweise beim Publikum gut ankommt, dann haben wir das ja irgendwie richtig gemacht. Also ja, es wird ein bisschen heftiger werden, also es wird mehr Metal-lastig wahrscheinlich.“
Time For Metal / Alex:
Ich mache mir gerne einen Spaß daraus und lasse High Gain Overkill auf Festivals laufen. Nahezu jeder brüllt mir dann entgegen: Yeah Motörhead, voll geil! Und ich denke dann immer: Die Leute feiern es doch, warum kennen euch nicht viel mehr Menschen, das muss doch in die Welt! Was ist der Wunsch, wie es weitergehen soll? Wollt ihr irgendwann auf die ganz großen Bühnen oder seid ihr zufrieden, so wie es jetzt grad ist?
Volter:
„Was stellen wir uns für die Zukunft vor … Also ich glaube, da hat jeder so seine Meinung. Also ich denke, es ist cool, wenn man irgendwie wirklich ’ne Tour mal machen könnte, das ist, glaube ich, so ein Meilenstein, den wir gerne hätten. Die Bühnen werden ja nach und nach so ein bisschen größer. Ich meine, wir haben dies Jahr ja auch in Schweden gespielt und das war schon eine coole Sause, dass man eben auch in anderen Ländern Gehör findet, das sind so Momente…“
„Und gutes Gehör vor allem!“
„Ja, das sind so Momente. Aber vorrangig denke ich, so eine Tour zu fahren ist so ein wichtiger Meilenstein, weil das so ein Punkt ist, finde ich, für so eine Live-Band halt einfach.“
„Also wir kommen langsam voran, aber wir kommen voran, sagen wir es mal so. Also, wir reißen uns jetzt nicht unbedingt ein Bein aus, aber so prinzipiell das Jahr ist ganz gut gelaufen, mal gucken, was nächstes Jahr so bringt. Also sehen wir weiter, mit dem neuen Album.“
Time For Metal / Alex:
Und wie schwer ist es heutzutage, sich aus dem doch großen Pool der Bands herauszuarbeiten, müsst ihr für eure Auftritte „Klinkenputzen“ oder werdet ihr in der Regel angefragt?
Volter:
„Wie kommen wir an unsere Auftritte – tatsächlich werden wir gefragt. Also wir müssen wenig eigentlich bis gar keine …“
„Ja, dieses Jahr haben wir uns fast nirgendwo beworben.“
„Ne, das ergibt sich, es ist auch oft so, dass so die Hälfte des Jahres auch grad mal so die Hälfte der Gigs irgendwie feststeht und dann im Laufe dieses Jahres, der Saison sozusagen, sich dann Sachen dazu ergeben.“
„Ja, letztes Jahr um die Zeit waren wir, glaube ich, bei zwei oder drei Gigs, die fest waren für dieses Jahr und jetzt haben wir insgesamt fast zwanzig gespielt, wenn das Jahr rum ist, von daher ergibt sich meistens eins aus dem anderen. Man tritt irgendwo auf, ein paar Leute finden es geil, kommen auf einen zu „Ey, habt ihr nicht Bock, bei uns auch zu spielen?“, und so kommt dann irgendwie ein Gig nach dem anderen.“
„Es zieht sich dann ins nächste Jahr rein, genau! Also für nächstes Jahr ist auch schon ein Datum festgesetzt. Wir hauen da nicht so viel Anstrengung rein, uns irgendwo zu bewerben. In Clubs wird’s meistens schwierig von der Lautstärke her, Festivals haben wir tatsächlich auch schon, also ich weiß gar nicht, ob ich‘s sagen kann … also, dass wir einige abgesagt haben dieses Jahr sogar, weil’s halt nicht mit den Konditionen gepasst hat. Also wir alle denken, dass wir nicht unbedingt für eine Kiste Bier losfahren müssen.“
„Ja, und die Festivals an sich werden halt auch so ein bisschen größer, also dieses Jahr war das sehr zu spüren und wie gesagt, daraus ergeben sich immer wieder neue Möglichkeiten. Das Tolle ist, dass irgendwie auch die Leute dadurch, dass sie das ja auch mögen, dass die dann auch bereit sind, zu warten. Also wenn‘s nächstes Jahr dann nicht klappt, weil der Termin dann bereits gebucht ist oder so, dann sind die gerne von sich aus bereit, das dann auf das übernächste Jahr zu ziehen. Natürlich gibt es auch Festivals, die wir dann gerne ein zweites Mal spielen, weil wir da schon unterwegs waren, weil’s halt ein geiles Festival war oder so.“
Time For Metal / Alex:
Ich habe es total gefeiert, dass ich euch jetzt endlich auf dem letzten Festival sehen konnte, weil ich euch seit dem Review unbedingt mal live erleben wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht! Wird es in nächster Zeit eine eigene Tour geben oder werdet ihr weiterhin eher sporadisch auf Festivals zu sehen sein (mir sind das viel zu wenig Termine in meiner Nähe!!!)?
Volter:
„Ja … wird’s ’ne Tour geben …? Das schließt so ziemlich an diesen Punkt an, den wir vorhin schon hatten. Wäre bei uns gerne der Fall, dass wir ’ne Tour machen, aber ist noch nichts geplant und wie gesagt, erst mal ist der Fokus jetzt auf dem nächsten Album, den Kram fertigzukriegen und da nicht so viel Zeit zwischenkommen zu lassen. Ist schon ein paar Jahre jetzt her (Gelächter) und ich denke dann, ja, mit dem, was dann kommt, vielleicht, möglicherweise, also es wäre schön.“
„Also, wir haben auf jeden Fall Bock zu spielen und wir sind auch gerne unterwegs, aber haben, wie gesagt, noch nicht so viel fürs nächste Jahr geplant, weil eben die Albumproduktion im Fokus steht und wir da erst mal auch ein bisschen vorankommen müssen. Da steckt ja dann doch immer sehr viel Arbeit drin, wenn man dann alles selber macht. Und dementsprechend können wir noch relativ wenig zum nächsten Jahr fest sagen. Aber wir sind auf jeden Fall unterwegs und man wird uns auch hören, wenn wir wo spielen.“
„Das ist wohl richtig!“
Time For Metal / Alex:
Ich habe immer mal wieder in euren Merchshop geschaut und denke jedes Mal wieder, dass die Preise unfassbar fair sind. Leider ist der Hoodie-Zipper immer auf ausverkauft. Wird es noch mal neue geben? Und ist weiteres Merch geplant?
Volter:
„Ja … Hoodie, Shop und Merch und so weiter – es gibt immer wieder Neues, allerdings auch immer Sachen, die halt dann vielleicht in anderer Form sind. Also wir versuchen ja auch immer, uns neue Designs zu überlegen und coole Ideen zu schaffen. Es gibt natürlich ein paar Shirts, bei denen wir festgestellt haben, oder auch beim Hoodie, dass die mega gut laufen oder halt eben auch nicht so gut und dann probieren wir was Neues. Den Hoodie aber erst mal nicht.“
„Den Hoodie in der Version nicht mehr. Wir haben noch ein paar, die wir live verkaufen. Die lohnen sich aber nicht mehr für den Shop. Vielleicht wird ein neuer kommen – vielleicht zu dem neuen Album – die Designideen entstehen dann immer mit dem, woran man grade arbeitet oder durch irgendeinen Geistesblitz und dann überlegt man, macht man das oder macht man das nicht. Also der Merch wird auf jeden Fall immer gut gefüllt sein bei uns, das ist mal Fakt. Also auch dafür, dass wir noch eine relativ kleine Band sind, ist das, was wir da im Programm haben, doch sehr umfangreich.“
„Man muss das ja auch alles irgendwie lagern und mitschleppen und das ist halt das Ärgerliche!“ (Gelächter)
Time For Metal / Alex:
Wie viel Arbeit steckt neben den Gigs und den Proben, von jedem einzelnen in Volter? Macht ihr z.B. die Homepage selbst, beantwortet die Fragen der Fans und klebt die Briefmarke auf den Umschlag für die Merchlieferung oder hat man da jemanden im Hintergrund?
Volter:
„Ja, wie viel Arbeit steckt in der Band …“
„Ne ganze Menge!!!“
„Ja! Ein Arsch voll! Allerdings teilen wir es mittlerweile auch ein bisschen besser auf und was die Homepage betrifft, haben wir uns da Hilfe geholt.
Einfach, weil wir schlichtweg A) nicht so viel Zeit für haben und B) auch nicht das Know-how, damit es schnell geht, bei uns dauert es dann immer sehr lange, bis wir da irgendwas auf die Reihe kriegen. Deswegen, ist der Fokus dann eher auf Songs. Aber grundsätzlich ist es so, man kann quasi sagen: Die Shirts sind handgerollt und die Briefmarken sind selbstgeleckt! Und jeder hat so seine Aufgabe in unterschiedlichen Bereichen, ob‘s jetzt der Merchshop ist, ob es die Posts sind, die bei Facebook und Instagram hochgehen …“
„Obwohl wir da schon ziemlich faul sind“
„Kann man ruhig sagen!“
„Ja, wir sind nicht so, also alle drei sind wir Social Media mäßig nicht so gerne unterwegs. Deswegen schleift das da manchmal ein bisschen.“
„Ja, ist ja auch viel viel Luft, aber wir haben es halt gerne, dass, wenn wir was posten, dass dann auch was dahintersteckt und nicht nur einfach einen Post wegen des Posts zu machen, um die Maschine zu füttern. Also, uns ist das sehr wichtig, dass da was dahinter ist und damit das Like, das da dann vielleicht kommt und für irgendwen auch wichtig ist, dann auch so eine gewisse Begründung hat, die jemand nachvollziehen könnte. Das ist uns schon sehr wichtig.“
„Und was halt den Kontakt mit den Fans angeht, versuchen wir schon immer … also prinzipiell kann man sagen: Es steht kein Weiterer so wirklich hinter der ganzen Sache, außer wir selber.
Die Webseite wurde von unserem guten Kumpel Marcel Hübner aufgebaut, die Pflege übernehmen wir selber, außer, es gibt halt mal ein technisches Problem. Dann rufe ich ihn gerne wieder an.“
„Davon gibt es eine Menge manchmal …“
„Ja, da ist er dann aber auch immer gut dabei. Und ansonsten: Ja, ist selfmade mehr oder weniger.“
„Manchmal haben wir Helfer mit dabei, die dann halt bei den Konzerten oder so den Merchstand machen, weil sich das positiv verhält, wenn das während des Konzertes passiert und nicht erst immer hinterher. Und das nächste Ding ist halt auch eben diese Kontakt-knüpfe-Geschichte. Wenn man dann eben auch präsent ist. Zum einen kriegt man das Feedback dann immer gleich direkt, was total super ist und die Leute freuen sich auch immer, wenn so ein Foto gemacht werden kann. Und das Nächste ist halt, dass man direkt angesprochen werden kann, von Menschen, die vielleicht jemanden kennen, der auch Festivals macht oder was auch immer der uns da gerne vorschlagen würde. Also das hat immer so seine Vorteile, die da nachher mitschwimmen, diese Fannähe.
Und wir machen es ja auch gerne! Wenngleich das manchmal ein bisschen schwierig ist, wenn der Auftritt dann besonders anstrengend war und dann auch immer mit dem Abräumen und so weiter, dann halt auch zeitnah da zu sein.“
„Aber da sind wir mittlerweile ein sehr gut eingespieltes Team, was das angeht. Und ansonsten knüpfen wir immer aus Versehen, also ich sag mal zu 99% die richtigen Kontakte. Dass man auf neue Festivals kommt oder in andere Länder. Also wir haben mehr so ein Real-Life-Network, was sehr gut funktioniert.“
Time For Metal / Alex:
Dann gehört mir jetzt wohl das Schlusswort und ich möchte mich sehr für die ausführlichen und wirklich durchweg sympathischen Antworten bedanken. Man hört, dass das bei euch wirklich von Herzen und frei von der Leber weg kommt und das finde ich super. Und auch der Liveauftritt hat mir sehr gefallen. Es kommt so eine positive Energie von der Bühne, dass man einfach nicht stillstehen kann. Danke dafür und vor allem auch für eure Fannähe. Das ist nicht selbstverständlich! Ich hoffe, ich sehe euch recht schnell wieder auf einer Bühne!


