Wardruna – Kvitravn

Musikalisch geht's im Jahr 2021 schon mal sehr gut los

Artist: Wardruna

Herkunft: Bergen, Norwegen

Album: Kvitravn

Spiellänge: 65:45 Minuten

Genre: Folk, Ethno

Release: 22.01.2021

Label: Sony Music / Columbia

Link: https://www.facebook.com/wardruna

Bandmitglieder:

Gesang und alle Instrumente – Einar Selvik
Gesang – Lindy-Fay Hella

Gastmusiker:
Gesang – Kirsten Bråten Berg
Gesang – Sigrid Bråten Berg
Gesang – Ingebjørg Lognvik Reinholdt
Ziegenhorn und Weidenflöte – Eilif Gundersen
Geige und Gesang – Unni Løvlid

Tracklist:

  1. Synkverv
  2. Kvitravn
  3. Skugge
  4. Grá
  5. Fylgjutal
  6. Munin
  7. Kvit Hjort
  8. Viseveiding
  9. Ni
  10. Vindavlarljod
  11. Andvevarljod

Wenn man nordische Musik, die genauso mystisch wie mitreißend ist, mag, kommt man eigentlich seit über zehn Jahren an Wardruna nicht vorbei. Ich habe sie durch mein Review für das 2013er-Album Runaljod – Yggdrasil kennengelernt. Nach der großartigen Runaljod-Trilogie (gap var Ginnunga, Yggdrasil und Ragnarok) gingen Wardruna mit ihrer 2018er-Veröffentlichung Skald andere musikalische Wege. Dann wurde zunächst im Februar 2020 das neue Album Kvitravn zur Veröffentlichung im Juni angekündigt, und die Freude war groß. Aber wie viele andere Bands verkündeten auch Wardruna irgendwann die Verschiebung des Releasetermins. Der ist nun geplant für den 22.01., und damit fängt das Jahr 2021 zumindest musikalisch schon mal sehr vielversprechend an. Hinter das Statement im Pressetext, dass Kvitravn da weitermacht, wo die Runaljod-Trilogie aufgehört hat, kann ich auf jeden Fall einen dicken Haken setzen.

Mittlerweile hat Einar Selvik auch einige Videos veröffentlicht, in denen er versucht, die mystischen und realen Welten und Gedanken hinter seinen musikalischen Werken zu erklären. Ich kann seinen Aussagen zugegebenermaßen nur bedingt folgen, aber schon nach den ersten Tönen von Synkverv ahne ich, zu welch‘ großartigem Album seine Inspirationsquellen wieder geführt haben. Wieder sind neben den altertümlichen Instrumenten auch Geräusche direkt aus der Natur zu hören. So könnte man sich bei Grá direkt eine Szenerie vorstellen, in der man nachts mit seinen Weggefährten um ein Lagerfeuer sitzt, während tief im Wald die Wölfe heulen. Bei Fylgjutal kann man, während man im Trockenen und Warmen sitzt, dem Regen lauschen, der sich im letzten Song Andvevarljod gar zum Gewitter steigert.

Bei den Instrumenten ist vor allem die Rahmentrommel, die ich auf meinem Zettel wegen ihrer tiefen Töne immer ganz profan „Basedrum“ genannt habe, sehr präsent. Sie gibt sowohl in den getrageneren Songs, die auf Kvitravn in der Überzahl sind, als auch im Wechsel zwischen langsameren Intros und Mid- bis Uptempo, wie in Skugge, Grá oder Viseveiding, den Rhythmus, dem man sich nicht entziehen kann. Auch die unterschiedlichsten Streich- und Blasinstrumente prägen wieder einmal Songs wie den Titeltrack Kvitravn, Munin oder Kvit Hjort. Vollendet wird das Ganze von dem so inbrünstigen und fesselnden Gesang von Einar, der neben der wieder einmal so wunderbar singenden Lindy-Fay vier weitere Sängerinnen um sich versammelt hat. Dementsprechend voluminös und sehr beeindruckend ist der Chor bei Ni, Vindavlarljod und dem „großen Finale“ Andvevarljod.

Einzelne Songs herauszupicken und diese zu beschreiben, habe ich schon in meinen Reviews zu Yggdrasil und Ragnarok nicht geschafft, und ich schaffe es auch nicht bei Kvitravn. Wer Wardruna tatsächlich noch nicht kennen sollte, findet vielleicht ein wenig Inspiration in den bereits auf YouTube vorhandenen Videos zu Kvitravn, Grá und Andvevarljod. Hier gibt’s das Video zu Grá:

Wardruna – Kvitravn
Fazit
Auch wenn der aktuelle Lockdown hier in Deutschland und auch die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, mein Leben schon ziemlich entschleunigt hat, ist es doch immer noch geprägt von äußeren Einflüssen, materiellen Dingen und der nicht mehr wegzudenkenden Technik. Und natürlich kam auch bei den Aufnahmen zu Kvitravn und den Videodrehs sehr viel Technik zum Einsatz. Aber beim Lauschen der Songs wird das alles irrelevant, auch wenn mir nach wie vor der Zugang zu den Welten verschlossen ist, die Wardruna mit ihren Songs eröffnen wollen.

Anspieltipps: Skugge, Grá, Viseveiding und Andvevarljod
Heike L.
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