Wicked Disciple – Rules In Debris

Bringen auch auf dem zweiten Langeisen eine Leistung, die man wertschätzen sollte

Artist: Wicked Disciple

Herkunft: Bottrop, Deutschland

Album: Rules In Debris

Spiellänge: 57:02 Minuten

Genre: Progressiv Metal, Thrash Metal, Heavy Metal

Release: 06.06.2020

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/wicked.disciple.de

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Patrick „Ted“ Donath
Gitarre, Bass – Michael Neugebauer
Schlagzeug – Alex Knauf

Tracklist:

  1. …And Jaundiced King Was Sleined
  2. Salvation Or Decline
  3. Through Cellphone Pane
  4. Bite On My Tongue
  5. Tumbleweed Lullabies
  6. Rollercoaster Into Hell
  7. All Love Steel
  8. Never Surrender
  9. When I Die (2020)
  10. Neither Astronaut Nor Viking
  11. Blind Parrot’s Opinion (2020, Bonus Track)
  12. Tumbleweed Acoustic Lullabies (Bonus Track)
  13. Theia Collides With Planet Earth (Bonus Track)
  14. Waiting For Redemption (Bonus Track)

Vor fünf Jahren in Bottrop gegründet, möchte das Trio von Wicked Disciple dieses wirklich verrückte Jahr nutzen, um mit Rules In Debris den zweiten selbst produzierten Longplayer zu veröffentlichen. Digital wurden die zehn Stücke plus vier Bonustracks bereits im Juni auf die Reise geschickt. Kurz darauf folgte die eigentliche Pressung auf CD. Vinyl-Liebhaber müssen noch bis Mitte Dezember Geduld haben.

Patrick „Ted“ Donath am Mikrofon und an der Gitarre ist das treibende Elemente hinter Wicked Disciple. Mit viel Herzblut zieht er seine beiden Kollegen Michael Neugebauer und Alex Knauf mit. Michael hat auf der Platte die zweite Gitarre sowie den Bass eingespielt, Alex hingegen hat die Felle bearbeitet. Genretechnisch mag man die Jungs gar nicht in eine Ecke treiben. Progressiv ist ihre Handschrift allemal, dabei streifen sie durch dicke Stahlgerüste aus Heavy und Thrash Metal, der eher modern als old school gehalten wird. Lange Ausläufer bleiben nach dem Opener …And Jaundiced King Was Sleined Mangelware. Bis auf den Bonustitel Theia Collides With Planet Earth bleibt alles in einem drei bis vier Minuten Radius. Emotionen müssen somit direkt zünden und genau da hapert es am Anfang ein wenig. Salvation Or Decline und Bite On My Tongue sind nicht schlecht, lassen nur den Suchtfaktor vermissen. Die Büchse der Pandora öffnet ausgerechnet in diesem Sandwich Through Cellphone Pane, und dass, wo ich persönlich kein Fan von mehrsprachigen Lyrics in einem Song bin. Der Refrain sitzt, die Lyrics dazwischen zünden sofort – genau so was möchte man mehr von den drei Deutschen hören! Mutig sprechen die Gitarren eine weitere Sprache und beweisen, dass man von Wicked Disciple grundsätzlich spannende Stücke erwarten kann. Gesanglich sehe ich es ähnlich: Patrick „Ted“ Donath hat wirklich gute Augenblicke, danach wird er viel zu weit in den Hintergrund gedrückt. Ein bestes Beispiel ist der Anfang von Bite On My Tongue, der für meinen Geschmack nicht optimal abgemischt wurde. Der nächste Eisbrecher ist der verstricktere Rollercoaster Into Hell, der mit Hardcore Moves noch weiter in andere Gefilde vordringt. Modern, mit dem Mut zu allen offenen Türen, versuchen sie alle Ketten abzuschütteln. Abstriche muss man weiter machen – für eine Eigenproduktion muss man in der Relation auch die gegebenen Möglichkeiten im Auge behalten und die nutzen sie bestmöglich aus! Hier und da gibt es kleine Höhepunkte und mit Rules In Debris verbindet man eher eine positive als negative Tendenz.

Wicked Disciple – Rules In Debris
Fazit
Im Vergleich zum Vorgänger Salvation Or Decline konnten Wicked Disciple eine Entwicklung vollziehen. Wer noch die Demo Traveler In Time im Ohr hat, wird dieses nur bestätigen können. Punktetechnisch gehe ich mit Rules In Debris dennoch härter zu Gericht. Durch die gesammelte Erfahrung darf man auf die kleinen Missstände ruhig mal hinweisen. Ruhigere Passagen benötigen etwas mehr Biss, um den Hörer bei Laune zu halten, zudem muss die Hitdichte gesteigert werden, um in andere Regionen aufsteigen zu können. Through Cellphone Pane beweist hingegen, dass die Truppe es drauf hat und mit Sicherheit in der Zukunft noch ein paar interessante Werke aus dem Proberaum hervorzaubert.

Anspieltipps: Through Cellphone Pane und Rollercoaster Into Hell
Rene W.
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