Vomitrot – Emetic Imprecations

Wenn Schweden ganz anders klingen - der Bandname ist Programm

Artist: Vomitrot

Herkunft: Schweden

Album: Emetic Imprecations

Spiellänge: 25:33 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 24.08.2024

Label: Personal Records

Link: https://vomitrot.bandcamp.com/album/emetic-imprecations

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Rotting Vomitor
Gesang und Bassgitarre – Vomitroth
Schlagzeug – Cave Belcher

Tracklist:

1. Envomited
2. Emetophilic Cro-Magnon
3. Odious Fetid Aberrations
4. Heinous Sulphuric Phlegm
5. Gomorrahian Excrement
6. Vomitous Execrations

Das schwedische Trio Vomitrot lärmt seit dem Jahre 2019 herum und beherbergt sowohl aktuelle als auch ehemalige Musiker der Band Gravkväde. Dort zelebriert man eine Mischung aus Black Metal und Funeral Doom. Das alleine hat den Dreien anscheinend nicht gereicht und so machte man sich auf, eine weitere Gruppe zu gründen. Nach einem Demo erschien im Jahre 2022 das selbst veröffentliche Erstwerk namens Rotten Vomit. Danach konnte man einen Deal mit Personal Records ergattern und nun also das zweite Album.

Los geht es mit lauten Geräuschen und einer aufheulenden Gitarre und der Untergang nimmt mit Envomited seinen Lauf. Die Stimme ist schön tief, die Riffs treibend und die Drums knüppeln ordentlich was weg. Der auf dreckig, kaputt und alt gemachte Sound macht das Zuhören etwas schwierig, wird während des Hörens aber immer zugänglicher. Break, heulende Gitarre vorweg und wieder stumpf nach vorne. Ja, das ist Death Metal. Musik für Schöngeister? Sicherlich nicht. Weiter im Text. Erneutes Break und feines Basssolo, welches drückt, zwickt und ordentlich die Gehirnzellen weghaut. Danach geht es wie gewohnt weiter. Rücksicht auf Gefühle solcher, die Soundfetischisten sind, nehmen sie nicht und auch für Freunde des technischen Rumgeplänkels ist dieses Stück hier sicherlich ein Graus, aber für Puristen absolut geeignet. In knappen 180 Sekunden ist zwar noch nicht alles gesagt, aber schon einiges erzählt.

Wer jetzt denkt, dass diese wahnwitzigen Drei mit ihrem Latein am Ende sind und nun doch die Kurve kriegen, ja, der irrt sich gewaltig. Der nachfolgende Song Emetophilic Cro-Magnon erzählt seine eigene Geschichte und macht da weiter, wo der Opener aufgehört hat. Man bleibt knochenhart und agiert weiterhin so was von derbe. Der Bass sägt und das old schoolige Geprügel geht weiter und weiter, bis man dann einen ziemlich fetten, schon beinahe doomigen Part mit einbaut, den man dann aber wieder links liegen lässt. Die Vocals zerstören alles und es folgt ein wildes Solo. Ja, fett, denn der doomige Groovepart folgt wieder. Das ist alles düster, dreckig und hundsgemein. Nun schleppt man sich so richtig durch die Katakomben dieser Welt. Die können locker an einer kriechenden Kracholympiade teilnehmen. Am Ende noch ein fieses Geröchel und dann hört der Song auch abrupt auf. Klingt komisch, verliert aber definitiv nicht seine Wirkung.

Gitarrenläufe vorweg, Beckenbetonung und dann ab ins Rennen, um dann zu breaken und die Vocals den Song starten zu lassen – ja, das ist eine gute Idee. Gehört beim Song Odious Fetid Aberrations. Der nimmt dann auch so richtig Fahrt auf. Besonders dieser drückende Midtempopart reißt einen runter und die Zerstörung nimmt ihren Lauf. Ich mag so was. Besonders diese schnellen Gitarrenläufe und dieser verrottete Sound rufen Erinnerungen an Incantation hervor. Die Burschen drehen hier noch einmal ordentlich am Rad und knüppeln sich nach diesem Midtempopart ordentlich die Seele aus dem Leib, verschleppen aber immer wieder das Tempo und machen den Song somit absolut rund. Dann schleppt man sich wieder durch das Universum und verwendet fiesen doppelten Gesang. Geil. Der Song hat es in sich und macht eine Reise in die Vergangenheit möglich, zumindest in meinen Kopf.

Klar, ist das hier alles nicht neu. Auch der nachfolgende Song Heinous Sulphuric Phlegm geht in die Vernichtungsschiene, aber sie haben immer wieder recht geile Ideen, wie das Basssolo zu Beginn. Da kann man mit arbeiten. Der Song geht langsam an, wird schneller und spielt dann mit dem Tempo. Dann greift man schon fast zu einem Slampart. Mit abartigem Gesang. Herrlich.

Diese sechs Songs sind knappe 25 Minuten lang und gehen derbe in die Ohren. Ein Fest für dreckige Old School Freunde. Die Burschen stammen aus Schweden, haben aber ansonsten mit der dort vorhanden alten Schule so gar nichts gemeinsam.

Vomitrot – Emetic Imprecations
Fazit
Schöngeister Death Metal Lunatics können sich getrost eine andere Band suchen. Hier geht es dreckig und verrottet zur Sache. Der old schoolige Death Metal steht zwar im Vordergrund, aber mit den schwedischen Landsleuten hat man wenig gemeinsam. Wenn man eine Band zum Vergleich nennen kann, dann wohl eher Incantation. Roh, knochenhart und wild, mit fetzigen Gitarrenläufen, ordentlichem Geballer, Ausflügen in die Katakomben und tiefsten Growls. Der Name passt zum Programm.

Anspieltipps: Odious Fetid Aberrations und Heinous Sulphuric Phlegm
Michael E.
7.8
Leserbewertung3 Bewertungen
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