Artist: Condition Critical
Herkunft: USA
Album: Degeneration Chamber
Spiellänge: 33:57 Minuten
Genre: Thrash Metal
Release: 05.09.2025
Label: Eigenproduktion
Link: https://www.facebook.com/ConditionCriticalNJ
Bandmitglieder:
Gesang und Gitarre – Ryan Taylor
Gitarre und Gesang – Tony Barhoum
Bassgitarre und Gesang – Mike Dreher
Schlagzeug – Ryan Donato
Tracklist:
1. Wretched Aggression
2. Deconstructive Horrors
3. Cranial Dissolution
4. Hydroponic Mutation
5. Postmortal Simulation
6. Psychological Epidemic
7. Incubation Disposal
8. Cryonic Intestinal Preservation
9. Excarnation
Condition Critical aus New Jersey, USA, dreschen schon seit dem Jahre 2010 herum, lassen sich aber für Veröffentlichungen ein wenig Zeit. Am Anfang ging es eigentlich recht flott. Nach einem Demo kamen 2013 das erste Album namens Operation Hazard und 2016 Album Nummer zwei, welches den Titel Extermination Plan trägt. Seit 2015 ist Gitarrist und Sänger Ryan Taylor dabei, der damals knappe 18 Jahre alt war. Bei mir klingelte es sofort, denn im Jahre 2013 ist er bei der amerikanischen Legende Solstice eingestiegen, damals mit 16 Jahren. Fand ich sehr imposant, bedenkt man, dass an den Drums dort kein anderer als Alex Marquez sitzt. Von 2020 bis 2022 war er auch bei Malevolent Creation aktiv. Da die anderen drei Zeitgenossen natürlich auch noch andere Combos innehaben, wie z. B. Grim Legion, Chaos Sanctuary oder Lich King. Dieses erklärt vielleicht, warum es bis zum dritten Album zehn Jahre gedauert hat. Aber das ist reine Spekulation. Lassen wir die Spiele mal beginnen.
Nach dem ballernden Beginn und dem Einstieg ins Dreschige, aber spätestens nach dem ersten Gesangston wird klar, dass die Burschen in ihren heimischen Katakomben gerne mal die Anlage komplett aufgerissen haben, und es lief eine recht unbekannte Band aus den Staaten namens Slayer. Wretched Aggression, der Opener, hat die Aggression ja schon im Namen, und so marschieren die Jungs von Condition Critical auch drauflos. Ohne Rücksicht auf Verluste. Thrash Metal straight into the Face. Am Anfang fliegen die Gitarren alleine von links nach rechts und kündigen das Unheil an, welches nun folgt, und dann geht es nur noch geradeaus, eigentlich. Die Vocals erinnern an Araya und gehen ins Mark. Nach 140 Sekunden gönnt man dann dem gemeinen Zuhörer eine kleine Pause und haut ein wildes, aber geiles Solo heraus, und dann, so nach ca. drei Minuten, nimmt man das Tempo ganz heraus und groovt in extrem langsamem Tempo. Die Vocals bleiben aber angepisst und so bleibt man auch aggressiv. So reitet man dann Richtung Sonnenuntergang und erfreut sich seines dreschigen Daseins.
Deconstruction Horrors fängt dann wieder mit einer Gitarre an, die dann immer wieder von den Drums begleitet wird. So steigert man sich, wechselt in einen groovigen Midtempopart und wiederholt den Anfang. Dem groovigen Tempo bleibt man zunächst treu, nimmt aber immer mehr Fahrt auf. Sicherlich nicht wirklich was Neues, das ist klar, macht aber durchaus Laune, aber irgendwie will der Funke nicht so richtig überspringen. Ist nicht schlecht, gar keine Frage, haut mich aber auch nicht absolut vom Hocker. Das verspielte Solo, welches recht kurz eingebaut wird, klingt ganz geil. Dann groovt man weiter, erhöht aber kurzfristig das Tempo, und dann ist schon Schluss.
Cranial Dissolution gefällt mir da schon besser, da man von Anfang an losdrischt. Das Riffing sitzt und macht Laune und hier und da werden Gangshouts verwendet. Jo, das treibt ordentlich. Auch hier wird der Groove mit eingebaut, aber im Grunde bleibt man auf der aggressiven Seite und zaubert dann ein wirklich geniales und recht vertracktes Solo aus dem Hut, um dann wieder dem Groove zu frönen. Die Gitarre alleine vorweg und Gummi, aber man wird nie so richtig schnell wie Slayer, muss man aber ja auch nicht. Kommt ganz geil. Und wieder ein kurzes Solo, das haben sie echt drauf, und dann wird noch einmal richtig Gummi aufgenommen. Ja, das schockt und hebt die Stimmung. Am Ende noch ein bösartiger, aggressiver und düsterer Scream und fertig ist die ganze Geschichte.
Am besten gefallen sie mir, wenn sie durchaus im zügigen Tempo unterwegs sind, wie zum Beispiel der Anfang von Hydroponic Mutation. Die Soli sind echt klasse und die Vocals haben einen sehr aggressiven Touch. Am Songwriting muss man meines Erachtens noch ein wenig basteln. Der Opener ist echt ein Hammer. Da noch zehn Songs von und fertig ist ein Meilenstein. Alles gutes Material, aber eben nichts Außergewöhnliches. Live wird das aber fruchten, da bin ich mir ganz sicher.




