Eventname: Parkway Drive – 20 Year Anniversary Tour 2025
Bands: Parkway Drive, Thy Art Is Murder & The Amity Affliction
Ort: Westfalenhallen, Dortmund
Datum: 27.09.2025
Kosten: ausverkauft
Genre: Metalcore
Besucher: ca. 16.500 Besucher
Veranstalter: Kingstar GmbH
Setlist Parkway Drive:
- Intro (Video) & Walk-In
- Carrion
- Prey
- Glitch
- Sacred
- Vice Grip
- Boneyards (mit Gästen der Support-Bands)
- Horizons
- Cemetery Bloom
- The Void
- Wishing Wells
- Medley (Gimme A D / Anasasis (Xenophontis) / Mutiny / It’s Hard To Speak Without A Tongue / Smoke ’Em If Ya Got ’Em / Romance Is Dead)
- Dark Days
- Idols And Anchors
- Chronos (mit Streichtrio)
- Darker Still (mit Streichtrio, erster Teil akustisch)
- Bottom Feeder
- Crushed (mit Drum Solo Intro)
- Wild Eyes
Wenn ich sehe, dass Parkway Drive live auftreten, weiß ich: Da muss ich hin. Seit 2016 haben mich diese Australier gepackt, und auf jeder Tour ist mindestens ein Konzert Pflicht. Heute stehe ich in der Dortmunder Westfalenhalle – ein australischer Abend, denn vor dem Hauptact spielen Thy Art Is Murder und The Amity Affliction, beides ebenfalls australische Acts.
Der Abend beginnt für mich mit einem Intro von AC/DC – ebenfalls aus Australien, das nenne ich mal durchgezogen –, kaum ist der letzte Ton verklungen, tauchen Parkway Drive plötzlich hinten in der Halle auf. Sie laufen von hinten durch das Publikum, begleitet von Fahnenträgern und Security, und erreichen so auf spektakuläre Weise die Bühne und zeigen sich so mal wieder publikumsnah. Sofort zünden sie mit Carrion das erste Feuerwerk. Die Westfalenhallen geben sich textsicher und singen, wie sich das gehört, jeden Saitenanschlag mit. Als sich zwischen Haupt- und Vorbühne eine Brücke senkt, über die die Band zur Hauptbühne schreitet, zeigt sich das gesamte Bühnenbild.

Mit Prey, Glitch, Sacred und Vice Grip beweisen die Byron-Bay-Sufercore-Boys, dass sie nicht nur eine gute Liveband sind, sondern eine ganz spezielle Energie entfesseln können, die jeden Winkel der Halle erreicht. Überall lodern Feuerfontänen, die Show ist visuell ausgeklügelt und dennoch roh. Beim Song Boneyards betreten Bandmitglieder der Support-Bands die Bühne – ein starker Moment der „Australien“-Gemeinschaft.
Der Song Cemetery Bloom darf nicht fehlen, und mit The Void explodiert die Bühne: Flammen aus Boden, Wänden und Decke, Funkenregen – ein Spektakel, das direkt aus dem Musikvideo hätte stammen können. Bei Wishing Wells hält der Sound inne, die Menge singt mit, als wäre sie Teil der Band.
Ein echtes Highlight ist das Medley aus dem Debütalbum Killing With A Smile – Gimme A D / Anasasis (Xenophontis) / Mutiny / It’s Hard To Speak Without A Tongue / Smoke ’Em If Ya Got ’Em / Romance Is Dead – die ganze Halle tobt mit einem Ciclepit neben dem anderen. Mit Dark Days und Idols And Anchors reißen Parkway Drive die Energie auf ein neues Level. Mit dem Song passiert das, womit niemand rechnet: Sänger Winston McCall taucht plötzlich auf einer winzigen, vielleicht 1 × 1 Meter großen Minibühne mitten in der Menge auf. Von hier aus entfacht er das, weshalb viele heute Abend hier sind – einen gigantischen Circlepit, der sich wie ein Wirbelsturm um diese kleine Insel dreht. Es ist einer dieser Gänsehaut-Momente, in denen man spürt, warum Parkway Drive live eine Klasse für sich sind. Während Chronos und Darker Still von einem Streichtrio begleitet werden – Gänsehaut pur. Bei Chronos bleibt es ruhig, fast meditativ, bevor die Stimmung mit Darker Still wieder eskaliert.
Während alles zu Bottom Feeder hüpft, bekommt Crushed ein kleines Drumsolo, um das Finale des Konzerts einzuleiten. Beim 2015er-Song startet Fronter Winston erst noch auf der

Vorbühne, um dann in der verlängerten Bridge zusammen mit der Brücke auf der Bühne in die Lüfte zu schweben. Als dann der Song wieder einsetzt und gefühlt die gesamte Halle abgefackelt wird, rückt der Effekt fast das „Schlagzeug-Karussell“ in den Hintergrund. Auch wenn dieser Effekt in den letzten Jahren eins der Highlights war, muss man sagen, dass man zur Jubiläumstour einfach mal alles rausgeholt hat, was man mal gemacht hatte.
Was die Vorbands angeht: Thy Art Is Murder bringen eine intensive Performance mit starkem Zusammenspiel von melodischen Gitarren und Core-Energie. The Amity Affliction ergänzen mit dunklerem Ton und einer leidenschaftlichen Bühnenpräsenz – beide Bands bereiten optimal auf den Hauptact vor.
Als Fazit: Parkway Drive zeigen 2025, dass sich 25 Jahre Erfahrung nicht abnutzen, sondern wachsen können. Die Setliste war eine perfekte Mischung aus Reverence, Horizons, Atlas, Killing With A Smile – vom Debüt bis zur neuesten Platte: alles dabei. Besonders mutig war das Medley aus alten Songs – eine Hommage an die frühen Fans.
Einzig schade: Als Presse komme ich in einen separaten Bereich auf der Tribüne, statt in der Menge im Circlepit mitzurennen. Da hätte ich mir gewünscht, als Fan dort zu stehen und die Show hautnah zu erleben. Aber ich bereue nicht, hier gewesen zu sein – dieses Konzert war ein absolutes Statement.




