Eventname: TBS / Rock, Rap & Zaubershow Tour 2026
Headliner: The Butcher Sisters
Vorband: Callejon
Ort: Leipzig, Haus Auensee
Datum: 06.02.2026
Kosten: 52,35 €
Genre: Metalcore, Rap
Setliste TBS:
- Bierosaufus Ex
- UGA UGA BAM BAM
- Herr Doktor
- Bierdurst
- Reiner
- Sonnenbrille
- White Monster
- Klettergerüst
- Cityroller
- Bauchtasche
- Der Nudelsong
- Detlef D Soost
- Freitag
- Mein Stern
- Drachentöter
- Baggersee
6. Februar 2026, 18:56 Uhr. Mit quietschenden Reifen komme ich vor dem altehrwürdigen Haus Auensee zum Stehen und springe aus dem Auto. Schneematsch, Glatteis und Nebel hatten die Anreise aus dem nordsächsischen Hinterland zum ersten Abenteuer des Abends gemacht. Während meine Verlobte den Wagen parkt (danke Harry!) spurte ich durch die bunten Menschenmassen, um mir den ersten Fotopass meines Lebens abzuholen. Dann geht alles ganz schnell.

Der Vorhang fällt, die Konfettikanone bellt und SIE sind da. TBS kurz für The Butcher Sisters. Seit unserem Interview im Leise War Gestern-Podcast sind die beiden Frontmänner Stroppo und Alex wie große Brüder für mich geworden, obwohl wir das gleiche Alter haben. Zu ihrem Opener Bierosaufus Ex werfe ich mir die ersten vier Biergetränke in den Hals und der Zauber beginnt, seine Wirkung zu zeigen. Wer sich im Vorfeld gefragt hat, was eine Rock, Rap & Zaubershow ist, bekommt hier sofort seine Antwort: Weit mehr als ein Konzert, inszenieren die Schlachterschwestern eine Art multimediale Kunstperformance par excellence. Es gibt einfach alles: Von der hochenergetischen Liveperformance über die TikTok-Style-hochkant-Videowand inklusive Songtexten und Musikvideos, bis hin zu zersägten Shoutern und lebensbedrohlichen Bootsrennen auf der Crowd wird nichts ausgelassen. Meine großen Brüder haben nicht zu viel versprochen. Schon beim ersten Song der erste Dinosaurier, bald gefolgt von hausgroßen Aufblasbabys. Das Publikum rennt, mosht und grölt ums nackte Überleben. Nach dem Welthit Herr Doktor verlasse ich den Fotograben und mache mich auf den Weg durch das Publikum hinauf auf die Empore, um mir einen besseren Überblick zu verschaffen.
Im Publikum ist alles und jeder vertreten. Klein und Groß, Groß und Klein, sehr Groß und sehr Klein und auch Menschen verschiedener Altersgruppen. Die Stimmung ist sehr gut. Die meisten hatten vermutlich kaum mehr als Klamauk erwartet. Ein bisschen Rap, ein bisschen Rock und vielleicht ein paar billige Tricks – aber das hier, das hier ist Magie pur. Völlig verschwitzt rette ich mich mit der Kamera auf die Empore. Hier ist man laut Security sicher vor den Raptoren und den Schlangen. Die Security im Haus Auensee ist sehr freundlich und hilfsbereit. Wenngleich TBS mich vielleicht bis zu diesem Abend musikalisch nicht einhundertprozentig von sich überzeugen konnten, ist es nun um mich geschehen. Den Höhepunkt erreicht die Show bei ihrem absoluten Kassenschlager White Monster. In einer Welt voller Energy-Drink-Junkies wie mir, von Tag eins zur Hymne erkoren, zündet der Song schon während des Intros. Doch dann der Schock: Vor dem Drop eine Pause und – wir werden gerickrolled. Dass es so weit jemals kommen konnte. Ich gehe natürlich davon aus, dass diese Situation absolut einzigartig ist und TBS diesen Gag nur in Leipzig abgezogen haben. Ich fühle mich geehrt. Wir, also Publikum und Band, erleben im Haus Auensee gemeinsam den absoluten Peak des Internethumors.

Danach gibt es für mich und den Rest der Menge kein Halten mehr. Es wird “gecrowdsurft” was das Zeug hält, und die Bar wird gestürmt. Da es hier kein White Monster gibt, muss Bier herhalten. Überraschend achtsam weisen die beiden Frontmänner mehrfach darauf hin, dass Saufen zwar cool ist, besoffene *****löcher aber nicht. Sie ermahnen das Publikum immer wieder zur Rücksichtnahme und zum Saufen. Das klingt widersprüchlich, scheint aber zu funktionieren. Mir wird von einem sehr betrunkenen Fan aus der Reihe vor mir der Rest seiner Portion Pommes-Frites angeboten, den ich dankend ablehne – ich esse nicht im Dienst. Romantisch wird es dann beim Song Klettergerüst. Die Countryballade war im Januar als Single erschienen und bringt nun Feuerzeuge, Handydisplays und Augen zum Leuchten und animiert die ersten Tränen des Abends. Insbesondere bei meinem neuen Freund eine Reihe weiter vorne, der mittlerweile mit seiner Portion Pommes-Frites umgefallen ist. Ich erinnere mich an unser Gespräch im Interview mit TBS zurück und fühle mich erneut von Stroppo ertappt, weil ich auch schon mal eine Frau geküsst habe. In Gedanken bin ich bei meiner Verlobten, die ja auch tatsächlich neben mir steht. Irgendjemand muss ja auch nach der Show zurückfahren, und ich vermute, es ist besser, wenn ich nicht dieser Jemand bin. Aber: An ein Ende ist noch lange nicht zu denken!
Es folgen noch unzählige Gassenhauer wie City Roller, Bauchtasche und natürlich Detlef D Soost. Für dieses Feature kommt auch Basti von Callejon zurück auf die Bühne. An dieser Stelle muss ich wohl erwähnen, dass Callejon auch an diesem Abend in Leipzig als Anheizer und Support aufgetreten waren. Aus Gründen des Flows musste ich dieses Detail am Anfang des Berichtes auslassen. Die Düsseldorfer liefern mit einem Mix aus alten und neuen Songs, Originalen und Coversongs wie Schrei Nach Liebe und Palmen Aus Plastik den perfekten Start in den Abend.
Nach Drachentöter ist dann alles gesagt. Alles?
Von wegen! Die Band kommt, unerwartet wie eine Dose Bier aus Alex Zylinder, zurück auf die Bühne und liefert mit Baggersee ein atemberaubendes Finale. Der Abend kulminiert in einer weiteren Ode an den Vollsuff und wirklich: Alle sind zufrieden.

Ein Abend voller Freundschaft, Liebe, Magie und vieler schöner Momente. Danke TBS – Meinen ersten Einsatz für Time For Metal werde ich wohl niemals vergessen können.
Fazit: 10/10
Für Fans von: Wolfgang Petry, Uri Geller, Ehrlich Brothers und Disney-Soundtracks







