Am 27.03.2026 erscheint Winterfylleths neuntes Album The Unyielding Season über das Label Napalm Records. Es ist sowohl auf CD als auch in verschiedenen (bunten) Vinyl-Editionen erhältlich. Nach mehr als 15 Jahren im Line-Up hat Bassist Nick Wallwork die Band verlassen, ersetzt wurde er aus dem eigenen Umfeld durch Mark Doyle. Beide Musiker sind zudem Teil des Doom-Projekts ARÐ, welches Keyboarder Mark Deeks vor ein paar Jahren ins Leben rief. Trotz dieser Veränderungen zeigen sich Winterfylleth auf ihrem neuen Album mit frischer Energie und einer neuen Dringlichkeit. Die Natur wird erstmals symbolisch in Flammen gesetzt, die Warnung vor ihrer Zerstörung kanalisiert sich in purer Wut.
Live-Erfahrungen mit der Band
Ich hatte bereits das Vergnügen, Winterfylleth zweimal live zu erleben: 2021 in der mystischen Balver Höhle beim Prophecy Fest und etwas später in einem Clubkonzert im Das Bett in Frankfurt. Beide Auftritte haben mich absolut fasziniert – die Band versteht es, die kraftvolle Atmosphäre ihrer Musik auf der Bühne zu transportieren und dabei sowohl Wucht als auch feinsinnige Melodien zu entfalten und dies ohne den (im Black Metal) so weit verbreiteten Mummenschanz. Dieses Live-Erlebnis spiegelt sich auch auf The Unyielding Season wider, das intensiv und eindringlich wirkt.

pic by Big Simonski
Musikalische Highlights
Die Vorabsingle Heroes Of A Hundred Fields gibt die Marschrichtung klar vor: eine treibende Hymne, in der die melancholischen Momente der Natursehnsucht bewusst zurückgehalten werden. Der wütende Instrumentalteil im letzten Drittel unterstreicht die rohe Kraft der Band. Von dort aus steigern sich Wintefylleth bis zum Titeltrack, wobei die Songs unbarmherzig zuschlagen, aber immer wieder kleine Lichtblicke der Hoffnung zulassen. Besonders eindrucksvoll wird dies im Schlussstück Towards Elysium, das alte Sehnsucht nach unberührter Natur ausdrückt und die Chance formuliert, Bedrohungen zu erkennen, ohne das Wertvolle aus den Augen zu verlieren.
Die Platte wird durch einen Covertrack von Paradise Losts Enchantment abgerundet – ein Klassiker von 1995, den Winterfylleth mit viel Gefühl neu interpretieren. Nick Holmes’ Gesang wird hier zwar nicht kopiert, doch die Briten verleihen dem Stück ihre eigene emotionale Tiefe. Insgesamt liefert das Album ein deutliches Statement unserer Zeit: Die zerbrechliche Schönheit der Welt ist bedroht, aber noch nicht verloren.
Atmosphäre und Songwriting
Musikalisch vereint The Unyielding Season zehn atmosphärische Black-Metal-Tracks, die tief in die Geschichte der britischen Insel eintauchen. Wütende, treibende Songs wie Perdition’s Flame wechseln sich ab mit nachdenklicheren Stücken wie Echoes In The After, das auf literarische Quellen des 16. Jahrhunderts zurückgreift und auf aktuelle Ereignisse wie die illegale Fällung historischer Bäume reagiert. Winterfylleth balancieren so Aggression und Melancholie meisterhaft und festigen mit diesem Album ihren Status als führende Kraft des (britischen) atmosphärischen Black Metals.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Winterfylleth – The Unyielding Season in unserem Time For Metal Release-Kalender.



