Beth Hart & Joe Bonamassa – Black Coffee

„Schwarzer Kaffee mit einem Schuss Weinbrand“

Artist: Beth Hart & Joe Bonamassa

Herkunft: USA

Album: Black Coffee

Genre: Soul, Blues Rock, Swing, R&B

Spiellänge: 44:52

Release: 25.01.2018

Label: Provogue / Mascot Label Group)

Link: https://www.mascotlabelgroup.com/beth-hart-joe-bonamassa-black-coffee-vinyl.html

Bandmitglieder:

Gesang – Beth Hart
Gitarre – Joe Bonamassa

Schlagzeug / Percussion – Anton Fig
Saxophon – Ron Dziubla
Bläser Arrangements, Trompete, Posaune – Lee Thornburg
Keyboards – Reese Wynans
Bass – Michael Rhodes
Rhythmusgitarre – Rob McNelley
Saxophon – Paulie Cerra
Background-Gesang – Mahalia Barnes
Background-Gesang – Jade Macrae
Background-Gesang – Juanita Tippins

Tracklist:

01 Give It Everything You Got
02 Damn Your Eyes
03 Black Coffee
04 Lullabye Of The Leaves
05 Why Don’t You Do Right
06 Saved
07 Sittin’ On Top Of The World
08 Joy
09 Soul On Fire
10 Addicted

Heute habe ich mal was ganz anderes zum Rezensieren vorliegen. Diesmal Blues. Die neueste Scheibe Black Coffee des derzeitigen Traumduos in diesem Genre. Joe Bonamassa und Beth Hart legen ihr drittes gemeinsames Studioalbum vor. Und gleich muss ich mich beim Thema Blues sofort wieder revidieren, denn wir bekommen hier Versionen von Blues- und Soulstücken, gewürzt mit R&B und Swing kredenzt. Produziert wurde es erneut von Starproduzent Kevin Shirley.

Black Coffee erscheint auf CD, limited CD box (enthält 2 vinyl coasters, 1 postcard und ein CD-only bonus track), black vinyl und als limited red vinyl.

Wie ich bereits oben erwähnt habe, enthält das Album Black Coffee nicht ausschließlich Blues, sondern hat eine Menge Soul Songs und andere Anleihen zu bieten. Diese werden jedoch stark bluesig von Joe Bonamassa und Beth Hart interpretiert.

Auf dem Album vorhanden sind dabei nicht nur bekannte Klassiker, sondern auch dem breiten Publikum eher unbekannte Perlen dieser Genres. Allem den Stempel drückt natürlich Beth Hart mit ihrer äußerst kraftvollen und dynamischen Stimme auf. Diese Frau hat eine Wahnsinnsstimme. Durch die Stimme von Beth Hart und der Gitarrenarbeit von Joe Bonamassa und deren eigenen Interpretationen des Songs wird Black Coffee kein Coveralbum, sondern hat aus meiner Sicht etwas sehr eigenständiges.

Interpretiert werden Songs von Edgar Winter, Etta James, Ike & Tina Turner, Steve Marriott, Ella Fitzgerald, Lil Green, LaVern Baker, Howlin’ Wolf, Lucinda Williams und dem Österreicher Klaus Waldeck.

Bereits der Opener Give It Everything You Got, im Original von Edgar Winter (dem Bruder der verstorbenen weißen Blueslegende Johnny Winter), eröffnet mit viel Druck, sodass man seinen Ohren nicht traut. So ein Song, der mit wahnsinnigem Druck gespielt wird, ist auch das Titelstück Black Coffee. Im Original von Ike & Tina Turner. Total kraftvoll, mit dem Original kaum noch etwas zu tun, ist Black Coffee der Wachmacher schlechthin. Beth Harts Stimme ist der Schuss Weinbrand in dem morgendlichen schwarzen Kaffee. Ein Schluck davon und: Bäämm, du bist wach!

Natürlich gibt es auf dem Album auch schmachtende und wehklagende Songs, wie im Blues und Soul üblich. Da nehme ich mal Damn Your Eyes im Original von Etta James oder Lullabye Of The Leaves nach der Version von Ella Fitzgerald. Gerade Lullabye Of The Leaves finde ich so was von genial interpretiert. Beth Hart holt ihre Herzschmerz-Stimme raus. Teilweise haucht sie den Text nur so dahin, wobei auch dann noch äußerst kraft- und druckvoll. Nach drei Minuten darf dann Joe Bonamassa mit einem schönen Gitarrensolo aufwarten und den Song in seiner Manier nach Hause fahren. Das Zusammenspiel Beth Hart und Joe Bonamassa agiert einfach perfekt. Etwas außergewöhnlich ist die soulige /bluesige Version des Songs Addicted im Original vom österreichischen Elektronikpionier Walldorf.

Die Stimme von Beth Hart klingt einfach unbeschreiblich. Sie ist so was von ausdrucksstark. Und sie ergreift deine Seele. Ich weiß nicht, ob Beth Hart (in Anlehnung an die Story von Robert Johnson) Crossroads zusammen mit Joe Bonamassa dem Teufel begegnet ist.
Die stimmgewaltige und berückende Beth Hart steht eindeutig im Mittelpunkt der Songs. Sie drückt diesen ihren eigenen Stempel auf. Joe Bonamassa hält sich während ihres Perfomings dezent im Hintergrund, darf dann aber auch immer wieder in genialen Soli glänzen. Das restliche hervorragende Personal, insbesondere Keyboarder Reese Wynans und auch die Bläsersektion gibt ihr Übriges dazu, dass es eine tolle und sehr wertige Mixtur aus Blues Rock, R&B, Soul und Swing wird.

Fazit: Black Coffee ist nach Don’t Explain (2011) und Seesaw (2013) das dritte gemeinsame Studioalbum von Beth Hart und Joe Bonamassa. Aus meiner Sicht übertrifft Black Coffee mit seinem tollen Stilmix die beiden Vorgängeralben, wobei es immer blueslastig bleibt. Die Stimme von Beth Hart ist der reine Seelenfresser.

Anspieltipps: Damn Your Eyes, Black Coffee, Lullabye Of The Leaves, Addicted
Juergen S.
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