Coven – Special Guest Dune Pilot & Sons Of Morpheus – am 18.06.2018 im Bett in Frankfurt am Main

„Coven – Special Guest Dune Pilot & Sons Of Morpheus – am 18.06.2018 im Bett in Frankfurt am Main“

Headliner: Coven

Vorband(s): Dune Pilot, Sons Of Morpheus

Ort: Das Bett, Schmidtstr.12, 60326 Frankfurt a.M.

Datum: 18.06.2018

Kosten: 28,50 VK, 30 € AK

Genre: Stoner Rock, Hard Rock, Desert Rock, Psychedelic Blues Rock, Occult Rock

Besucher: ca. 100 Besucher

Veranstalter: Rodeostar Records

Link: https://bett-club.de/event/coven/

Setlisten:


1. Money
2. Free Soul
3. Head In The Clouds
4. Dark Shadows
5. Slave


1. Speak Up
2. Postman
3. The Willow
4. I‘ Your Man
5. Lucy
6. Loaded


1. Intro
2. Out Of Luck
3. Black Sabbath
4. Coven Charing Cross
5. White Witch Rose Hall
6. Wicked Woman
7. The Crematory
8. Choke, Thirst, Die
9. Black Swan
10. Dignitaries Of Hell
11. F.U.C.K.
12. Epitaph
13. Blood On The Snow

Heute Abend ist es endlich so weit: Coven treten im Bett in Frankfurt auf. Ja wirklich Coven, die Gründer des Occult Rock mit ihrer Hohepriesterin Jinx Dawson sind das erste Mal in Deutschland um ihre magische satanische Show zu zelebrieren.
Also ab mit Kumpel Udo ins Auto und auf nach Frankfurt. Wir kommen zügig durch und haben noch genügend Zeit, bis die Doors öffnen. Im Bett erfahren wir von dem netten Menschen am Einlass, dass es ein wenig später werden wird mit dem Konzertbeginn, da im Vorfeld nach zwei Soundchecks anstehen. Kein Problem für uns. Wir nutzen die verbleibende Zeit, um uns noch eine Pizza und ein Glas Weizen zu gönnen.

Rechtzeitig wieder in der Location zurück, treffen wir bereits Bandmitglieder der Supporter Sons Of Morpheus und Dune Pilot. Dune Pilot habe ich bereits vor zwei Wochen in Wiesbaden im Kesselhaus gesehen. Da haben sie mich beeindruckt (hier geht es zum Bericht von Wiesbaden). Für den heutigen Abend haben wir ein Interview vereinbart. Wir sprechen ab wann und wo wir es machen. Es wird nach der Show von Coven im Backstagebereich sein.

Der Abend beginnt mit der Show von Sons Of Morpheus. Bei den Sons Of Morpheus handelt es sich um eine Dreiercombo aus der Schweiz. Die spielen astreinen Blues Rock mit einem ordentlichen Schuss Psychedelic Einschlägen. Die Drei bringen eine mehr als ordentlich Show auf die Bühne. Da geht es schon mal richtig gut ab. Gitarrist Manuel Bissig beherrscht sein Instrument. Zudem macht Manuels Gesang seinem Namen alle Ehre. Denn die Gesangsdarbietung ist lässig, dreckig und richtig bissig. Dass die beiden anderen Musiker ihr Handwerk beherrschen, versteht sich von selbst. Bassist Lukas Kurmann und Drummer Rudy Kink sorgen für den notwendigen Druck und die geeignete Performance, auf der ihr Gitarrist richtig abgehen kann. Bei dem einen oder anderen Song erinnern mich Sons Of Morpheus von der Performance und dem Sound her ein wenig an Steve Ray Vaughn und Double Trouble. Richtig geiler Seventies Blues Rock. Manchmal erinnert es aber auch ein wenig an Jon Spencers Blues Explosion. Auf jeden Fall sehr kraftvoll. Irgendwie Retro, aber doch in der Neuzeit! Die Songs zeichnen sich durch recht viel Abwechslung und Ideenreichtum aus.

  

Fünf tolle Songs gibt es heute auf die Nüsse. Davon sind drei Songs von ihrer Split LP The Fuzz Charger Split mit der Band Samavayo. Jeweils einen Song steuern die Alben Nemesis (2017) und das selbst betitelte Sons Of Morpheus (2013) bei. Zum aktuellen Album Nemesis steht demnächst eine Rezension von mir an.
Die Jungs werden mit viel Beifall von der Bühne begleitet. Sons Of Morpheus, heute das erste Mal gesehen, und direkt für richtig gut befunden.

Weiter geht es mit Dune Pilot. Dune Pilot habe ich bereits vor zwei Wochen als Support von Karma To Burn in Wiesbaden gesehen. Daher weiß ich, was auf uns heute zukommt. Heißer, staubiger Desert Rock vom Feinsten ist angesagt. Die Jungs aus München haben die kurze Tour von Karma To Burn supportet und eben jetzt auch die kurze Tour von Coven gemeinsam mit den Sons Of Morpheus. Ohne großen Schnickschnack geht es auch diesmal wieder ab. Wer auf Mucke im Stile von Kyuss, Fu Manchu oder den Truckfighters steht, wird hier sehr gut bedient. Dune Pilot bleiben dabei jedoch immer eigenständig. Am 25.05.2018, also vor knapp einem Monat vor dem heutigen Gig, haben sie ihr neues Album mit dem Titel Lucy herausgebracht. Das entsprechende Review zu der Platte könnt ihr hier lesen. Natürlich besteht die heutige Setlist aus Songs des aktuellen Albums Lucy. Leider ist die Setlist heute kürzer als beim Gig in Wiesbaden, da heute weniger Spielzeit zur Verfügung steht.

 

Dune Pilot beginnen mit Speak Up, das ist Stoner Rock pur. Sänger Andris kündigt bereits nach dem ersten Song an, dass die Band heute ihre neue Platte mitgebracht hat und Songs von dieser spielen wird. Alle dargebotenen Songs sind dann auch vom neuen Longplayer Lucy. Heute Abend geht wieder mächtig die Lucy ab. Richtig geiler Desert Rock! Sänger Andris hat eine tolle Stimme. Diese wird durch die Abmischung heute Abend etwas durch die Instrumente übertönt, wobei es für mich immer noch im grünen Bereich liegt. Wie gewohnt unterhalten Dune Pilot ohne großes Spektakel auf der Bühne mit ihrer Musik vorzüglich. Neben Andris fällt besonders Christian mit seinem fuzzigen Gitarrenspiel auf. Der vorletzte Song ist das Titelstück Lucy des neuen Albums. Es hat einen geilen Groove mit einem tollen Brake in der Mitte des Songs. Beendet wird der heutige Gig mit Loaded, von dem auf youtube ein offizielles Video zu sehen ist (das könnt ihr auch auf meinem Plattenreview zu Lucy sehen). Schaut es euch mal an, damit ihr einen Eindruck von dieser tollen Münchener Desert Rock Band bekommt. Viel zu schnell ist ihr Gig am heutigen Abend zu Ende. Die Jungs werden mit Applaus entlassen.
Nach dem Gig treffe ich die Jungs Backstage zum Interview. Dieses Interview wird in Kürze bei Time For Metal erscheinen.

Die angereisten Fans warten heute natürlich besonders auf Coven bzw. auf Jinx. Jinx, die Hohepriesterin des okkulten Rocks. Coven haben mit der Aufnahme des legendären Albums Witchcraft Destroys Minds & Reaps Soul Ende der Sechziger Jahre eine Menge Einfluss auf andere, spätere Bands genommen. Ich nenne hier beispielsweise nur mal Black Sabbath, Black Widow und aus der aktuellen Zeitrechnung Jex Thoth. Jex Thoth habe ich kürzlich beim Desertfest in Berlin gesehen. Wenn Jinx mit Coven einen Hexenzirkel geründet hat, dann schließt er sich mit der jungen Jex!

  

Jinx hat sich für ihre Tour in Deutschland ein Band zusammengestellt. Mit der nimmt sie fünf Termine in Deutschland wahr. Das heutige ist das letzte Konzert dieser Konzertreihe. Das Konzert in Berlin musste leider wegen der Vergangenheit eines Bandmitgliedes von Coven abgesagt werden. Dieser Musiker wurde ausgetauscht. Jinx hat sich im Vorfeld klar und deutlich von diesem Musiker distanziert und die Sache klargestellt.

 

Die Bühne ist komplett dunkel. Nein, nicht ganz, denn im Hintergrund läuft ein Video ab. Außer dem Video kann man kaum was sehen. Auf der Bühne steht mittig etwas großes Verhülltes, flankiert von zwei Gestalten, die sich später als Musiker von Coven herausstellen werden. Rituelle und beschwörende Klänge erschallen. Die Verhüllung des Gegenstandes auf der Bühne fällt. Stilecht zeigt sich dann, womit alle gerechnet haben: ein Sarg! In der Mitte des Sarges prangt ein umgekehrtes Kreuz. Und klar, aus dem Sarg tritt die Hohepriesterin Jinx hervor. Sie trägt eine mit Nieten besetzte Maske. Ihr Gesicht ist nicht zu erkennen. Magische Atmosphäre. Ich stehe genau vor ihr vor der Bühne, keinen Meter von ihr entfernt. Die Szenerie und vor allem Jinx haben was Magisches. Das knistert richtig. Nach dem Intro und dem Song Out Of Luck vom 2014er-Album Jinx geht es mit Black Sabbath vom Kultalbum Witchcraft Destroys Minds & Reaps Souls weiter. Die Maske fällt irgendwann. Jinx sieht mit ihren kaum zu glaubenden 68 Jahren toll aus. Sie ist Magie, wie die Show auch. Jinx, ganz in schwarz gekleidet, trägt eine Art Rosenkranz mit umgekehrtem Kreuz. Etwas hinter ihr, vor dem Schlagzeug, liegt ein Totenschädel. Alles wirklich perfekt inszeniert. Die einzelnen Songs kommen ein Stück kraftvoller rüber als auf der Platte. Das passt gut zur Atmosphäre. Die Klassiker des Kultalbums werden zusammen mit anderen Titeln regelrecht zelebriert! Jinx bewegt sich dabei eindrucksvoll bedächtig und beschwörend. Wenn sie sich verbeugt wird dies genau so zelebriert, wie wenn sie sich wieder aufrichtet und dem Publikum zuwendet. Da ist nichts Überhastetes oder Überstürztes dabei. Sie singt und bewegt sich wie eine Hohepriesterin und hält die Fans in ihrem Bann. Die Fans sind mittlerweile sehr nahe zu ihr an die Bühne gerückt und verfolgen fasziniert das, was da vollzogen wird. Neben mir steht eine junge Frau, die Jinx vor 50 Jahren sein könnte. Sie ist, wie alle anderen Fans, sehr angetan und singt bei den beschwörenden Formeln der einzelnen Songs mit. Das Ritual des heutigen Abends endet mit Blood In The Snow vom gleichnamigen 1974er-Album.

Jetzt heißt es nach dieser großartigen magischen Show erst mal wieder runterkommen. Das geht vielen Fans so. Die anwesenden Fans verlassen nur langsam den Veranstaltungsort. Udo und ich bleiben noch, denn es steht anschließend das Interview mit Dune Pilot an. Im Backstagebereich treffen wir alle. Auch Jinx. Jinx macht dann mit Udo und mir netterweise ein Selfie, nachdem wir sie höflich gefragt haben. Solch eine seltene Gelegenheit wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Jinx zeigt mir, als Erfinderin der Metal Horns, wie diese richtig ausgeführt werden. Herzlichen Dank an Jinx, dass sie dazu bereit war, ein Selfie mit uns zu machen! Nach dem Interview mit Dune Pilot fahren Udo und ich zufrieden nach Hause.

Fazit: Toller, okkulter Konzertabend mit einer magischen Jinx und ihrer Band Coven. Wir haben diese einmalige Gelegenheit genutzt, Jinx erstmalig in Deutschland zu sehen und zu hören. Dass wir sie dann auch noch kurz treffen durften, war natürlich der Hammer. Wer diesen denkwürdigen Abend verpasst hat, kann sich wirklich nur ärgern.

Sons Of Morpheus und Dune Pilot haben, obwohl musikalisch in einem anderen Genre angesiedelt, ebenfalls überzeugt. Ich könnte mir vorstellen, dass wir von beiden Bands in Zukunft im Stonerbereich noch einiges hören werden. Vielleicht sehe ich sie ja nächstes Jahr auf dem Desertfest in Berlin!

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